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Bad Wurzachs großer Rad- und Wandertag (Bericht 1)

Haidgaus Besonderheit: die afrikanische Messe

Foto: Uli Gresser
Afrikanische Trommeln auf der Empore: Das gibt es nur in Haidgau.
veröffentlicht am: 30.06.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Haidgau – Dass der langjährige Ortspfarrer Dr. Deogratias Bukenya (gestorben 2012) in Haidgau unvergessen ist, zeigte sich beim Eröffnungsgottesdienst zum diesjährigen Rad- und Wandertag in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Der große Bad Wurzacher Rad- und Wandertag hatte am Sonntag (28.6.) zahlreiche Radler- und Wanderergruppen aus allen Ortschaften und der Kernstadt nach Haidgau geführt.

Pfarrer Patrick Meschenmoser stand der afrikanisch geprägten Messfeier in Haidgau vor. Diese besondere örtliche Liturgie ist dem 2012 verstorbenen Dr. Deogratias Bukenya zu verdanken; der aus Uganda stammende Priester hatte jahrzehntelang die Haidgauer Pfarrgemeinde geleitet. Sein Porträt war auf dem Altar aufgestellt.

Gemeinsam mit dem Haidgauer Kirchenchor unter der Leitung von Vera Schodlock begleitete eine örtliche Trommlergruppe den von Pfarrer Patrick Meschenmoser zelebrierten Gottesdienst musikalisch. Es wurden Lieder aus der afrikanischen Heimat des aus Uganda stammenden früheren Pfarrers gesungen. Wie dort üblich, wurde, wie etwa beim Eröffnungslied „Mutukirivu“, eine Strophe von Vorsängern vorgesungen, denen die Gemeinde und der Chor dann mit dem Refrain „Osanna, Osanna“ antwortete. Oder umgekehrt, wie beim Lied vom kostbaren Blut („Omusayi gwomuwendo“), wo zunächst die Gemeinde vorsang und in vier Strophen die Solisten antworteten.

Haidgaus Kirchenchor wird von Vera Schodlok geleitet.

„Eine echt beschwingte Art, in den Sonntag zu starten“, fand ein Gottesdienstbesucher, der die afrikanische Musik hautnah auf der Orgelempore verfolgte. Dass das Evangeliumswort dagegen keine leichte Kost war, das erläuterte Pfarrer Patrick Meschenmoser dann in seiner Predigt. Der Beginn: „Wer Vater und Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert“, klinge jedenfalls nicht nach überaus froher Botschaft. „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.“ Damit stelle er sich nicht gegen die Familie, es bedeute vielmehr, dass seine Liebe über allem stehen solle. Und das Kreuz sei auch keine Verherrlichung des Leidens. Das Kreuz bedeute, nicht vor der Verantwortung wegzulaufen, die Ehrlichkeit Konflikte anzusprechen, anstatt zu schweigen. Und damit das Richtige zu tun.

„Das hätte ihm gefallen“

Dass dem 2012 verstorbenen Pfarrer, der in den 90er-Jahren in Haidgau die Motorradsegnung etabliert hatte und der 30 Jahre in Haidgau, dem diesjährigen Ziel des Rad- und Wandertages, gewirkt hat, dieser Gottesdienst sehr gefallen hätte, steht außer Frage. So die Meinung von Teilnehmern. Und dass die Trommlergruppe annähernd in jener Besetzung antrat, mit der Pfarrer Bukenya damals die ersten afrikanischen Gottesdienste feierte, natürlich auch.

Sicher hätten Deogratias Bukenya auch Gefallen daran gefunden, dass sich neben der Haidgauer Ortsvorsteherin Ernestina Frick auch die Ortsvorsteherin Monika Ritscher aus Dietmanns und Berthold Leupolz aus Eintürnen sowie Klaus Schütt als Vertreter der Bürgermeisterin und Johanne Gaipl seitens der Bad Wurzach-Info mit Klatschen und Singen aktiv beteiligten – wie die ganze Gemeinde.

Nach dem von Pfarrer Meschenmoser gespendeten Segen ging es unter den Klängen der Musikkapelle in einem kleinen Festzug zur Festhalle zur gemeinsamen Feier und zum Mittagessen.
Text und Fotos: Uli Gresser

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Zwei Weitere Berichte über den großen Rad- und Wandertag Bad Wurzachs folgen.

Eine Erinnerung an Pfarrer Dr. Deogartias Bukenya finden Sie unter dem roten Link-Balken in der rechten Spalte. Das Abrufen dauert ein paar Sekunden, da der Artikel in der „alten“ Bildschirmzeitung hinterlegt ist.

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