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Leutkirch – Montag, 17. August, im Schwörsaal des Leutkircher Rathauses.. Rund 30 Leute lauschen dem Vortrag von Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle über die Entwicklung rund um die Marktstraße. Auf Einladung der CDU. In der Marktstraße Nord sollen im ersten Halbjahr 2027 die Bauarbeiten beginnen. Das bedeute eine „Durststrecke“ für die Marktstraße. Wenn wohl vor Anfang 2029 alles bewerkstelligt sei, „wird’s auf jeden Fall schöner“. Zum Beispiel mit mehr Schatten spendenden Bäumen.
Davon soll noch vor 2030 eine ganze Reihe die Marktstraße zieren. Und den „Post“-Platz. Dann in der Innenstadt zu sehen: die „Felsenbirne“. Sie ertrage Trockenheit gut und sei bei Insekten beliebt. Mit ihrem Schatten sorgen die Bäume dann für eine „sehr positive innerstädtische Klimaschutzwirkung.“ Es werde viel Platz für deren Wurzeln geschaffen.
Grundsätzlich gelte, dass die Baumaßnahmen unter dem Pflaster viel aufwändiger ausfallen würden als drüber. Für allerhand Leitungsrohre und Kabel biete die Marktstraße einen „engen Querschnitt“. Diese neue „Infrastruktur“ bringe dann nach wie vor Trinkwasser, Strom und Gas zu den Gebäuden – und leite Abwasser ab. Dann allerdings mehr Elektrizität. Und auch die neu verlegte Fernwärme.
Granitplatten ähnlich wie in Ravensburg
Ins Blickfeld der Bevölkerung gerate derweil, was am und über dem Pflaster zu erkenen sei. Ersetzt werde das bisher eher holprige Pflaster – mit Granitplatten. OB Henle: „Wir haben da ein bißle nach Ravensburg geschaut.“ In der Bodenebene sollen auch Leit-Systeme verlaufen – etwa für Blinde. „So viel wie möglich“ dürften dann auch Rahmen bereitstehen, an denen sich Fahrräder abschließen lassen – teils mit Lademöglickeiten für E-Bikes.
„Frühjahr-bis-Herbst-Fußgängerzone“
Der Autoverkehr bleibe demnach künftig von der Markstraße und dem „Post“-Platz weitgehend weg. Behinderte und Lieferanten dürften mit ihren Kraftfahrzeugen rein. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle: „Wir machen eine Frühjahr-bis-Herbst-Fußgängerzone.“ Heißt: Im Winter dürfe der gewöhnliche Autoverkehr noch rollen. Vorerst. Denn: „Wenn das funktioniert, dann weiten wir das nochmal aus.“ OB Henle gibt sich dabei zuversichtlich, dass es „funktioniert“. Sprich: Dass Bars, Cafés, Gasthäuser und der Einzelhandel sich über steigende Umsätze freuen und dass sich auch die Bevölkerung in der autofreien Marktstraße wohler fühlt.
Wasserlauf
Dazu sollen dann wesentlich der Gänsbühl und der Kornhausplatz beitragen. Ein Wasserlauf verbinde die beiden Plätze – und zwar so angelegt, dass das Nass nicht zu schnell fließe. Die Platzfläche zeige sich unterteilt in Einstufungen; sie liegen demnach so, dass sich etwa das Bürgerbüro auch per Rollstuhl erreichen lasse. Der alte Brunnen am Gänsbühl bleibe erhalten, wenn auch „eingekürzt“.
Zwölf Millionen
Kostenpunkt des Ganzen: rund fünf Millionen Euro über der Pflasterebene – und sieben Millionen drin und drunter. Henle: „Das belastet natürlich den Stadtsäckel sehr.“ Dem Gemeinderat werde zur kommenden September-Sitzung eine Ausgabenschätzung vorgelegt.

Da lang! Auf einer Veranstaltung der Leutkircher CDU erläuterte OB Henle, in welche Richtung Marktstraße, Kornhaus-Platz und „Post“-Platz entwickelt werden sollen.




OB Henle erläuterte mittels Beamer die Vorstellungen zu Möblierung, Bepflanzung und Ausstattung der Innenstadt.
Gegen Schluss der CDU-Veranstaltung ermuntert OB Henle sein Publikum, ähnlich wie in einer Bürgerfragestunde Anliegen vorzutragen. Da kommen die öffentlichen Toiletten genauso zur Sprache (die 2027 erneuert werden sollen – mit einem ‚Örtchen’ mehr nahe des „Bocks“) wie der Radweg Urlau-Winterstetten, dessen Bau Hans-Jörg Henle für 2027 erwartet.
Alt-Kreis- und Alt-Stadtrat Alois Peter, lange Jahre auch Herlazhofer Ortsvorsteher, lobt die Aktivitäten der Stadt. Da habe sich viel Erfreuliches entwickelt. Henle ergänzt, dass die Stadt (gestützt vom Gemeinderat) auch Aufgaben wahrnehme, die sie rein rechtlich nicht leisten müsse. Etwa das neue „Medizinische Versorgungszentrum“ (MVZ) im ehemaligen Krankenhaus an der Ottmannshofer Straße – „LeuMed“ genannt. Der Fahrradweg Urlau-Winterstetten sei eigentlich Aufgabe des Landes. Da dieses hier aber nicht vorankomme, habe die Stadt Hand angelegt.
Text und Fotos: Julian Aicher































