Die Klangästhetik des Frühbarock begeisterte in der Marienkapelle


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Isny – Weniger ein Konzert als vielmehr eine musikalische Zeitreise erwartete die Gäste, die am 19. September das Konzert des Ensembles SED FORMOSA im Schloss Isny besuchten. Denn das Publikum konnte sich in der ausverkauften Marienkapelle über bestechend genaue Vertonungen frühbarocker Musik von oberschwäbischen Komponisten freuen. Die ausgewählten Werke zeichnen sich durch eine teils zarte, teils opulente Klangfülle aus, die die Musizierenden mit der virtuosen Beherrschung ihrer Instrumente und Stimmen in allen Facetten schillern ließ.
Dank der ausgezeichneten Akustik in der Kapelle brillierten die historischen Instrumente in all ihrem Klangreichtum und nahmen die Gäste so mit auf eine Reise durch die Jahrhunderte. Die Namen der Komponisten, die zwischen 1570 und 1702 lebten und an Adelshöfen, Abteien oder in Reichsstädten arbeiteten, wird man heutzutage schwerlich auf einer playlist finden – und das, obwohl in den letzten Jahren immer mehr Orchester die Originalklangbewegung für sich entdecken. So haben z.B. die Oper Zürich oder das BR Symphonieorchester Konzertreihen ins Leben gerufen, die sich dieser besonderen Vortragsweise widmen.
SED FORMOSA hat sich schon länger der Interpretation im Kontext mit der Epoche verschrieben und mit diesem außergewöhnlichen Konzert die Musik von Leopold von Plawenn, Thomas Eisenhuet oder Philipp Zindelin (um nur einige der vor dem Vergessen Geretteten zu nennen) aus dem Dornröschenschlaf erweckt. Pirmin Frisch, der nicht nur den Zink spielte, sondern auch die Konzeption des Konzerts erarbeitet hat, wurde unter der Leitung von Jörn Bartels an der Truhenorgel begleitet von Yukiko Hashimoto an der Barockposaune, Joachim Klingenfuß am Chitarrone, Martin Rupp an der Barockgeige und Uwe Schlottermüller am Dulzian.
Besondere Glanzpunkte setzten die Stimmen der Sopranistin Julia Frisch, die im Zusammenspiel mit Jakob Frisch (Altus/Tenor) sowie Aeneas Frisch (Tenor/Bass) für Gänsehautmomente sorgten. Das Ensemble überzeugte nicht nur mit der bestechend genauen Kenntnis der barocken Vortragsweise, sondern bezauberte vor allem auch mit seiner großen Spielfreude. Damals wie heute begeistert das musikalische Erbe Oberschwabens. Einen besseren Rahmen für die Präsentation dieser außergewöhnlichen Musik als die Marienkapelle hätte man sich dabei nicht wünschen können: das einzigartige Ambiente trug die brillante Vertonung der Musik mühelos über die Jahrhunderte. Am Ende dieses berührenden Konzerts sorgte der tosende Applaus des begeisterten Publikums dafür, dass sich SED FORMOSA gerne noch zu einer Zugabe überreden ließ. Alles in allem war das eine musikalische Zeitreise, die nicht besser hätte gelingen können.




























