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Bürgermeisterwahl

Alexandra Scherer zieht Bilanz und nennt Ziele

Foto: privat
Hat ihre Wiederbewerbung bereits am 14. Februar eingereicht: Alexandra Scherer, die seit acht Jahren amtierende Bürgermeisterin.
veröffentlicht am: 09.04.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Bad Wurzach (rei) – In den vergangenen Tagen und Wochen haben wir fünf der sechs Bewerber/innen um das Bürgermeisteramt in Bad Wurzach vorgestellt. Amtsinhaberin und Wiederbewerberin Alexandra Scherer hatte ihre Kandidatur bereits am 14. Februar erklärt und war damals von der Bildschirmzeitung kurz vorgestellt worden. Da diese Kurzvorstellung schon recht lange zurückliegt, wollen wir Frau Scherer nun ausführlich vorstellen.

Geboren in Sigmaringen, ist sie mit drei Schwestern auf dem elterlichen Bauernhof in Emerfeld (Schwäbische Alb) aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Verwaltung (Diplom-Verwaltungswirtin FH) und arbeitete im Bereich Internationale Telekommunikations- und Postpolitik im Wirtschaftsministerium, damals noch in Bonn. Später war sie als Sachgebietsleiterin Betriebswirtschaft bei der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation verantwortlich für den Wirtschaftsplan der viertgrößten privaten Krankenkasse Deutschlands. Alexandra Scherer, 55, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Als „Zugezogene“ wurde sie 2004 auf Anhieb in den Ortschaftsrat und zur Ortsvorsteherin von Obersulmetingen gewählt. 2012 wurde sie zur Bürgermeisterin in Erlenmoos, 2018 in Bad Wurzach gewählt, jeweils mit klaren Mehrheiten. „Bad Wurzach gefällt mit mir aufgrund der ländlichen Struktur und von der Bodenständigkeit der Menschen her sehr gut.“

Im Rückblick auf die vergangenen acht Jahre in Bad Wurzach nennt sie die Konsolidierung der Finanzen der Stadt als einen zentralen Erfolg. Die Verschuldung sei konsequent zurückgefahren worden und habe nun ein niedriges Niveau „wie zuvor lange schon nicht mehr“ erreicht: 2,1 Millionen € nach 5,8 Millionen. Dennoch sei viel für die Infrastruktur und Ausstattung der Großgemeinde gemacht worden: Etliche Baugebiete seien erschlossen worden (Arnach, Haidgau, Unterschwarzach, Ziegelbach, Reischberg VI). Das Gewerbegebiet Ziegelwiese sei erweitert worden, die Erweiterung des Gewerbeparks West auf dem Weg. „Zur Vernetzung mit der Stadtverwaltung und unter den Betrieben habe ich eine Zukunftswerkstatt ermöglicht, das soll fortgesetzt werden. Wirtschaftsförderung ist bei mir Chefsache“, betont die betriebswirtschaftlich geschulte Verwaltungsfachfrau.

Im Gespräch mit dem „Wurzacher“ erwähnt sie die Erneuerung von Gemeindestraßen (Ziegelbach nach Himbach, Ratperoniusstraße in Arnach, St. Martinusweg in Eintürnen), den Bau zweier Feuerwehrhäuser (Eintürnen und Dietmanns), die Generalsanierung der Halle in Seibranz und die Verbesserung der Ortsmitten in Haidgau, Arnach und Dietmanns; barrierefreien Bushaltestellen seien hier sowie in Ziegelbach, Hauerz und Eintürnen geschaffen worden; in Unterschwarzach stehe dies heuer an.

Bad Wurzach für Kinder und Jugendliche lebenswert zu erhalten ist Alexandra Scherer ein Herzensanliegen. „Nach dem Motto ,Kurze Beine, kurze Wege‘ setze ich auf den bedarfsgerechten Ausbau der Kindergärten und Schulen in allen Ortschaften.“ Die bedarfsgerechte Ganztagsbetreuung werde im Zentralort angeboten.

Im Kindergartenbereich sei Einiges erreicht worden. So seien in Eintürnen und Dietmanns die Kindergärten erweitert worden. In Seibranz werde derzeit die Kiga-Erweiterung mit Umzug in das Schulgebäude geplant. Zudem habe man einen Waldkindergarten eingerichtet.

„Die Jugendarbeit habe ich durch das Jugendhearing neu belebt, bei der Grundschule haben wir tolle Jugendräume gebaut und das Team um unseren Jugendarbeiter leistet vorbildliche Arbeit, das unterstütze ich aktiv.“ Und die Jugendmusikschule habe erstmals eigene Unterrichtsräume im Schloss erhalten.

Weiter erwähnt Alexandra Scherer die Modernisierung des Wohnmobilstellplatzes, den gut vorangekommenen Breitbandausbau in der überaus großen Flächengemeinden Bad Wurzach und die Ausstattung stadteigener Dächer mit PV-Anlagen, „auch im Sinne des Klimaschutzes“.

Auch im gastronomischen Bereich habe es zuletzt echte Fortschritte gegeben: Der „Wurzelsepp“ konnte neu verpachtet werden und das Kurhaus sei dank einer tüchtigen Genossenschaft wieder in die Gänge gekommen. „Insbesondere das Kurhaus war schon im Wahlkampf vor acht Jahren ein großes Thema, deshalb war es mir besonders wichtig, dass das Haus wieder betrieben wird. Die Gründung der Kurhaus-Genossenschaft habe ich von Anfang an aktiv mit begleitet.“

Die Amtszeit von Bürgermeisterin Scherer war belastet durch den Kampf um den Turm im Ried, ein Projekt, das sie „ererbt“ hatte, sowie um die Auseinandersetzung um das Biosphärengebiet, ein Projekt, das von außen in die Stadt hineingetragen wurde. Die Nachwehen in der Bürgerschaft, die dadurch entstanden sind, möchte sie über einen Bürgerdialog „heilen“. Zur Kurkrise findet sie kräftige Worte („So kann es nicht weitergehen“, „Alles kommt auf dem Prüfstand“), wurde aber zumindest bei ihrem Wahlauftritt in Arnach nicht konkreter.

Überlagert waren die vergangenen Jahre auch durch externe Krisen: Corona, Ukraine-Krieg, Flüchtlingskrise, Wirtschafts- und Energiekrise – all das habe kommunale Spielräume eingeschränkt und die Stimmung da und dort gedrückt.

„Für die nächsten acht Jahre möchte ich an das bisher Erreichte anknüpfen und diese Politik in den genannten Themenfeldern fortsetzen.“ Ein Schwerpunkt werde die Sanierung der Hallen als Stätten der Begegnung in der Stadt und den Ortsteilen sein. Die „Weiterentwicklung des Bad Wurzach-Tourismus“ ist für Alexandra Scherer ein Zentralanliegen; in dieser Formulierung sind Entscheidungen zur Kurkrise enthalten. Bei dieser Frage würden ergebnisoffen alle denkbaren Optionen in Betracht gezogen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV); „nicht alle Ortsteile sind bisher gleich gut erreichbar; ich bin auch offen für neue Ideen wie zum Beispiel Rufbusse“.

Alexandra Scherer hat am 11. März mit dem Reigen ihrer Bürgergespräche begonnen. Sie hat jetzt noch Termine in Hauerz, Ziegelbach, Unterschwarzach, Seibranz und ein zweites Mal in Bad Wurzach („Casa Rossa“).

Webseite von Alexandra Scherer

Unter https://alexandra-scherer.info stellt die Bewerber sich, das Geleistete und ihre Ziele vor. Siehe auch roter Link-Balken oben in der rechten Spalte.

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