Mehr als 200 Besucher hörten biblische Worte und schönen Gesang


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Wolfegg/Süh – Ein Strahletag am vergangenen Sonntag (30.8.) lockte mehr als 200 Besucher auf den wunderbaren Hügel Süh auf 725 Metern Höhe Nähe Wolfegg. Sie kamen aus allen Richtungen, zu Fuß, mit Fahrrad und mit Autos. Pfarrer Edgar Briemle aus Vogt von der Seelsorgeeinheit „Tor zum Allgäu“ ist eine Institution, beliebt und bekannt. Er hielt bereits zum vierten Mal die Openair-Messe an diesem schönen Ort, jedes Jahr zwei Wochen vor Ferienende. Der Trachtenverein Waldburg mit Instrumentalgruppe und Sänger/innen sorgte für sehr stimmungsvolle Musik. Ein großes Kreuz mit Ausblick bis zum Bussen und seiner Georgskirche sowie zu den Bergen des Bregenzerwaldes und ein leichter Windhauch in den Bäumen zauberten eine ganz besondere Stimmung.

Pfarrer Briemle begrüßte die vielen Besucher (Bild), nicht alle hatten ein Sitzplatz gefunden, obwohl der örtliche Schwäbische Albverein so viele aufgestellt hatte. Zu Beginn folgte die Erstaufführung eines wunderschönen Glaubensliedes vom Waldburger Chor „Glaube an Gott, wenn Du mal traurig bist …“ Viele Strophen konnten sicher den Gläubigen Mut machen in ihren Sorgen und Nöten, die sie vielleicht auf den Hügel mitgebracht hatten.
Im Evangelium ging es darum, Jesus nachzufolgen, sein Kreuz auf sich zu nehmen. Drei Dinge sprach Edgar Briemle in seiner Predigt an: „Die Liebe Gottes ist geschenkt, jeder Mensch und die Schöpfung, die Natur verkörpern Gottes Liebe, und wir sollen uns für die Mitmenschen einsetzen, Mitgefühl zeigen, Armen und Kranken helfen, für Gerechtigkeit sorgen. Wir sollen das Licht in der Welt sein!“

Bescheidenheit, Dankbarkeit und: „Jeder hat einen Vogel“
Das zweite Wort, das heutzutage als altmodische Tugend erscheint, sei Bescheidenheit. Es bedeutet, sich nicht über andere erhaben fühlen, die eigenen Erfolge feiern und angeben, denn dies sei nicht allein unser Verdienst, auch andere sind immer beteiligt, wie Eltern, Lehrer, Ausbilder, Freunde. Man solle dankbar sein, Fehler eingestehen, sich bei Bedarf entschuldigen, keine Arroganz zeigen, erläuterte der Seelsorger, wie in der heutigen Zeit Bescheidenheit aussehen soll.
Das dritte Wort zum Evangelium sei „Der Wille Gottes“, so Pfarrer Briemle und meinte: „Wie kann man den Willen Gottes besser erkennen im eigenen Leben, was genau ist der Unterschied zum eigenen Wollen, zu eigenen Wünschen und Vorstellungen? Jeder hat einen Vogel sozusagen, das ist der Heilige Geist“, sprach der Geistliche schmunzelnd und weiter: „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“ oder oft sagt man „Man müsse noch eine Nacht darüber schlafen“ – das alles weise auf den Willen Gottes hin. Man dürfe Gott ruhig fragen: Was ist jetzt das Richtige, was soll ich tun? Eine Antwort wird kommen, auch wenn es dauert“, versicherte der Pfarrer aus Vogt.
Auch das Wort Demut fiel in der Predigt, ein altmodisches Wort, das kaum mehr in Gebrauch ist und überflüssig scheint. Gottes Willen gegenüber darf man Demut zeigen, man solle warten können, das Richtige für einen werde kommen.
Viele Dankesworte, Gespräche und berührende Volksmusik

Lieder aus dem „Gotteslob“, aus der Schubert-Messe erklangen, der Wind trug sie übers oberschwäbische Land. Nach dem Segen bedankte sich der Pfarrer bei allen, die mitgeholfen hatten, dieses Gottesdienstfest zu feiern, den Musikern und Sänger/innen, den Lektoren und vor allem den vielen Besuchern, die von überall her gepilgert seien. „Bis auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, hoffentlich bei so einem Wetter wie heute“, meinte er.
Das letzte gemeinsame Lied war der bekannte irische Segensgruß „Bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest an seiner Hand“. Gestärkt und erfüllt suchten die Gläubigen nicht nur das Gespräch mit dem bekannten Pfarrer, auch den Kontakt untereinander. Man traf sich hier wie jedes Jahr, viele Stammgäste waren da, aber auch neue Besucher. Es war überraschend, wen man so alles traf.
Es folgte eine Zugabe des Waldburger Trios unter Leitung von Johannes Längle. Viel Applaus spornte die Instrumentalisten an, einige volkstümliche Lieder, wie von den Oberkrainern, zum Besten zu geben. Die Pfarrgemeinde Wolfegg hatte einen Getränkestand, gegen Spenden konnte man sich erfrischen. Ebenso hatte das „Sonntagsblatt“ der Diözese Rottenburg einen Stand, es wurde die neue Ausgabe angeboten, mit Probe-Abo, die man doch nutzen soll, bat Pfarrer Briemle.
Der Blick ringsherum war dekoriert mit schönen Wolken und blauem Himmel. Nach und nach leerte sich der Platz, andere Wanderer und Biker erklommen die Süh und staunten über den Ausblick. Die fleißigen Helfer bauten die Bänke ab und luden sie auf einen Traktoranhänger. Als er bergab fuhr, war dies das letzte Geräusch dieser zwei schönen Stunden auf der Süh bei Wolfegg mit Gipfelkreuz, Schautafel und Bänken. Dann war Stille, nur das ewige Rauschen der Blätter war zu hören.
Text und Fotos: Carmen Notz
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