

Kontakt
Redaktion
Anzeigen
Isny – Montagabend, 20. April. Ab 19.30 Uhr tagt der Technische Ausschuss des Gemeinderats Isny öffentlich im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Ein Thema: der Winterdienst. Klaus Hägele vom Ordnungsamt mahnt dabei Verpflichtungen der Anliegerschaft an: „Eigentum verpflichtet“ stehe schließlich schon im Grundgesetz.
Schnee von gestern? Nein. Während draußen erste Frühlingsblumen sprießen, befassen sich die Rätinnen und Räte mit dem Winterdienst. Er war während der vergangenen Monate insgesamt 224 Stunden unterwegs. Und dies teils schon ab 2.00 Uhr morgens. So schildert’s Bauhof-Chef Albert Kolb. „Das ist schon sehr beeindruckend“, lobt ihn dafür Robert Blaser-Sziede von den Grünen. Da spricht er für den gesamten Technischen Ausschuss.

Klaus Hägele vom Ordnungsamt und Bauhofleiter Albrecht Kolb (rechts) in der Sitzung des Technischen Ausschusses am 20. April. Foto: Julian Aicher
Mal Schneefall, dann Sonnenschein. Danach wieder Frost – mit dann gefrorenem Schmelzwasser samt Eisplatten auf Verkehrswegen. Der vergangene Winter brachte für Winterdienste so manche Herausforderungen. Aber nicht allein für sie. „Wer an einem Gehweg ist, hat Räumpflicht“, betont Ordnungsamtsleiter Klaus Hägele. Diese Regelung rühre schon allein vom Grundgesetz her: „Eigentum verpflichtet.“ Hägele: „Sie glauben gar nicht, wieviel Diskussionen es darüber gegeben hat.“ In mindestens einem Fall sei dabei keine Einigkeit erzielt worden – er werde vor Gericht fortgesetzt.
Bauhof-Leiter Albert Kolb bietet Einblicke in die anstrengende Arbeit der Winterdienste. Teils beginne sie bereits nachts um zwei. Dann gehe es um fünf oder sechs Uhr weiter. Kolb überrascht mit seiner Feststellung: „Der Fuß- und Radwegverkehr ist das erste, was es zu schützen gilt.“ Bei Bedarf sogar mit ordentlich Salz. Lieferdienste, die mit ihren Lkw etwa Supermärkte versorgen müssten, brächten für solche Regelungen nicht immer Verständnis auf. Kolb: „Das ist eine ganz ganz heikle Sache“.
Als besonders schwierig erweise sich das Ganze, wenn Schnee die Linienkennzeichnungen von Radwegen verberge. Dieses gefrorene Nass rasch zu entfernen, könne für den Räumdienst „den Supergau“ bedeuten. Für solche Notlagen beantragte Rainer Leuchtle von den Freien Wählern Sonderregelungen. Derweil lobt Robert Blaser-Sziede: „Die Radwege sind hervorragend geräumt.“ Um den Drahtesel-Begeisterten aber sichere Wege zu weisen, müssten für sie auch andere Routen eis- und schneefrei sein. „Die Schulrad-Wege, die sind sowieso im Salz“, antwortet Bauhof-Chef Kolb darauf. Und: „Wir haben Durchgangsstraßen, die schwarz und geräumt sind.“ Mehr lasse sich allenfalls noch mit einer „Priorisierung“ erreichen. Ricarda Mayer (Freie Wähler) sieht darin eine „gute Idee“.
Den Räumdiensten gedankt
Mehrmals bedanken sich Ausschussmitglieder für den Einsatz der Räumdienste. „Jetzt ist erstmal Sommer“, sagt Bürgermeister Rainer Magrenreuter, „und wir hoffen, dass wir da keinen Winterdienst brauchen.“
Julian Aicher
Anm. d. Red.: Die verspätete Veröffentlichung hat produktionsinterne Gründe. Sie geht nicht zu Lasten unseres Reporters, der zeitig geliefert hat. Die Redaktionsleitung hatte mit der Bürgermeisterwahl in Bad Wurzach alle Hände voll zu tun.

































