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Jahreshauptversammlung des Bad Wurzacher Roten Kreuz

Rückblick auf ein arbeitsreiches und kameradschaftliches Jahr

Foto: Uli Gresser
„Licht für die Alten“ ist eine zentrale Aktion des Bad Wurzacher Roten Kreuzes. Jetzt erhielten die Bad Wurzacher dafür eine Auszeichnung auf Bundesebene.
veröffentlicht am: 06.04.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 8 Minuten

Bad Wurzach / Unterschwarzach – Der DRK-Ortsverband Bad Wurzach hielt am 27. März im Gasthaus „Hirsch“ in Unterschwarzach seine jährliche Mitgliederversammlung ab. In diesem Jahr durften Mitglieder und Gäste über einen roten Teppich schreiten, denn es galt Ehrungen und einen Film zu feiern. Über die Ehrungen hat die Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“ bereits berichtet (siehe Weiterleitung am Schluss dieses Artikel). Nun gehen wir auf die Leistungsbilanz des DRK-Ortsvereins ein.

Bevor Petra Greiner, die Vorsitzende des DRK-Ortverbandes in die Tagesordnung einstieg, bat sie die 32 Mitglieder und elf Gäste, sich zu Ehren für die im vergangenen Jahr verstorbenen DRK-Mitglieder für eine Gedenkminute zu erheben. Aus Bad Wurzach war dies Gerda Wiedemann, die 55 Jahre Mitglied im Ortsverband war.

Petra Greiner (Bild) eröffnete ihren Bericht für 2025 mit der Feststellung, dass dieses Jahr ein arbeitsreiches, anstrengendes, aber gleichzeitig auch sehr kameradschaftliches Jahr gewesen sei. „Neben den zahlreichen geplanten Sanitätsdiensten bei Narrensprüngen, am Heilig-Blutfest sowie bei Reit- und Fußballturnieren waren wir das ganze Jahr über für die Bürgerinnen und Bürger von ganz Bad Wurzach und den Teilorten im Einsatz.“

Vier Blutspendeaktionen durchgeführt

Doch die Arbeit des DRK Ortsverbandes beschränke sich nicht nur darauf. Ein wichtiger Bestandteil – und von unschätzbarem Wert für das Gesundheitssystem – sei die Unterstützung im Bereich der Blutspende: Bei vier Blutspendeaktionen konnten die Helfer 1001 Spender begrüßen, die dabei ca. 500 Liter Blut spendeten. „Besonders freut uns, dass wir 46 Erstspenderinnen und Erstspender willkommen heißen durften.“ Großer Dank dafür an die beiden Verantwortlichen Frank Fäßler für Bad Wurzach und Christa Müller-Angele für Seibranz. Das sei nun der richtige Platz, deren Wirken entsprechend zu würdigen.

Präventionsarbeit im Gesundheitsbereich leisteten Silvia Neubauer und Rosi Rast mit ihrer Seniorengymnastik an zwei Standorten Bad Wurzach und Ziegelbach.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des DRK-Vereinslebens sind die Veranstaltungen wie Frühlingscafé, Tombola auf dem Stadtfest, die Buden auf dem Weihnachtsmarkt sowie die Weihnachtsaktion „Licht für die Alten“. Dahinter stecke viel Arbeit: Planen, organisieren, Spenden-Akquise und vieles mehr.

Doch diese Veranstaltungen seien von großem Wert: Auch aus finanzieller Sicht: „Alles, was wir im Ehrenamt benötigen – Material, Fahrzeuge, Ausstattung, Kleidung – muss vom Ortsverein selbst finanziert werden.“ Der Ortsverein finanziert sich aus Spenden, Unterstützung durch Fördermitglieder, den Einnahmen aus Einsätzen und Veranstaltungen sowie die Unterstützung durch die Stadt.

