Neubau der Stiftung Liebenau erweitert das Angebot der Werkstatt in Leutkirch


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Leutkirch – Mit dem Neubau ihrer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen schafft die Stiftung Liebenau in Leutkirch mehr Platz für individuelle Arbeits- und Förderangebote. Mehr als 100 Gäste feierten die Einweihung der modernen Räumlichkeiten im Emmerweg.
Ein langer Weg zum neuen Standort
Der Neubau wurde notwendig, weil die bisherige Werkstatt in der Nadlerstraße ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatte und den baulichen Anforderungen nicht mehr entsprach. Nach längerer Suche sprach sich der Leutkircher Gemeinderat einstimmig dafür aus, der Stiftung Liebenau im Gewerbegebiet „Ströhlerweg“ ein Grundstück zu verkaufen. Mitinitiiert wurde dieser Prozess von Bernhard Hösch, Bereichsleiter Standortentwicklung und Regionalisierung der Liebenau Teilhabe.
Partnerschaftliche Zusammenarbeit
Alfons Ummenhofer, Geschäftsführer der Liebenau Teilhabe, dankte der Stadt Leutkirch für die vertrauensvolle Zusammenarbeit sowie den regionalen Unternehmen wie Novoplast, Holdenried, ASISTA und dem DRK. „Wir gehören selbstverständlich zu Leutkirch“, betonte er. „Denn je weniger wir über Besonderheiten reden müssen, desto näher kommen wir echter Inklusion.“ Auch Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle würdigte die Entwicklung: „Teilhabe ist in Leutkirch wirtschaftlich, sozial und menschlich verankert. Diese Vielfalt ist ein Gewinn.“
Ein Konzept, das verbindet
Die Werkstatt vereint Menschen aus der ehemaligen Grünlandgruppe der Stiftung Liebenau in Bad Wurzach und dem Förder- und Betreuungsbereich des Hauses St. Katharina unter einem Dach. Beschäftigte mit höherem Unterstützungsbedarf erhalten neue Entwicklungsmöglichkeiten, während andere Verantwortung übernehmen und ihre sozialen Kompetenzen stärken. „Wir feiern heute eine Haltung, die jedem Menschen den Platz bietet, den er braucht“, sagte Isabella Burgey-Meinel, Leiterin der Liebenauer Arbeitswelten.
Differenzierte Arbeitsangebote
In der neuen Werkstatt arbeiten künftig 40 Beschäftigte sowie sechs Teilnehmende im Berufsbildungsbereich, begleitet von neun Mitarbeitenden. Die modernen Räume ermöglichen ein deutlich differenzierteres Arbeitsangebot und schaffen bessere Voraussetzungen für zusätzliche Aufträge. „Wir bieten alles – vom Arbeitsplatz mit hohen Anforderungen bis hin zu einem Arbeitsplatz, der viel Ruhe und intensive Begleitung braucht. Und alles dazwischen“, sagte Martin Lutz, Leiter des Arbeitsbereichs Allgäu. Der Umzug sei für viele Beschäftigte eine besondere Herausforderung gewesen, da sich nicht nur Maschinen, sondern auch vertraute Abläufe verändert hätten.
Architekt Christoph Gegenbauer betonte: „Der Schlüssel zum Erfolg ist nicht das Gebäude, sondern das Leben, das hier geführt wird.“ Werkstattrat Manfred Maier ergänzte mit einem Schmunzeln: „Jetzt komme ich mit meinem Rollstuhl endlich überall durch.“
Segnung und Begegnung
Die Segnung übernahm Manuela Gerster vom Pastoralen Dienst. Sie wünschte, dass die Werkstatt ein Ort der Menschenfreundlichkeit, der Begegnung und des Friedens sein möge, an dem jeder Mensch mit seinen Fähigkeiten angenommen wird und die Freude am gemeinsamen Leben wachsen kann. Anschließend klang die Feier bei Gesprächen und einem gemeinsamen Imbiss aus.
































