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Mennisweiler – Drei leicht verletzte Personen und Sachschaden von insgesamt rund 20.000 Euro hatte der Verkehrsunfall am Dienstagmorgen (13.10.) auf der L 314 bei Mennisweiler zur Folge. Kurz vor 8.30 Uhr wollte die 58 Jahre alte Fahrerin eines Hyundai aus Richtung Molpertshaus kommend die Landesstraße geradeaus in Richtung Bad Waldsee überqueren. Dabei übersah sie offensichtlich eine 27 Jahre alte Mercedes-Fahrerin, die sich aus Richtung Mennisweiler näherte. Der Mercedes geriet durch den wuchtigen Aufprall ins Schleudern und kam im Gleisbett der naheliegenden Bahnstrecke zum Stehen. Der Hyundai der Unfallverursacherin geriet auf eine angrenzende Wiese. Beide Fahrerinnen sowie ein Kleinkind im Mercedes zogen sich nach bisherigen Erkenntnissen leichtere Verletzungen zu und wurden von einem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. An den beiden Unfallwagen dürfte wirtschaftlicher Totalschaden entstanden sein, sie wurden von Abschleppdiensten abtransportiert.
Die Schranken gingen runter
Der Unfall hatte Auswirkungen auf den unmittelbar angrenzenden Bahnübergang. Eines der beteiligten Fahrzeuge wurde durch die Kollision über die Bahngleise geschleudert und kam dort zum Stehen. Infolge dessen kam es zu einer Störung an der Schrankenanlage. Sämtliche Bahnschranken schlossen sich, während die Lichtzeichenanlage auf Rot schaltete. Mitarbeiter der Deutschen Bahn mussten daraufhin eingreifen und die Schranken manuell öffnen.
Da die Bahnstrecke bei Mennisweiler derzeit aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist, kam es durch den Unfall zu keiner Beeinträchtigung des Bahnverkehrs.
Zur Versorgung der Verletzten waren zwei Rettungswagen sowie ein Notarzt im Einsatz. Die Rettungskräfte übernahmen die medizinische Erstversorgung der Betroffenen an der Unfallstelle. Anschließend wurden die Verletzten zur weiteren medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Auch die Polizei und Mitarbeiter der Deutschen Bahn waren vor Ort.
Notarzt kritisiert rücksichtsloses Verhalten
Neben der eigentlichen Unfallversorgung sorgte insbesondere das Verhalten einiger vorbeifahrender Verkehrsteilnehmer für Unverständnis bei den Einsatzkräften. Obwohl der Rettungsdienst bei der Positionierung seiner Einsatzfahrzeuge bewusst Rücksicht auf den weiterhin fließenden Verkehr genommen hatte und ein Rettungswagen möglichst weit seitlich abgestellt worden war, kam es zu gefährlichen Situationen. Sowohl Pkw- als auch Lkw-Fahrer passierten die Unfallstelle teilweise mit deutlich überhöhter beziehungsweise unangepasster Geschwindigkeit. Dabei wurden die unmittelbar am Unfallort arbeitenden Rettungskräfte zum Teil erheblich gefährdet.
Ein Notarzt vor Ort appellierte deshalb eindringlich an die Vernunft und Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer: „Wir haben unsere Rettungsfahrzeuge bewusst so positioniert, dass der fließende Verkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird. Umso unverständlicher ist es, wenn Pkw und sogar schwere Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit unmittelbar an uns vorbeifahren, während wir verletzte Menschen versorgen. Wer an einer Unfallstelle vorbeifährt, muss seine Geschwindigkeit deutlich reduzieren und jederzeit bremsbereit sein. Es kann nicht sein, dass wir Menschen helfen und dabei selbst Gefahr laufen, von vorbeifahrenden Fahrzeugen erfasst zu werden.“
Eindringlicher Appell: Rücksicht kann Leben retten
Der Vorfall macht erneut deutlich, welchen zusätzlichen Gefahren Rettungskräfte bei ihrer täglichen Arbeit ausgesetzt sind. Gerade an Unfallstellen, an denen Feuerwehr, Polizei oder Rettungsdienst tätig sind, ist besondere Vorsicht geboten.
Wer sich einer Unfallstelle nähert, sollte die Geschwindigkeit frühzeitig und deutlich reduzieren, ausreichend Sicherheitsabstand zu den Einsatzkräften halten und besonders aufmerksam fahren. Auch wenn eine Fahrspur weiterhin befahrbar ist, bedeutet dies keinesfalls, dass die Unfallstelle mit der üblichen Geschwindigkeit passiert werden kann.
Die Sicherheit der Helferinnen und Helfer muss jederzeit Vorrang haben. Schließlich sind es genau diese Menschen, die im Ernstfall ausrücken, um anderen das Leben zu retten.
Polizei ermittelt zum Unfallhergang
Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Insbesondere die Umstände der Vorfahrtsverletzung sind Gegenstand der weiteren Untersuchungen.
Insgesamt waren an der Unfallstelle die Polizei, zwei Rettungswagen, ein Notarzt sowie Mitarbeiter der Deutschen Bahn im Einsatz.
