155 Aktive

Die 155 aktive Helfer hatten 2025 3568 Stunden geleistet. Wobei nicht jedes Mitglied gleichviele Stunden leisten könne. „Deshalb ist es wichtig, dass wir einen großen Pool an Aktiven im DRK-Ortsverein haben.“ Die meisten Stunden werden im Ehrenamt zusätzlich zum eigenen Beruf zu Zeiten geleistet, an denen andere frei haben:aAbends und am Wochenende. Daher sei die Gewinnung neuer Mitglieder eine Herausforderung. „Denn wer sich bei uns engagiert, entscheidet sich ganz bewusst dafür, einen erheblichen Teil seiner Freizeit dem Ehrenamt zur Verfügung zu stellen.“

Kameradschaft und Geselligkeit

Sommerfest, Kässpätzleessen, Weihnachtsessen oder die monatlichen Henry-Treffs: „Neben all der Arbeit kommt bei uns aber auch die Kameradschaft nicht zu kurz – denn sie ist die Basis für funktionierende Einsätze. “ Der zweitägige Lehrausflug führte den Ortsverein zu den Kollegen nach Reutlingen mit dem Highlight des Besuches im Kriminalmuseum. Anschließend lernte man viel über die Geschichte Tübingens auf einem Stocherkahn.

Warum die Teilnehmer der Versammlung beim Eintritt in den Saal des Gasthauses „Hirsch“ einen Hauch von Hollywood spürten, indem sie über einen roten Teppich schreiten durften, erklärte Petra Greiner. Das DRK war für eine Baumpflanzaktion nominiert worden, dessen Ergebnis in einem kleinen Film festgehalten werden sollte. Weil die Vorstandschaft das entstandene Werk für sehr gelungen hielt, wurden nach der kleinen, für viel Heiterkeit sorgenden Filmvorführung wie bei den Oscars in Hollywood an die „Filmschaffenden“ entsprechende Preise verliehen.

Oscar-Verleihung beim Bad Wurzacher DRK: Unser Bild zeigt die DRK-Filmer Cornelia Schmid, Nick Leupolz, Monika Brugger und Leonie Hofer.

Auch Prof. Dr. Dieing vom Kreisverbandspräsidium durfte über den roten Teppich schreiten.

„Licht für die Alten“

Für die Aktion „Licht für die Alten“ erhielt der Ortsverband in der Kategorie „Unterstützung des Ehrenamtes“ beim Wettbewerb um den Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ganz offiziell einen Preis verliehen. Diesen überreichte Greiner im Rahmen der Versammlung – stellvertretend für alle – an Leonie Hofer, die das Projekt seit fünf Jahren leitet, sowie August Hartmann, der von Beginn an mit dabei war.

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Leonie Hofer (rechts) und August Hartmann freuen sich über die Auszeichnung für „Licht für die Alten“.

Die DRK-Bereitschaftsgruppe

Nick Leupolz (Bild), Einsatzleiter der DRK-Bereitschaftsgruppe des Ortsverbandes, berichtete von den Einsätzen der Gruppe. Er konnte bei den Helfern vor Ort (HvO) von einem im Vergleich zum Vorjahr bedeutend ruhigeren Jahr mit „nur“ 56 Einsätzen sprechen. Gestiegen sind dagegen die Einsatzstunden von Monika Brugger und Ingrid Gapp bei PNSV-Einsätzen auf 151 (PNSV = psychosoziale Notfallversorgung). Die Bereitschaftsgruppe kam insgesamt auf vier „richtige“ Einsätze sowie drei Fehlalarmierungen. Leupolz wies auf die große Bedeutung der alljährlich vier Blutspendeaktionen hin. Die Standard-Dienstabende seien das Herzstück der Gruppe. Aber genauso wichtig seien Weiterbildungen oder der Helfertag des Kreisverbandes Wangen, der zudem eine schöne Möglichkeit zum Austausch bietet. Ein Herzensprojekt ist aktuell der Aufbau einer Verpflegungsgruppe, um im Einsatzfall die Verpflegung sicherzustellen.

Beim Blaulichttag hatte ihn gefreut, dass viele – auch kleine Kinder – sehr an der Arbeit des DRK interessiert waren. Auch Leupolz erwähnte den Ausflug, der auch ein Zeichen der Wertschätzung für die Familienangehörigen sei, die oft auf ihre Partner verzichten müssen.

DRK-Sozialarbeit

Silvia Neubauer (Bild) trug den Bericht der DRK-Sozialarbeit vor. Das Jahr eröffnete die Ortsgruppe Seibranz mit ihrem Dreikönigs-Seniorentreff, wo bei selbstgebackenen Kuchen Weihnachtslieder gesungen und Sketche aufgeführt wurden. Im März fand das Frühlingscafé im Pius-Scheel-Haus statt. Neubauer dankte allen Helfern von Sozialarbeit und Bereitschaft für den schönen Nachmittag. Ebenfalls unternahm die Sozialarbeit wieder Fahrten für die Lebenshilfe, zum Beispiel ins Theater. Auch die Gymnastikgruppen waren mit einem Durchschnitt von elf Personen pro Gruppe jeweils sehr gut besucht. Ebenfalls sehr wichtig sei dabei das anschließende Kaffeetrinken oder Eisessen. Insgesamt verbuchte die Sozialarbeit 447 Stunden.

