Baltringen / Mühlhausen – Welche Rolle spielte der Kirchenkritiker Martin Luther beim „Bauernkrieg“ vor 500 Jahren? Das ist noch immer eine kontrovers diskutierte Frage. Zweifelsfrei ist, dass seine „Lutherbibel“ in deutscher Sprache durch die technische Revolution des Buchdrucks eine immense Verbreitung und enorme Wahrnehmung erfuhr. Nicht anders seine Schrift „Von der Freyheith eines Christenmenschen“, erschienen 1520. Darin heißt es: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.“ Eine Feststellung, die sich auch in den Zwölf Artikeln der Bauern wiederfindet. Dennoch: Luther nutzte die „Bluttat von Weinsberg“, wo aufständische Bauern am 17. April 1525 den Grafen Ludwig von Helfenstein und einige seiner Gefolgsleute durch die Spieße jagten – was ein einmaliges Vorkommnis darstellte im Unterschied zu den tausenden zu Tode malträtierten Bauern – zu einer blutrünstigen Verbalattacke gegen die „mörderischen Rotten der Bauern“. Luther untersagte dem Landvolk, sich bei seinem Aufstand auf ihn zu berufen, und forderte den Adel auf, mit aller Härte gegen die Bauern vorzugehen. „Man soll sie zerschmeißen, würgen, stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund erschlagen muss.“ Das ist harter Tobak! Darüber sprach BLIX mit der promovierten Historikerin Susanne Kimmig-Völkner, die Direktorin der Mühlhäuser Museen war Gastrednerin am 16. November letzten Jahres zur Eröffnung der Ausstellung „Köpfe des Bauernkriegs“ in Baltringen.