Arnach – Am 19. Oktober hat die Bürgerstiftung Bad Wurzach, vertreten durch Karl-Josef Fassnacht und Peter Depfenhart, sich dem Ortschaftsrat Arnach vorgestellt.
Für Karl-Josef Fassnacht, den Vorsitzenden des Stiftungsrates, war der gemeinsame Vorstellungsbesuch mit dem Geschäftsführer der Bürgerstiftung Peter Depfenhart im Ortschaftsrat Arnach ein Heimspiel. Fassnacht berichtete zunächst, wie die Gründung der Stiftung zustande kam. Im Jahre 2010 hatten sich einige Bürger getroffen, bei denen damals der Gedanke an die Gründung einer solchen Stiftung aufkam. Sie erinnerten sich daran, dass es bis 1981 in Wurzach über 500 Jahre eine Stiftung zum Heiligen Geist gegeben hatte. Nach deren Auflösung war deren Vermögen in Form des Spitalgebäudes an die Stadt übergegangen. Diese hatte durch den Verkauf des Spitals praktisch das Kapital für die Stiftungsgründung geschaffen. Denn als es dann am 10.11.2023 zur Gründung der Bürgerstiftung Bad Wurzach kam, die sich als Nachfolgestiftung der 500 Jahre alten Heilig-Geist-Stiftung ansah, konnte sie als Startkapital auf den Verkaufspreis des Spitalgebäudes sowie der Zusage der Stadt (für jeden gestifteten Euro legte diese einen weiteren dazu) zurückgreifen. „Das Erarbeiten einer Satzung erwies sich allerdings als komplizierter als ursprünglich geplant.“ Doch am 23.11.2023 kam von der Stiftungsbehörde beim Regierungspräsidium Tübingen der Anerkennungsbescheid, das entsprechende Zertifikat wurde dann im März 2024 vom damaligen Regierungspräsidenten Klaus Tappeser höchstpersönlich an die Gründungsmitglieder übergeben.
Geld- und Zeitspender
Peter Depfenhart erklärte, es sei erstaunlich gewesen, wie schnell – auch motiviert durch die Zusage der Stadt – sich in kürzester Zeit viele Zustifter fanden, so dass die Stiftung mit 530.000 € als Startkapital beginnen konnte. „Aber Geldspenden alleine reichen nicht aus. Wir sind eine Mitmachstiftung und brauchen auch Menschen, die sich für die Projekte engagieren, sogenannte Zeitspender.“ Und die Bürger seien bereit, sich zu engagieren. Unterstützte Projekte seien im vergangenen Jahr die Sanierung der Hütte beim Freizeitplatz Truilz gewesen, bei der sich der dortige Kapellenverein intensiv engagiert hatte. Oder die Seibranzer Bücherei, die von Ehrenamtlichen betrieben wird.
Für ihn eine Herzensangelegenheit sei die in diesem Sommer angeschaffte Fahrrad-Rikscha, die nicht mehr mobile Menschen ein gewisses Maß an Teilhabe verschaffe“, sagte Depfenhart. Oder die Restaurierung des Feldkreuzes am Beckenweiher, für die sich Gisela Rothenhäusler eingesetzt hatte.
Eine weitere aktuell laufende Aktion sind die roten Notfall-Dosen für ältere Menschen (nicht nur für diese), mit denen im Falle eines Notfalles die Rettungskräfte sofort über Medikationen Bescheid wissen.
Zukunftsprojekte, die angegangen werden sollen, sind zum Beispiel das Pflanzen von Obstbäumen in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz und Kindergärten, um das Aussterben seltener Arten zu verhindern. Oder die Unterstützung des „Jacke wie Hose“-Kleiderladens, der im nächsten Jahr zehnjähriges Jubiläum feiert. Bei der Sanierung des zentralen Spielplatzes im Kurpark solle die Anschaffung integrativer Geräte erfolgen.
Für Depfenhart eine weitere Herzenssache ist die Ehrenamtskarte, die in Isny sehr erfolgreich ist. „Dabei kommt es sicher nicht auf die Höhe an, sondern darauf, dass ehrenamtliche Leistungen honoriert werden.“
Zustiftungen willkommen
Wer die Stiftung als Zustifter unterstützen möchte, kann dies als natürliche Person mit mindestens 1000 € tun. Einrichtungen und Unternehmen sind mit mindestens 5000 € Einlagen beteiligt.
Karl-Josef Fassnacht bemängelte in Deutschland den „Kontroll- und Dokumentierungswahn“: „Wir müssen wieder mehr Vertrauen aufbauen und die Dinge mehr laufen lassen.“ Ortschaftsrat Erwin Haller fragte, wie man Ideen für ein Projekt an die Stiftung herantragen könne. Depfenhart erklärte: „Dazu einfach das Gespräch mit der Geschäftsstelle suchen.“
Klar sei allerdings dabei, dass die Stiftung keine Pflichtaufgaben von Gemeinde oder Staat wahrnehmen werde.
Uli Gresser