Das Jugendrotkreuz

Leonie Hofer trug den Bericht des JRK vor. Die Gruppenabende seien vom wöchentlichen Rhythmus auf 14-täglich umgestellt worden, damit waren es 2025 18 Gruppenabende. Arbeitseinsätze hatten Jugendrotkreuzler beim WuLaLa, am Blutfreitag und beim Stadtfest. Großes Highlight ist alljährlich das Zeltlager für die Kinder und Jugendlichen, an dem im letzten Jahr 80 Kinder und 24 Betreuer teilnahmen. Fleißig dabei sind die Jugendlichen auch bei der JRK-Aktion „Licht für die Alten“. Die sich auch bis nach Berlin herumgesprochen hat, wie die bereits von Petra Greiner erwähnte Preisverleihung beweist.

Kassiererin Julia Pätzold (Bild) trug den Kassenbericht vor. Bei der Kasse des Ortsverbandes bewegten sich im Jahre 2025 die Einnahmen auf einem stabilen Niveau. Die Verabschiedung des von Pätzold erstellten Haushaltplanes sieht für 2026 einen Überschuss von einigen hundert Euro vor. Er wurde einstimmig von den Mitgliedern angenommen. Kassenprüfer Edwin Krattenmacher bescheinigte ihr eine einwandfreie Kassenführung.

„Ich bin geplättet“

Heinrich Vinçon (Bild), der stellvertretend für die Bürgermeisterin die Versammlung besuchte, fand in seinem Grußwort die Berichte beeindruckend: „Ich bin geplättet, was Ihr alles macht und wo Ihr überall dabei seid.“ Er sorgte als Wahlleiter für die Entlastung des Vorstandes.

Grüße der Aitracher

Sascha Vitas (Bild) überbrachte die Grüße des Ortsvereines Aitrach. Während der Fasnet machen die Wurzacher in Aitrach Sanitätsdienste, während die Aitracher beim Heiligblutfest in Bad Wurzach helfen.

Bericht des Kreisverbandsarztes

Prof. Dr. Wolfgang Dieing (Bild), der Kreisverbandsarzt, berichtete über die Neuigkeiten aus dem Kreisverband. So erklärte er für den wichtigen Bereich der Blutspende, dass die Ortsverbände für alle Anschaffungen, die in diesem Zusammenhang erfolgen, mit 75 % Förderung rechnen können. Die Anmeldung zur Blutspende erfolgt per Fragebogen. Die dadurch erhobenen Daten können auch für die weltweite Typisierung für die Stammzellenspende verwendet werde. Am besten seien Fremdspenden für die Stammzellentherapie geeignet, räumte er mit dem Vorurteil, dass Verwandte da besser geeignet seien, auf. Dieing berichtete auch darüber, dass der Kreisverband auf Fördermitglieder angewiesen sei. Die Altkleidersammlung, bei denen nur Stoffkleidung gesammelt wird, denn synthetische Kleider gehörten in den Müll, sei aufgrund der vielen Krisengebiete auf der Welt wieder aktuell. Es werden wieder Lager dafür angelegt. Der Kreisverband hat sein Engagement in der Kindertagespflege durch die Übernahme des St. Verena-Kindergartens in Bad Wurzach verstärkt. DRK-Helfer werden jetzt Feuerwehr und THW im Landeskatastrophenschutzgesetz entschädigungsmäßig gleichgestellt. Dieing hält es im Kriegsfall für problematisch, dass es in unserer Raumschaft nur noch im Bundeswehrkrankenhaus Ulm die Möglichkeit von unterirdischen Lagerräumen und Operationssälen gibt. Der Hausnotruf sei für ältere Menschen eine wichtige Einrichtung. Auch dafür seien viele Mitarbeiter im Einsatz, damit bei einem Fehlalarm nicht gleich der Rettungswagen kommt.
Text und Fotos: Uli Gresser

Zwei weitere Bilder in der Galerie

Unseren ersten Bericht zur am 27. März abgehaltenen Jahreshauptversammlung des Bad Wurzacher Roten Kreuzes finden Sie nachstehend unter „Lesen Sie hierzu auch …“

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