Zum Hauptinhalt springen
ANZEIGE
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
Entlang des Radweges nach Dietmanns

Eröffnung des Moorfroschlehrpfades

ANZEIGE
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
Foto: Ulrich Gresser
Eröffneten den Moorlehrpfad v.l. Lilith Krause, Dr. Siegfried Roth, Bro Alexandra Scherer, Claudia Reiter, Petra Greiner, Thomas Lösch und Tobias Hornung
veröffentlicht am: 30.03.2026
Autor:
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Bad Wurzach – Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie des Landkreises Ravensburg wurde nun ein Moorfrosch-Lehrpfad im Wurzacher Ried eröffnet. Der von LEADER großzügig geförderte Pfad ist das sichtbare Zeichen für das seit 2019 laufende Moorfrosch-Rettungsprojekt.

Es war eine illustre Gruppe, die sich an diesem Mittwochmorgen (25.3.) am nordöstlichen Ende des Kurparkes versammelte. Neben Bürgermeisterin Alexandra Scherer Dr. Siegfried Roth als „Hausherr“ vom Naturschutzzentrum, das bei dem Projekt einer der Partner ist. Thomas Lötsch, Dezernent für Kreisentwicklung, Wirtschaft und ländlicher Raum als Vertreter des Landratsamts Ravensburg im Rahmen von dessen Biodiversitätsstrategie das Moorfroschrettungsprojekt eines der ersten Projekte war. Tobias Hornung vom anderen Projektpartner, dem Landschaftserhaltungsverband Landkreis Ravensburg, und schließlich der Initiator und Macher des Moorfroschrettungsprogrammes, Moritz Ott. Dessen großes Interesse an der stark bedrohten Artengruppe der Amphibien führte gemeinsam mit Kooperationspartnern im Rahmen einer Untersuchung und Kartierung der Amphibienpopulation im Landkreis zu der Erkenntnis, dass der Moorfrosch zu den am stärksten bedrohten Arten im Landkreis gehört. Das Wurzacher Ried zählt zu den größten und bedeutendsten Hochmoorgebieten Mitteleuropas und ist Lebensraum für zahlreiche seltene Arten. Zu ihnen zählt auch der Moorfrosch, der in Baden-Württemberg als stark gefährdet gilt und nur noch an wenigen Standorten vorkommt. Eine dieser Populationen lebte 2020 im Wurzacher Ried noch an einem einzigen Standort.

Jungfrösche wurden im Wurzacher Ried ausgewildert

Ohne Geld läuft heute nichts: Dank des Sponsorings der Kreissparkasse Ravensburg, deren Vertreterin Gabriele Reiter bei der Eröffnung vor Ort war – konnte Ott im Garten seiner Schwiegereltern eine Amphibienaufzuchtstation aufbauen. Dort konnte Moorfroschlaich aus den kartierten Gebieten über mehrere Jahre aufgezogen werden und Material zum Schutz der Art besorgt werden. Die Überlebensrate der Eier in der Aufzucht beträgt stattliche 95%, jährlich konnten 2.000 Jungfrösche ausgewildert werden und natürlich auch und besonders im Wurzacher Ried.

Der neue, im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der PH Weingarten von Lilith Krause konzipierte Lehrpfad, lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, entlang des bestehenden Wanderweges nach Dietmanns mehr über diese besondere Amphibien-Art zu erfahren. Dort können Besucher digital in die Welt des Moorfrosches eintauchen, um so digital (und für die Art störungsarm) mehr über seine Lebensweise, seinen Lebensraum sowie über die Bedeutung des Moorschutzes erfahren. Neben Informationen warten auf der Website spannende Aufnahmen aus dem Inneren des Moores, kleine Rätsel und Aufgaben für die jungen Naturforscher und Wissenswertes über den Lebensraum Moor. Möglich wurde die Umsetzung des Pfades durch die 95 % LEADER-Förderung durch die Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu. Neben Bernd Kaufmann, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu war Petra Greiner als örtliche Vertreterin des Vorstands der LEADER-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu vertreten.

Bürgermeisterin Alexandra Scherer sagte in ihrem Grußwort, dass Naturschutz in Bad Wurzach groß geschrieben wird und der Kurpark daher auch die richtige Kulisse für diesen Moorfrosch-Lehrpfad sei.

ANZEIGE

Thomas Lötsch sagte, dass das Moorfrosch-Projekt ein Meilenstein für die Biodiversitätbemühungen des Landkreises darstellt. Die Ausgangslage dafür sei schlecht gewesen, aber durch die Aufzuchtstation sei es gelungen, die Bestände zu stabilisieren. Ohne dieses Engagement von Moritz Ott und dem Landschaftserhaltungsverband des Landkreises wäre der Moorfrosch auch im Ried ausgestorben.

Nur noch an drei Standorten zu finden

Petra Greiner sagte, dieses Projekt zeige eindrucksvoll, wie Natur, Bildung und regionales Engagement miteinander verbunden werden können. Da der Moorfrosch im Landkreis nur noch an drei Standorten zu finden ist, sei es umso wichtiger, diese wirklich wertvollen Ökosysteme zu schützen, gleichzeitig aber das Wissen darüber in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Genau dieses mache das Projekt, mit einem besonderen, innovativen Ansatz: Entlang des Pfades sind mehrere Stationen eingerichtet, an denen Besucherinnen und Besucher über QR-Codes digitale Inhalte abrufen können.

So wird Naturerlebnis mit moderner Technik verbunden – interaktiv, zeitgemäß und für alle Altersgruppen zugänglich. „Mit der Förderung im Rahmen von LEADER wird hier nicht nur ein einzelnes Projekt unterstützt, sondern ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Region geleistet.“

Auf zwölf Stationen aufgeteilt ist der Pfad, der im übrigen sowohl vom Kurpark aus als auch von Dietmanns aus gegangen werden kann. Ein Fakt am Rande: der am Startpunkt im Kurpark in Gießharz eingegossene Moorfrosch ist natürlich eine naturgetreue Replik.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

Weitere Bilder in der Galerie

ANZEIGE
veröffentlicht am
30.03.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
Beitrag teilen
Bildergalerie
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
Bildergalerie
Fotos: Ulrich Gresser
Neueste Beiträge
Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
ANZEIGE
Diese Anzeige kann aufgrund Ihrer Netzwerkeinstellungen nicht angezeigt werden.