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Leutkirch – Rund 65 Mitglieder und Gäste sind am Dienstagabend (10. März) im Bocksaal in Leutkirch zur Jahreshauptversammlung der Heimatpflege Leutkirch zusammengekommen. In angenehmer Atmosphäre und musikalisch begleitet von Gitarrist Jakob Veser von der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu erlebten die Besucher eine kurzweilige Versammlung mit spannenden Einblicken in die Arbeit des für Leutkirch wichtigen Vereins. Hier der Bericht von Seiten des Vereins:

Gespannt lauscht das Publikum im Bocksaal den Ausführungen des hier nicht abgebildeten Referenten. Foto: Sylvia Hess
Der Erste Vorsitzende Michael Waizenegger begrüßte die Anwesenden und blickte auf ein erneut arbeitsreiches Jahr zurück. „Das vergangene Jahr war wieder ein Jahr voller Herausforderungen, aber auch voller Aktivitäten“, sagte er. Nachdem 2024 ein besonderer Schwerpunkt auf dem Glasmacherdorf Schmidsfelden lag, stand 2025 vor allem das Museum im Bock im Mittelpunkt zahlreicher Projekte.
„Frei wollen wir sein“ und „Komische Heilige“
In seinem mit Bildern untermalten Jahresbericht stellte Waizenegger die vielfältigen Aktivitäten der Heimatpflege vor. Zwei Ausstellungen prägten das Museumsjahr besonders: Die Ausstellung „Frei wollen wir sein“, die gemeinsam mit dem Galeriekreis realisiert wurde und Bauernkrieg und moderne Kunst miteinander verband, sowie die verlängerte Ausstellung „Komische Heilige“.
Schmidsfelden-Ausstellung überarbeitet
Parallel dazu wurde die Ausstellung Schmidsfelden im zweiten Obergeschoss neu konzipiert – mit neuem Museumskonzept, neu gestalteter Grafik und Möbelbau, größtenteils in ehrenamtlicher Arbeit.
„80 Jahre Kriegsende“ und mehr
Ein umfangreiches Begleitprogramm zog sich durch das gesamte Jahr: Wanderungen, Veranstaltungen, unter anderem zum 80. Jahrestag des Kriegsendes, sowie zahlreiche Aktionen rund um das Museum. Für Aufmerksamkeit sorgte zudem das neue Volleyballteam des Museums, das beim ALSO-Volleyballturnier antrat.
Das Museumfest
Ein besonderes Highlight war das erstmals veranstaltete Museumsfest im Innenhof des Museums im Bock. Mit Musik, kulinarischen Angeboten und einem Museumsflohmarkt lockte es zahlreiche Besucher an und soll künftig fest im Jahresprogramm verankert werden.
Beliebte Museumskinder
Sehr gut angenommen wurden auch die Angebote für Kinder und Familien. Die Reihe „Anna und Paul – Kinder im Museum“, die es seit 2018 gibt, hat sich mittlerweile als fester Bestandteil im Jahreskalender etabliert. Vier Veranstaltungen im vergangenen Jahr – etwa zu Themen wie Winterleben, Trachten oder den Leutkircher Stadttoren – waren durchweg sehr gut besucht.
Bürgerstiftung spendete Brotbackofen
Ebenfalls erfolgreich entwickelte sich das gemeinschaftliche Backen im Museumsinnenhof. Dank einer großzügigen Spende der Bürgerstiftung konnte ein Brotbackofen angeschafft werden. Die ersten Backtage in der Probephase zeigten bereits: Das Konzept wird ankommen, die Backwaren ebenso.
Programm für Schulklassen ausgebaut
Weitere Angebote reichen von offenen Spinn- und Handarbeitstreffen über Workshops in der Druckwerkstatt bis hin zu regelmäßigen Führungen im Museum. Besonders ausgebaut wurde dabei das Programm für Schulklassen. Seit 2025 gelten zudem erweiterte Öffnungszeiten im Museum im Bock.
Neu im Team
Neu im Team ist Tina Raad, die den Museumsdienst unterstützt und sich zudem in Konzeption, Sonderführungen und Anfragen einbringt. Führungen zur Stadtgeschichte, zur ehemaligen Munitionsanstalt oder zu Otl Aicher gehören inzwischen zum festen regelmäßigen Angebot.
