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    Leserbrief

    Johannes Nepomuk würde ablehnen

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    veröffentlicht am: 23.01.2026
    Autor: Lukas Häfele
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Zum Artikel „Haushalt gebilligt – Viele lokale Anliegen im Fokus (DBSZ am 22. Februar)

    Im Bericht über die Haushaltsberatungen im Ortschaftsrat Hauerz wird gefragt: „Was wohl der heilige Nepomuk zum Zustand der Bachstraße denkt? Wer diese Frage ernstnimmt, denkt auch an Verantwortung, Ehrlichkeit und daran, wie heutige Entscheidungen über die Zukunft von Menschen und Umwelt entscheiden.

    Johannes Nepomuk, Priester und Theologe des 14. Jahrhunderts, stand für Gewissenstreue und Wahrhaftigkeit. Er weigerte sich, Vertrauen zu brechen – selbst um den Preis seines Lebens.
    Als Schutzpatron der Brücken und Gewässer steht er sinnbildlich dafür, Schaden von anderen abzuwenden.

    Gemessen an diesen Werten wirkt die Argumentation der Stadtspitze widersprüchlich: Bürgermeisterin Scherer stellt den Entwurf als familienfreundlich, dar und betont zugleich, er komme „ohne Neuverschuldung” aus und sei damit Ausdruck von Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit.  Generationengerechtigkeit bedeutet aber heute, dort zu investieren, wo morgen Schäden vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel ausreichende Investitionen in erneuerbare Energien.

    Fachleute rechnen in Deutschland mit bis zu 900 Milliarden Euro an Folgekosten, wenn der Kurs nicht geändert wird. Auf die Frage, ob die zu erwartenden Umweltschäden für Bad Wurzach in den nächsten 25 Jahren eher im Millionen- oder sogar im Milliardenbereich liegen könnten, konnte Frau Scherer keine Angaben machen. Wer heute von Generationengerechtigkeit spricht, muss diese Größenordnung zumindest abschätzen und in Entscheidungen mitdenken – sonst werden Kosten und Risiken stillschweigend in die Zukunft verschoben. Am Ende zahlen kommende Generationen die Zeche für Schäden an Infrastruktur, Eigentum und Lebensqualität.

    Temperaturänderung der letzten 20 000 Jahre © DPG /Gehlen

    Was in ein paar Jahren ganz viele Wurzacher sagen werden
    Schon wieder Hochwasser.
    Schon wieder Stromausfall nach dem Sturm.
    Schon wieder Ernteausfälle.
    Dabei haben wir doch immer „vernünftig” gewählt.
    Jetzt zahlt die Versicherung nicht.
    Der Ärger wächst – aber verantwortlich fühlt sich niemand.

    So entsteht ein Teufelskreis aus Bequemlichkeit, Verdrängung und Zorn. Johannes Nepomuk hätte ihn erkannt. Er hätte widersprochen. Genau deshalb würde er diesen Haushalt ablehnen.
    Lukas Häfele, Ziegelbach

    Anm. d. DBSZ-Red.: Der Leserbrief von Lukas Häfele enthält weiterführende Links. Diese sind aktivierbar in beigefügter PDF.

    Leserbriefe sind Meinungsäußerungen. Die Redaktion der Bildschirmzeitung akzeptiert ein breites Spektrum an Meinungen. Nicht veröffentlich werden extremistische, persönlichkeitsverletzende oder offensichtlich wahrheitswidrige Äußerungen.

    Bevorzugt veröffentlichen wir Leserbriefe zu lokalen und regionalen Themen. Aber auch Meinungsäußerungen zu allgemeinen Themen, die die hiesige Leserschaft bewegen, werden gerne entgegengenommen.

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    Lukas Häfele
    veröffentlicht am
    23.01.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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