Bad Wurzach – Zahlreiche betroffene Eltern und Verwandte trafen sich am Freitag vor dem Welthospiztag (10.10.) am Gedenkstein für die Sternenkinder auf dem Bad Wurzacher Friedhof zur alljährlichen Gedenkstunde für die stillgeborenen Kinder.
Zu der Feier hatten Jana Fritsch und Anna Abele von der ambulanten Hospizgruppe Bad Wurzach eingeladen. Für den passenden musikalischen Rahmen der kleinen Feier sorgten Kinder und Jugendliche der in den Räumen der Freien Christengemeinde angesiedelten Agape-Schule, die auch im Vorfeld der Feier schon fleißig gewesen waren.
Nach der Begrüßung durch Jana Fritsch gab es einen ersten geistlichen Impuls durch die Agape-Schülerin Emma. „Der Himmel ist das Zuhause Gottes. Die Kinder, sie sind in Gottes Armen, sie sind sicher, sie sind geliebt.“ Das erste Lied, das der Agape-Chor sang, hieß Weg-Ebner. Darin heißt es unter anderem im Chorus: „Du bist Weg-Ebner, Wundervollbringer, Wort-Einhalter und Lichtstrahl im Dunkeln.“
Das Mädchen Summer setzte den nächsten Impuls: Die Kinder hatten sehr ästhetisch anmutende kleine Schlüsselanhänger in Federform gebastelt, die sie den Eltern von Sternenkindern überreichten. „Die Kinder leben, sie sind in Gottes geschützter, geborgener Hand. Sie sind geborgen bei Jesus.“ Der Schlüssel erinnere an die Worte Jesu: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“
Louis setzte den nächsten Impuls: „Denn Jesus hat den Tod überwunden. Wer ihm vertraut, darf wissen: Es gibt ein Wiedersehen. Die Kinder sind in den Händen Gottes, eines Tages werden wir sie wiedersehen.“
Nach den Liedern „So groß ist der Herr“ und „Der Sieg gehört dir allein“ durften die Eltern sich einen herzförmigen Aufkleber nehmen, den sie mit, dem Namen ihres Kindes versehen, auf einen der goldenen Luftballone klebten.
Unterdessen las Greta den letzten Impulsbeitrag der Feier: „Wenn wir gleich zum Himmel schauen, erinnern wir uns daran: Gott hält Eure Kinder in seinen Händen. Er hat für sie und für uns eine ewige Heimat vorbereitet. Dort beginnt nicht das Ende einer Geschichte. Dort beginnt das ewige Leben.“
Während die Agape-Gruppe das letzte Lied anstimmte, ließen die Eltern etwas abseits, damit die Luftballone auch frei von Bäumen und Ästen gen Himmel schweben konnten, die Luftballone losschweben.
Damit war die Feier jedoch noch nicht zu Ende: Es gab für die Gäste der Feier, darunter die Salvatorianerinnen Schwester Klara Maria und Schwester Helene, die Gründerin der Hospizgruppe Stefanie Lacher, eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Wer wollte, konnte ein Hospizlicht mitnehmen. Diese Kerze mit dem Zitat von Franz von Assisi: „Gegen die Nacht können wir nicht ankämpfen, aber wir können ein Licht anzünden“, geht auf eine Initiative des Hospizes Schussental und der Hospizgruppen Weingarten und Ravensburg zurück. „Das Hospizlicht („Sterben ist eine Zeit des Lebens“) sollte am Welthospiztag auf die Hospizidee aufmerksam machen.
Als Belohnung für ihre Beiträge durften die Agape-Kinder noch Seifenblasen über die Gräber verteilen, während die Erwachsenen sich noch ein wenig unterhielten.
Text und Fotos: Uli Gresser
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