Die kleine Hexe verzauberte das „Theater unter der Linde“


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Immenried – Fünf Abende, ein ausverkauftes „Theater unter der Linde“ und begeisterter Applaus: Mit „Die kleine Hexe“ hat das Jugendtheater Immenried einmal mehr bewiesen, welch hohes Niveau die Open-Air-Aufführungen der „Young Stage“ erreicht haben. Vom 29. Juli bis 2. August verwandelte sich der überdachte Schulhof der Grundschule Immenried in den sagenumwobenen Blocksberg – das Publikum ließ sich gerne in die Welt der kleinen Hexe entführen.
Schon zwei Wochen vor der Premiere waren die Vorstellungen nahezu ausverkauft. An der Abendkasse waren praktisch keine Karten mehr erhältlich. Vermutlich hätte auch eine sechste Vorstellung mühelos ihr Publikum gefunden.
Mit „Die kleine Hexe“ nach dem bekannten Kinderbuch von Otfried Preußler, in der Bühnenfassung von John von Düffel, brachte das Ensemble eine Geschichte auf die Bühne, an der sich schon Generationen erfreut haben: Die erst 127 Jahre alte kleine Hexe ist für die Walpurgisnacht noch viel zu jung und wird deshalb vom Hexentanz ausgeschlossen. Um doch noch teilnehmen zu dürfen, soll sie beweisen, dass sie eine „gute“ Hexe ist. Gemeinsam mit ihrem klugen Raben Abraxas erlebt sie zahlreiche Abenteuer und stellt dabei so manche Regel der Hexenwelt auf den Kopf.
Bereits die originelle Anmoderation machte Lust auf den Theaterabend. Die beiden Reiseleiter Lutz Herdrich und Benno Halder schlüpften als „Blendikus“ und „Schwindulus“ in die Rollen zweier ebenso wortgewandter wie humorvoller Fremdenführer und nahmen das Publikum mit auf eine augenzwinkernde Reise zur Walpurgisnacht auf den Immenrieder Blocksberg. Mit viel Wortwitz, fantasievollen Einfällen wie den selbstfliegenden „Immentrans 2000“-Transportbesen und charmanten Hinweisen – etwa zum Ausschalten der Handys, um die scheuen Hexen nicht zu verärgern – sorgten sie bereits vor dem ersten Vorhang für beste Stimmung.
Besonders bemerkenswert war das Regiedebüt von Franziska Ettmüller beim Jugendtheater. Nachdem sie bereits beim Kindertheater Regieerfahrung gesammelt hatte, führte sie nun erstmals bei einer „Young Stage“-Produktion Regie. Die Inszenierung überzeugte durch Tempo, Humor und viele liebevolle Details, ließ den Figuren ausreichend Raum und schaffte es zugleich, die zeitlose Botschaft von Mut, Freundschaft und Zivilcourage lebendig werden zu lassen.
Im Mittelpunkt stand Leonie Oberhofer als kleine Hexe. Sie trug die Aufführung nahezu durchgehend, war in fast jeder Szene präsent und meisterte die enorme Textmenge mit beeindruckender Sicherheit. Mit Spielfreude, Natürlichkeit und einer glaubwürdigen Mischung aus kindlicher Neugier, Trotz und Herzlichkeit verlieh sie der Titelrolle großes Format. Ihr treuer Begleiter Noah Frei als Rabe Abraxas ergänzte sie dabei hervorragend. Mit Witz, Charme und klugen Kommentaren führte er gemeinsam mit der kleinen Hexe durch die Handlung.
Auch das übrige Ensemble überzeugte mit einer geschlossenen Leistung und großer Vielseitigkeit. Die meisten Darsteller schlüpften im Laufe des Abends gleich in mehrere Rollen: Leonie Kunzendorf als Rumpumpel und Holzsammlerin, Jule Patscheider als Oberhexe und Holzsammlerin, Lilli Patscheider als Ursel und Holzsammlerin, Sebastian Bader als Thomas, Mia Baumann als Knusperhexe und Marktfrau, Pauline Bischofsberger als Sumpfhexe und Marktfrau, Amélie Schick als Kräuterhexe und Marktfrau, Leo Halder als Billiger Jakob, Unterfeldwebel und Schuster-Sepp, Janis Reiser als Revierförster und Hauptmann, David Schwarz als Maroni-Mann und Fähnrich, Samuel Oberhofer als Schneider Fritz, Emelin Hausmann als Blumenmädchen und Schneemann sowie die Statisten Sarah Gieler und Barbara Weishaupt als Hexen und Marktfrauen.
Die Handschrift von Fabian Frisch und Michael Keck zeigte sich vor allem im Bühnenbild und den raffiniert umgesetzten Spezialeffekten. Neben der großen Hauptbühne entstand seitlich des Publikums mit dem Hexenhaus ein zweiter, liebevoll gestalteter Spielort. Mit großer technischer Raffinesse setzten die beiden Bühnenbauer immer wieder magische Momente in Szene: Eine schwebende Teekanne, fliegende Besen und durch die Luft gleitende Bücher sorgten für staunende Blicke und machten den Zauber der kleinen Hexe auf eindrucksvolle Weise erlebbar.
Zum stimmigen Gesamtbild trugen auch die vielen Helfer hinter den Kulissen bei. Die liebevoll gestalteten Hexengewänder, Uniformen und Marktfiguren ließen die Märchenwelt der kleinen Hexe lebendig werden. Verantwortlich dafür waren Gina Berger, Silke Ettmüller, Leni Frisch, Laura Haidorf und Olivia Frei. Ebenso zuverlässig arbeitete das Technikteam mit Julius Högerle, Mäxi Haidorf und Florian Fick, die Ton und Technik während der Aufführungen sicher im Griff hatten. Lilo Frisch sorgte am Vorhang für den reibungslosen Ablauf der Szenenwechsel, während Ida Bodenmüller als Souffleurin den Darstellerinnen und Darstellern im Hintergrund Sicherheit gab.
Der Erfolg der Aufführungen beruhte jedoch nicht allein auf den Akteuren auf der Bühne. Vom Bühnenbau über Technik, Maske und Requisite bis hin zu Bewirtung, Kasse sowie Auf- und Abbau waren zahlreiche Helfer im Einsatz. Gerade dieses ehrenamtliche Engagement prägt seit vielen Jahren die „Young Stage“ des Theatervereins Immenried und macht das „Theater unter der Linde“ zu etwas Besonderem.
Nach fünf erfolgreichen Sommerabenden richtet sich der Blick nun bereits auf die nächste Produktion. Zum Wintertheater 2026/2027 bringt de „Classic Stage“ des Theaters Immenried die Komödie „Der Vorname“ auf die Bühne – und nach dem großen Erfolg von „Die kleine Hexe“ dürfte auch dort das Interesse des Publikums wieder entsprechend groß sein.



































































