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Isny (mp) – Wie setzt die Stadt Isny den neuen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für Grundschüler um? Im Interview erklärt Alexandra Kreisle, Sachgebietsleiterin Kinder, Jugend, Familie, Senioren, die bestehende Infrastruktur und die Pläne für die kommenden Jahre.
Frau Kreisle, seit dem 1. August 2026 gibt es in Deutschland einen stufenweisen Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter. Was heißt das genau?
Kreisle: „Das heißt, dass pro Schuljahr eine Klassenstufe mehr den Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung hat, bis zu acht Stunden pro Tag von Montag bis Freitag und in allen Ferien – mit Ausnahme von 20 Wochentagen im Jahr. Beginnend mit Klassenstufe eins ab Schuljahr 2026/2027. Im Schuljahr 2027/28 kommt Klassenstufe zwei hinzu, bis ab dem Schuljahr 2029/30 alle vier Grundschulklassenstufen einen Rechtsanspruch haben.“
Was bietet die Stadt Isny im Schuljahr 2026/2027 an, um diesem Anspruch gerecht zu werden?
Kreisle: „Wir haben in Isny bei der Schulkindbetreuung bereits eine gut ausgebaute Infrastruktur. Das ausführliche Angebot ist auch auf www.isny.de/schulkindbetreuung zu finden. In Isny haben wir neben der Verlässlichen Grundschule, also der Betreuung vor und nach dem Unterricht bis maximal 14.00 Uhr, auch eine Hortbetreuung an fünf Tagen pro Woche ab 7.00 Uhr bis maximal 17.00 Uhr, oder auch Angebote in den Kindertageseinrichtungen St. Josef und Nikolaikinderhaus. Auch an den Grundschulen in den Ortschaften werden tageweise Betreuungsangebote gemacht, vor und nach dem Unterricht, teils bis 16.00 Uhr beziehungsweise maximal 17.00 Uhr. Auch die Ferienangebote unter anderem über das Schülerhaus wurden in den vergangenen Jahren ausgeweitet. Zusätzlich gibt es die Ferienangebote über das ,Ferien in Isny,… da geht was‘-Programm in den Sommerferien für Kinder zwischen 10 und 13 Jahren, oder über das Kinderferienprogramm organisiert durch die Stadt Isny, in den ersten drei Sommerferienwochen mit einem großen Angebot an Aktivitäten, Sportangeboten, Bastelaktionen, Führungen und Workshops.“ Anbieter sind hier bereits seit Jahren ganz verschiedene Personen und Gruppen/Vereine.
Wie viele Kinder betrifft die Schulkindbetreuung in Isny und den Ortschaften?
Kreisle: „Insgesamt sind 152 Kinder in der Schulkindbetreuung für das Schuljahr 2026/27 angemeldet, davon 51 Erstklässler, für die der Rechtsanspruch ab diesem Schuljahr gilt.“
In einem Jahr ziehen Grund- und Förderschule in die umgebauten Gebäudeteile E+F. Was ändert sich dadurch?
Kreisle: „Vor allem die Platzkapazitäten werden mehr sein. So schön es sicher auf dem Siloahgelände war, aber es war vor allem auch beengt für eine vierzügige Grundschule. Auch die Eduard-Schlegel-Schule hat in den vergangenen Jahren mehr Schüler aufgenommen, und hat dadurch immer mehr mit Platznot zu kämpfen. Die Eduard-Schlegel-Schule und die Grundschule am Rain werden ab Sommer 2027 unter einem Dach in den neuen Räumlichkeiten beheimatet sein. Zudem wird ein schöner, entsprechend den Bedürfnissen der Kinder angelegter Außenspielbereich entstehen. Auch die Angebote der bisherigen Schülerbetreuung werden in die Räumlichkeiten im Dachgeschoss einziehen und in das Ganztagsschulkonzept eingebunden sein. Die Wege werden für alle, vor allem für die Kinder, deutlich kürzer, da alles unter einem Dach ist und auch die Mensa dann nur noch ein paar Schritte entfernt ist.“
Warum genau hat der Entwicklungsrat empfohlen, die Einführung der Ganztagsschule für Grund- und Förderschule um ein Schuljahr auf das Schuljahr 2028/2029 zu verschieben?
Kreisle: „Der Entwicklungsrat ist dabei einzelne Bereiche herauszuarbeiten, die es mit Blick auf das Ganztagsschulkonzept genauer zu planen und zu organisieren gilt. Hierbei wurde schnell deutlich, dass es für eine gute Planung und Organisation eines solchen Schulbetriebs, mit ergänzender kommunaler Betreuung im Haus, eines genauen und verbindlichen Startzeitpunkts bedarf. Der geplante Umzug der beiden Schulen in den Sommerferien 2027 stellt eine sehr eng getaktete Einzugsphase dar, zudem kommen sowohl die Kinder als auch die Lehrer in ein komplett neues Umfeld, das es zu beleben gilt, was für alle Beteiligten, auch mit Blick auf die Kinder, eine Herausforderung wird. Nach reiflichen Überlegungen wurde daher aus dem Entwicklungsrat heraus die Empfehlung ausgesprochen, dass es für einen gelingenden Ganztag von Beginn an sinnvoll wäre, den Start der Ganztagsschule um ein Jahr auf das Schuljahr 2028/2029 zu verschieben. „Somit kann ein verlässlicher und planbarerer Start gewährleistet werden. Vor allem haben die Schulen ausreichend Zeit, sich mit den Kindern im neuen Gebäude einzuleben. Dies bietet allen beteiligten Parteien, den Schulen, den außerschulischen Partnern und der Kommune, aber auch den Familien Planungssicherheit.“
Wie soll das Betreuungskonzept ab dem Schuljahr 2028/2029 aussehen?
Kreisle: „Tatsächlich arbeiten wir gerade an diesem Konzept sehr intensiv. Unter anderem haben wir uns bereits Konzepte und Modelle anderer Schulen angeschaut, die vergleichbar mit unserer Schulgröße und unserem Ganztagsschulmodell sind. Da wir eine Ganztagsschule an 3 Tagen haben werden muss an den verbleibenden 2 Tagen zusätzlich eine kommunale Betreuung angeboten werden. Auch die tägliche Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn wird durch die kommunale Betreuung abgedeckt, wie auch das Mittagsbetreuungsband mit Mittagessen. Insgesamt gilt es eine gute Verzahnung zwischen den beiden Schulen und der kommunalen Betreuung aufzubauen. Genau daran arbeitet der Entwicklungsrat mit seinen speziellen Untergruppen gerade.“
Den Link zum Punkt „Schulkindbetreuung“ auf der Webseite der Stadt haben wir unter dem roten Link-Balken in der rechten Spalte hinterlegt
































