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Leutkirch – Ein eher kühler Abend. Unter 20 Grad. Mit heißer Musik. Am Samstagabend (22.8.) kamen im Innenhof der Brauerei Härle unter freiem Mondhimmel etwa 300 Reggae-Angerührte zusammen, um der Kölner Band „Marleys Ghost“ zu lauschen. „Everything gonna be alright“ – alles wird gut – so lautete die begeisternde Musikbotschaft der Reggae-Leute von Rhein.
Typische Reggae-Bässe waberten ab 20.30 Uhr vor der Härle-Brauerei. „In Köln ist es wärmer, aber hier ist es auch schön“, hieß es von der Bühne an der Brauereimauer. Dort nahm Sänger Sebastian Sturm mit einer Bob Marley zum Verwechseln ähnliche Stimme die Herzen des Publikums im Sturm.
Zunächst saßen viele gemütlich an den Biertischen vor der Bühne. Warum er eigentlich nicht tanze, fragte der Bildschirmzeitungs-Reporter einen der Besucher,. „Weil ich hier sitze“, lautete die Antwort, bevor der so Angesprochene sich erhob, sich in Richtung Bühnenkante bewegte und die Hüften kreisen ließ. Innerhalb einer halben Stunde schmolz der Abstand zwischen Bühne und tanzendem Publikum von 200 auf 30 bis 50 Zentimeter.
Vom Bildschirmzeitungs-Reporter darauf angesprochen, ob der Eindruck trüge, dass die hier zu sehenden 300 eher über als unter 50 Jahre alt seien, nickte eine erfahrene Konzertgängerin milde lächelnd. Aber auch erkennbar nicht wenige unter 30 waren da. Gefragt, was sie an diesem Abend so herzhaft tanzend in den Reggae-Jam bewogen habe, meinte eine dieser jüngeren „Marleys-Ghost“-Begeisterten: „Das ist Balsam für die Seele.“
So beseelt, feuerten sich Musiker und Publikum gegenseitig an. „Ich glaube, wir müssen ein bißchen Energie bei Euch anzapfen“, bekannte der „deutsche Bob Marley“ und fragte um 22.00 Uhr die rund 300 im Härle-Hof: „Habt Ihr Lust, mitzusingen?“. Jubel und erhobene Hände waren die Antwort. Und dann stimmte der so entstandene Chor der 300 im Härle-Innenhof zusammen den Bob-Marley-Hit an: „Don’t worry about the things“ – regt Euch nicht über die Dinge auf. Schließlich entwickle sich „evething allright“ – alles in die richtige Richtung.
Unverzichtbar: „No woman, no cry“
Dieses Publikum sei einfach „großartig“. So der US-amerikanische Gitarrist Matthew Sonnicksen über die sonnige Stimmung bei der Härle-Mondnacht. Dafür gab’s dann auch gleich die Zugabe – mit dem Höhepunkt (fast) jeden Reggae-Konzerts: „No woman, no cry“. Die, die sich am Samstagabend dort für „Marleys Ghost“ begeisterten, zeigten erfüllt-gelöste Gesichtsausdrücke. Wohl beglückt vom Ziel der Band, „Liebe zu verbreiten“.
Text und Fotos: Julian Aicher
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