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Rehaklinik Bad Wurzach

Kliniktalk mit Maximilian Mechler – ein großer Publikumserfolg

Foto: Uli Gresser
Christof Folkerts, Maximilian Mechler und Pepe Kaiser (v.l.n.r.).
veröffentlicht am: 17.07.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach – Mit „Lebenswege – der Kliniktalk“ startete die Rehaklinik Bad Wurzach ein neues Veranstaltungsformat rund um persönliche Geschichten, Motivation und den Umgang mit Herausforderungen. Die Auftaktveranstaltung „Maximilian Mechler – Vom Spitzensport lernen: Umgang mit Druck, Motivation und Rückschlägen“ fand am Mittwochabend, 15. Juli, im Foyer der Reha-Klinik Bad Wurzach statt. Sozusagen als „Versuchskaninchen“ – O-Ton von Moderator Christof Folkerts – hatte sich der ehemalige Profi-Skispringer Maximilian Mechler aus Isny zur Verfügung gestellt.

Mit dem Kliniktalk möchte die Rehaklinik Bad Wurzach den Menschen aufzeigen, dass das Leben immer wieder Höhen und Tiefen bereithält – und dass es sich lohnt, auch in schwierigen Phasen dranzubleiben. Besonders für die Patientinnen und Patienten der Klinik soll die Veranstaltung Motivation und Zuversicht vermitteln.

Mit Maximilian Mechler konnte die Klinik für die erste Veranstaltung einen Gesprächspartner gewinnen, dessen sportliche und persönliche Geschichte beispielhaft für das Thema des Abends und das Format steht. Bereits in jungen Jahren galt der Allgäuer Skispringer als Jahrhunderttalent und möglicher Nachfolger von Sven Hannawald und Martin Schmitt, mit denen er selbst noch gesprungen ist. So erzählt der bescheiden, ja fast schüchtern auftretende ehemalige Spitzensportler und jetzige Nachwuchstrainer von dem Riesenhype, der um die beiden Ikonen des deutschen Skisprungs gemacht wurde: „Wenn Du irgendwo durch eine Menschenmenge durch musstest, hast du damals am besten großen Abstand zu den Beiden gehalten, dann warst du schneller.“

Die Leidenschaft für den Wintersport wurde Maximilian Mechler in die Wiege gelegt: Sein Vater Sepp Mechler war viele Jahre Vorsitzender des WSV Isny. „Mit fünf Jahren hab‘ ich mit Skispringen angefangen“, sagte Maximilian Mechler im Foyer der Klinik und fügt an: „Es ist bis heute meine Leidenschaft.“ Der ehemalige Spitzensportler erinnerte sich mit großer Dankbarkeit daran, wie sein Vater gemeinsam mit Vereinsmitgliedern die Hasenberg-Schanzen in Isny in Eigenleistung errichtete. Nach seinen ersten Skiversuchen im Kindergartenalter folgte in der Jugend eine beeindruckende Karriere: Als eines der größten Talente des deutschen Skispringens gilt Mechler früh als möglicher Nachfolger von Martin Schmitt und Sven Hannawald und schaffte mit 19 Jahren dann auch den Durchbruch zur Weltspitze.

Vielleicht auch wegen zu großer Erwartungen von anderen , aber auch von sich selbst gelang es ihm zunächst nicht, sich dauerhaft in der Weltspitze zu etablieren. Zeitweise musste er sogar wieder in der zweiten Liga des Skispringens , dem Continentalcup antreten. „Viele hätten an diesem Punkt aufgegeben.“ Nicht so der heute 42jährige Maximilian Mechler: Statt aufzugeben, entscheidet er sich jedoch für einen Neuanfang, zieht nach Freiburg und trainiert in Hinterzarten bei Stefan Horngacher, der zuletzt als Bundestrainer mit Andreas Wellinger, Karl Geiger und Markus Eisenbichler viele Erfolge feierte. Er kämpfte sich Schritt für Schritt zurück. Und schaffte sechs Jahre später als vergleichsweise „alter“ Skispringer – mit 28 Jahren – erneut den Sprung zurück in die erweiterte Weltspitze und bei der Skiflugweltmeisterschaft 2012 in Vikersund (Norwegen) mit der Teamsilbermedaille seinen größten Erfolg.

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Sich nicht nur über Leistung definieren

Das Publikum hörte ganz genau hin, als Mechler schilderte, wie er lernen musste, sich nicht alleine über seine Leistung zu definieren. „War der Skisprung-Tag gut, ging es mir auch gut. Sonst nicht“, gab er dem Publikum einen Einblick in seine damalige Gefühlswelt. „Ich musste lernen, das Skispringen nicht mit dem eigenen Selbstwertgefühl gleichzusetzen.“ Den Talk-Besuchern und Patienten gab er mit auf den Weg, dass es nach einer schlechten Phase „Stück für Stück“ wieder aufwärts gehe. Im Rückblick zeigte er sich zufrieden mit seiner Karriere, auch wenn er nicht die ganz großen Erfolge etwa bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen feiern konnte. Auf die Frage, warum er nie ans Aufhören gedacht habe, als es nicht gut  lief, sagte Mechler: „Skispringen war mein Leben. Rückschläge sind immer Teil des Sportes.“

Heute arbeitet Maximilian Mechler als Stützpunkttrainer der deutschen Skispringer in Oberstdorf u.a. mit den Spitzenspringern Karl Geiger und Olympiasieger Philipp Raimund. Auch privat bleibt Skispringen ein fester Bestandteil seines Lebens: Seine sechsjährige Tochter und sein siebenjähriger Sohn haben bereits mit dem Springen angefangen.

Bei der anschließenden Fragerunde erklärte ein Patient, dass ihm der von Mechler geschilderte Weg der kleinen Schritte bei seiner Rehabilitation sehr geholfen habe. Weitere Themen betrafen die Vermarktung von Sportlern über Social Media, auch und gerade  für junge Sportler.

Auch die in den letzten Jahren immer mehr in die Diskussion geratenen Sprunganzüge wurden dabei thematisiert. Ständig wechselnde Reglements sorgten für immer mehr Tüfteleien. Aber er zeigte sich überzeugt davon, dass die deutsche Mannschaften für die nächste Saison gut gerüstet sind.

Nächster Talk am 26. August

Der nächste Talk ist bereits auf den 26. August terminiert: Um 19.30 Uhr wird kein Geringerer als der Herr über alle Waldburg-Zeil´schen Kliniken, der Geschäftsführer Ellio Schneider, der 30 Jahre an der Spitze eines der größten privaten Klinikverbünde stand und der demnächst in Ruhestand gehen wird, sich den Fragen von Moderator Christof Folkerts stellen.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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