Grab Kästle wird von der Heimatpflege betreut
Stefan Gredler berichtete aus dem Arbeitskreis Friedhof über die Pflege historisch bedeutender Grabstätten. Neu in die Liste der von der Heimatpflege betreuten Gräber aufgenommen wurde das Grab Kästle.
Tag des offenen Denkmals
Auch beim Tag des offenen Denkmals engagierte sich der Verein mit mehreren Stationen. So öffnete unter anderem das ehemalige Leprosenhaus in der Memminger Straße seine Türen. Außerdem wurden die Gedenkstätte auf der Leutkircher Heide sowie die Wolfgangskapelle besucht, wo die Heimatpflege ein neues Informationsschild zur Kapelle einweihte.
Aktive Drucker
Michael Waizenegger gab des Weiteren einen Einblick in die Arbeit der Druckwerkstatt. Neben Führungen und Workshops beteiligte sich das Team an zahlreichen Veranstaltungen, darunter der Tag der Druckkunst, die K4-Nacht, der Gallusmarkt sowie der Weihnachtsmarkt. Auch außerhalb des Museums war die Druckwerkstatt aktiv – etwa bei Flohmärkten in Bärenweiler, der Museumsnacht in Illerbeuren und beim Handwerkermarkt.
In seinem Kassenbericht erläuterte Marc Geißler die finanzielle Situation des Vereins. Da die Unterlagen erst am Nachmittag vorlagen, konnte eine Prüfung durch die Kassenprüfer noch nicht erfolgen. Diese soll im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2027 nachgeholt werden.
Mit dem Rad nach Cavallino (bei Venedig)

OB Henle zollte der Heimatpflege hohen Respekt. Foto: Michael Weizenegger
Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle dankte der Heimatpflege für ihr großes Engagement. Besonders hob er die Ausstellung „Frei wollen wir sein“ hervor, zeigte sich aber auch von den „Komischen Heiligen“ im Museum begeistert – auch wenn er sich noch nicht ganz sicher sei, welcher ihm persönlich am besten gefalle: der Heilige der Brauer oder doch der häufig angerufene St. Antonius. Schmunzelnd berichtete Henle zudem von einer gemeinsamen Radtour von Leutkirch nach Cavallino Treporti, bei der er und Waizenegger auf den dortigen Heimatpfleger Anton Padovan trafen. Eine neue Ausstellung im Museum beschäftigt sich mit Johann Matthäus Albrecht, der einst über Venedig nach Cavallino gelangte und dort Land urbar machte.
Waizeneggers Ausblick
Für 2026 kündigte Waizenegger bereits mehrere Projekte an. So wird derzeit gemeinsam mit Marc Brandner eine Ausstellung zu Cavallino Treporti vorbereitet. Auch die Backwerkstatt mit öffentlichem Backen wird etabliert. Zudem ist eine weitere Überarbeitung des zweiten Obergeschosses im Museum geplant.
Einen besonderer Antrag erreichte den Verein: Ein Mitglied regte an, für das sogenannte „Haushalterle“ eine bessere Kopie – etwa mittels 3D-Druck – anzufertigen und diese in einem Schaukasten beim Marienkloster öffentlich zugänglich zu machen. Der Vorschlag werde im Vorstand beraten, versprach Waizenegger.
Waizeneggers Dank
Zum Abschluss dankte der Vorsitzende allen Mitgliedern, Helfern und Unterstützern – dem Mittwochsteam, dem Museumsteam, dem Vorstand, dem Grafiker Marc Brandner, Sylvia und Roland Hess, Tina Raad sowie vielen weiteren Mitstreitern. Ein besonderer Dank ging auch an die Stadt Leutkirch und Oberbürgermeister Henle für die Unterstützung sowie an Jakob Veser für die musikalische Umrahmung des Abends.
„Das Jahr 2025 war ein voller Erfolg für die Heimatpflege Leutkirch“, resümierte Waizenegger. „Mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen haben wir viele Menschen erreicht. Wir sind stolz auf das, was wir gemeinsam geschafft haben – und blicken zuversichtlich auf das kommende Jahr.“
Unter „Downloads“ haben wir das Programm für 2026 hinterlegt


































