30 Bad Wurzacher Feuerwehrleute für Hochwasserschutz ausgezeichnet




Kontakt
Redaktion
Anzeigen
Bad Wurzach – Kreisbrandmeister Oliver Surbeck genoss es an diesem Donnerstagabend (26.02.) sichtlich, gemeinsam mit Kommandant Rolf Butscher, seinem Stellvertreter und Norbert Fesseler, seinem damaligen Stellvertreter, sowie Klaus Schütt als Stellvertreter von Bürgermeisterin Alexandra Scherer, 30 Feuerwehrleuten aus Bad Wurzach die Bevölkerungsschutz-Einsatzmedaille des Landes Baden-Württemberg für ihren großen Einsatz beim Hochwasser im Juni 2024 anzuheften.
Mit dieser Medaille wurden insgesamt 900 Feuerwehrangehörige in ganz Baden-Württemberg geehrt, sehr viele davon im Landkreis Ravensburg. Rolf Butscher und Norbert Fesseler hatten ihre Medaillen zuvor im Rahmen einer Feierstunde in Stuttgart aus den Händen von Innenminister Thomas Strobl erhalten. Doch bevor Surbeck & Co zur Tat schritten, zeigte Rolf Butscher noch einmal die Präsentation, die er am 17.06.2024 vor dem Gemeinderat gezeigt hatte.
Darin berichtete er über die damalige Situation in Hauerz in der Bachstraße, wie die große Gefahr durch gelagerte Düngemittel in Rohrbach in Zusammenarbeit mit dem THW gebannt werden konnte. Drohnenaufnahmen zeigten das ganze Ausmaß der Überschwemmungen am Achverlauf zwischen Torfstecher und Aral-Tankstelle in der Innenstadt. Er zeigte auch auf wie die Achbergbrücke mit ihrem großen Abwasserrohr wie ein Damm gewirkt hatte. Oder wie das Gebäude von St. Hedwig dank eines bis zu 75 cm hohen Damms aus Sandsäcken– kurz nach der Renovierung – vor größerem Schaden bewahrt werden konnte. Dass auch das Amtshaus – wie die Tiefgaragen im Espenweg wie auch beim Sapperlott – nicht ungeschoren davon kam. Oder wie die Stadt auch Glück im Unglück hatte, dass im Serverraum der EDV kein Schaden entstand. Oder wie die Wehr das Trafohäuschen im Entenmoos sichern konnte, denn dessen Ausfall hätte größere Stromausfälle nach sich gezogen.
Dass es sehr egoistische Zeitgenossen gibt, auch davon berichtete die Dokumentation: In der Tiefgarage beim Sapperlott verschwand innerhalb einer Stunde eine komplette Sandsack-Barriere.
Große Hilfe von Firmen und Gewerbetreibenden
Große Hilfsbereitschaft erfuhren die Wehrleute auch durch Wurzacher Firmen und Gewerbetreibende: Verallia füllte Sandsäcke, die BAG stellte einen Lkw und der Biogas-Produzent Lott besorgte Pumpfahrzeuge. Die Sanitärfirmen Rast und Riedesser stellten wie Baugrund Süd Material zur Verfügung, Würzer Baggerbetrieb Bagger und Lkw sowie Manpower. Nicht zu vergessen Metzgerei Wegmann, Bäckerei Steinhauser und die Osteria Veneta, welche die Einsatzkräfte mit Verpflegung versorgten. Ein großes Dankeschön von Butscher ging auch an THW, Baubetriebshof, Straßenmeisterei, Stadtverwaltung und Ordnungsamt und die Polizei.
Große Dankbarkeit wurde der Feuerwehr auch von Betroffenen entgegengebracht, etwa in Form einer Spende für die Feuerwehr durch eine Geschäftsfrau, deren Warenbestand in einem Keller gerettet werden konnte.
Sehr positiv bewertet Butscher im Nachhinein auch, dass bei allen Einsätzen in Bad Wurzach bei diesen vielen Einsätzen kein Feuerwehrmann bzw. keine Feuerwehrfrau verletzt wurde.
Oliver Surbeck dachte an diesem Abend auch an die Familien der Wehrleute, die den Männern und Frauen im Einsatz zu Hause den Rücken freihielten. Und er dachte auch an die vielen Einsatzkräfte, die nicht die für den Erhalt der Medaille geforderten mehr als 24 Stunden Einsatzzeit erreichen konnten. Auch diese verdienten eine Würdigung.
Allein in Bad Wurzach und den Ortschaften waren 154 von ihnen im Einsatz, die insgesamt 2576 Einsatzstunden leisteten. Gemeinsam mit den 30 Einsatzkräften des THW erforderte das Hochwasser insgesamt rund 2900 Einsatzstunden an 132 Einsatzstellen, für die über die Integrierte Leitstelle alarmiert wurden, sowie weitere Meldungen, die per Telefon im Feuerwehrhaus eingingen.
Bad Wurzach sei nun der krönende Abschluss einer Ehrungsreise, die ihn quer durch den ganzen Landkreis geführt hatte. Er betonte auch, dass es keinem gerecht geworden wäre, wenn man alle 900 zu Ehrenden in einer Veranstaltung gemeinsam geehrt hätte. Denn der Landkreis Ravensburg war der am stärkste betroffene in Baden-Württemberg.
Surbeck selbst war zum Zeitpunkt des Hochwasseralarms im Burgund im Urlaub. In einem spannend und pointiert erzählten Bericht erzählte er, wie sich die Lage immer mehr zuspitzte, so dass er ganz schnell zurückkehren musste. Und er berichtete auch, wie die Lage am Überlaufbecken Urla/Fetzach Moos immer kritischer wurde: Denn im Falle eines Dammbruches wäre Leutkirch in großen Teilen überschwemmt worden. Der Verwaltungsstab des Landratsamtes habe kurz vor der Auslösung des Katastrophen-Voralarms gestanden. Die Evakuierung Urlaus sei ebenfalls bereits vorbereitet worden.
Die Geehrten
Die mit Urkunde und Medaille Geehrten sind: Fabio Biancavallo, Karl-Heinz Buschle, Felix Dorsch, Peter Erk, Christian Fluhr, Alexander Gebauer, Marius Hansen, Jürgen Hartmann, Jürgen Herdrich, Rainer Herdrich, Roland Herdrich, Ralf Hofmeister, Peter Kiebler, Valentin Lacher, Tobias Martin, Klaus Michelberger, Marius Nägele, Benjamin Pätzold, Michael Pätzold, Christoph Räth, Jens Räth, Julia Reichle, Oliver Rieder, Tim Riedle, Jonas Schele, Pascal Schmehl, Felix Strobel, Martin Walter, Frank Weishaupt und Christian Westermayer.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Weitere Bilder in der Galerie


















































