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Bericht und Bilder von Julian Aicher

Köstlich, kreativ, krachend, kirchlich

Foto: Julian Aicher
Blaue Stunde
veröffentlicht am: 08.08.2026
Autor: dbsz
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Leutkirch – K-4-Nacht 2026. Zum zweiundzwanzigsten Mal verwandelte sich die Innenstadt Leutkirchs in ein lebhaft lautes, quirrlig vielseitiges Festival. Unser Reporter Julian Aicher und seine Frau Christine waren vier Stunden dabei.

Leutkirch lebhaft. Bei der K-4-Nacht des ALSO-Festivals lockt Leutkirch mit einer freudigen Vielseitigkeit, die mehrere Sinne stark beeindruckt.

Wo beginnt so ein Festival-Höhepunkt? Diesmal: in der Sparkasse. Dorthin lockt ein Augenschmaus, der mit der aktuell heißen Trockenheit engstens in Verbindung steht: ein „Wasserschaden“ und seine Folgen.

So zumindest nennt ihn der 1964 geborene Bad Waldseeer Fotograf Markus Leser. Und zwar mit Fotos, deren sportliche Motive nach einem wirklichen Wasserschaden förmlich „verlaufen“ waren. Sie zeigen gerade in Zeiten, in denen sich viele über Regentropfen trefflich freuen, wie feste Formen dank Wasser ineinander fließen. Und so zu neuen optische Eindrücken anregen. 

Markus Leser weist auf den Münchner Bilder-Tempel „Pinakothek“ hin. Dieser rief über seine  Ausstellung 2023 mit „Glitch“ (sprich: „glitsch“) die neue „Kunst der Störung“ aus. Übersetzt in das eher Wirkliche: „Die KI macht perfektere Fotos als wir Fotografen“, erläutert Markus Leser. Und da böten sich seine „Wasserschaden“-Folge-Fotos als „Gegenentwicklung an“. Also ähnlich wie die Kunstrichtung „Expressionismus“ vor rund 120 Jahren. Sie galt damals als Antwort von Malerinnen und Malern auf die schneller genauere Fototechnik.

Seine Wasser(schaden)-Fotogebilde zeigen sich sowohl in der Schalterhalle der Sparkasse als auch außen an der Marktstraße Nord. Leser weist auf das Rad-Ass Jan Ulrich hin. Der sei nach seinen Triumphen allerhand Süchten verfallen, habe dann aber sein Doping öffentlich gebeichtet – und gelte heute wieder als vielfach anerkannt. Mit leicht zwinkerndem Auge bekennt Leser: „Ich stehe zu diesen Fehlern in den Dias.“ Denn dank des so gar nicht geplanten „Wasserschadens“ ist „ja was Sensationelles passiert“. Sensationen in der Sparkasse. Und vorne draußen an der Marktstraße.

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Weiter bei „K4“ am Freitagabend Richtung Rathaus. Vor der „Zweigstelle“ zeigt Künstlerin Cordula Klein aus Emerlanden, dass auch auch aus kleinsten Schmuck große Kunst strahlen kann. Einige Schritte weiter gibt’s von den Bad Wurzacher „marshy soil“ von der großen Bühne am Gänsbühl mächtig was auf die Ohren. Rockin‘ all over the Gänsbühl – und in der Markstraße Süd oder der Bachstraße gegenüber „WeinWünsche“ auch.

Nochmals weiter die Marktstraße Süd geht es in der evangelischen Gedächtniskirche zwar weniger lautstark zu – aber durchaus nicht tonlos. Hat man Töne? Ja, aber Frau auch. Nämlich Teresia aus Ebersbach-Musbach. Ihr eher zarter Gesang sorgt für guten Ton zu den Bildern von Susanne Rimmele und Ulrike A. Laub.

Feurige Frau

Dass sich auch ganz ohne eigenes Stimmorgan die Aufmerksamkeit der Marktstraße erobern lässt, zeigt dann „Miss Elli“. Gegenüber dem „Stadtwirt“ entzündet Tanzwunder „Miss Elli“ mit Feuerrädern eine Stimmung, die die Blicke bannt. In einer knappen Viertelstunde verwandelt die Bewegungsfeurige zwar nicht die Nacht zum Tag, aber die Hauptachse der „Großen Kreisstadt“ zum blitzenden Schmelztiegel bewegter Vielfalt. Da bannt die Künstlerin nicht nur Männerblicke auf sich.

Weiter geht’s zu Michael Weinmann. Er erfreut das Auge mit auffällig viel Rauch. Gebannt in Fotos – etwa Thermopal oder Milei abbildend. Ort: „Gasthaus Lamm“. Titel: „Habemus Papam“. Schräg gegenüber, im ehemaligen „Lamm 3“, lässt sich bewundern, was Kunstfertige aus Bärenweiler auf die Mal-Leinwand bringen. Eine von ihnen, Jasmin Roggenkamp, zeigt mit ihren „Drehbildern“, auf was es ankommt: auf die Blickrichtung.

Diese kann sich bei K 4 allein schon entlang von nur drei Straßen (Marktstraße, Bachstraße, Lammgasse) so oft ändern, dass manchen der Kopf schwirren mag. Da helfen kühlende Getränke nur teilweise. Hätte der Bildschirmzeitungs-Reporter derweil alle Angebote der K-4-Nacht wahrnehmen wollen – er wäre wohl drei Tage (oder drei Nächte) durch die Innenstadt gezogen. Nach weit über drei Stunden war seine Aufnahme-Fähigkeit beendet. Tipp für die geneigte Bildschirmzeitung-Leserschaft: zur K-4-Nacht 2027 selber hingehen. Und: Das ALSO-Festival als Ganzes währt ja noch länger …
Julian Aicher

Viele Bilder in der Galerie

Zur Markus Leser-Ausstellung empfehlen wir auch unseren Ankündigungstext, nachstehend verlinkt unter „Lesen Sie hierzu auch“

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dbsz
veröffentlicht am
08.08.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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