Zum Hauptinhalt springen
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
    Einladung zu offener Grabung für alle Interessierten

    Neue archäologische Untersuchung der Pfahlbausiedlung Reute-Schorrenried

    ANZEIGE
    Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
    ANZEIGE
    ANZEIGE
    ANZEIGE
    ANZEIGE
    Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
    ANZEIGE
    Foto: LAD (Monika Erne)
    Prähistorische Holzgefäße aus Reute-Schorrenried
    veröffentlicht am: 04.08.2025
    Autor: Regierungspräsidium Stuttgart
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Reute – Das Landesamt für Denkmalpflege (LAD) untersucht die 5700 Jahre alte Pfahlbausiedlung Reute-Schorrenried bei Bad Waldsee und bietet öffentliche Führungen an. Die Fundstelle ist ein „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ und eine assoziierte Fundstelle des UNESCO Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

    Die jungsteinzeitliche Siedlung in Bezug zum heutigen Ort Reute (unten links). Quelle: LAD, Almut Kalkowski, nach Martin Mainberger

    Reute-Schorrenried gehört zu den wichtigsten Feuchtbodensiedlungen Oberschwabens. Die Fundstelle wurde 1934 entdeckt und erstmals ausgegraben. Weitere umfangreiche Grabungen fanden in den 1980er-Jahren statt. Die Ergebnisse der älteren Grabungen waren von Martin Mainberger im Rahmen seiner Dissertation ausgewertet und 1998 publiziert worden. Bei der Pfahlbausiedlung handelt es sich um ein „Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung“ nach § 12 des Denkmalschutzgesetzes Baden-Württemberg sowie eine assoziierte Fundstelle des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

    Im Zuge eines laufenden Monitoring-Programms für die oberschwäbischen Feuchtbodensiedlungen wird die Fundstelle nun vom Landesamt für Denkmalpflege (LAD) im Regierungspräsidium Stuttgart erneut wieder untersucht.

    Im Zentrum der neuen Grabungen steht vor allem die Frage nach dem Erhaltungszustand der Pfahlbausiedlung. Schon in den 1980er-Jahren waren einige Bereiche der Fundstelle trockengefallen, wodurch die prähistorischen Hölzer nicht mehr überall erhalten waren. Der Klimawandel mit seinen trockenen Sommern dürfte die Situation weiter verschlechtert haben. 2024 wurden neue Pegel gesetzt, um den Wasserhaushalt besser zu verstehen. Weitere offene Fragen der Grabung betreffen die Ausdehnung und die Befestigung der Siedlung.

    Gegründet 3738 vor Christus

    Die Siedlung wurde 3738 vor Christus gegründet und bestand – wie viele Pfahlbauten – nur wenige Jahre, wie durch die Jahrringmessungen der gefundenen Hölzer nachgewiesen wurde. Sie bestand aus zwei Dutzend Häusern, deren Fußböden teilweise im feuchten Untergrund noch gut erhalten waren. Umfangreiche Abfallschichten, besonders am Nordrand der Siedlung, lieferten sehr viel Fundmaterial, darunter auch besondere Stücke wie einen der ältesten Kupferdolche aus Baden-Württemberg, Textilreste oder gut erhaltene Holzgefäße.

    Die Bewohnerinnen und Bewohner waren gut vernetzt, sie hatten zum Beispiel Zugang zu Kupfer, zu bayerischem Plattenhornstein (270 Kilometer entfernt) und sogar zu italienischem Silex aus der Gardasee-Region. Ihre Keramik gehört zum Pfyn-Altheimer-Stil, der in Oberschwaben in dieser Zeit weit verbreitet war. Weitere Pfyn-Altheimer-Pfahlbauten finden sich etwa im Steeger See (Gemeinde Aulendorf), auf der Halbinsel im Schreckensee (Gemeinde Wolpertswende), im Blinden See (Gemeinde Fronreute), im Königseggsee (Gemeinde Hoßkirch) und an einigen weiteren Orten bis ins westliche Allgäu.

    Diese Kupferdolch-Klinge (rechts) wurde bei einer früheren Grabung im Schorrenried gefunden. Links eine Rekonstruktion mit Holzgriff, Quelle: LAD, Monika Erne

    Die Grabungen begannen am 4. August und werden bis Ende September 2025 fortgeführt. Bei den Vorbereitungen wurde das LAD durch Institutionen, die Gemeinde und Privatpersonen unterstützt. „Wir danken allen für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit. Unser besonderer Dank geht an das Franziskanerinnen-Kloster Reute, das uns Unterkunftsmöglichkeiten und Infrastruktur angeboten hat, sowie an die Parzellenbesitzer und Pächter, die die Nutzung ihrer Grundstücke erlaubt haben“ sagt die Projektleiterin Dr. Renate Ebersbach vom LAD.

    Führungen für Gruppen

    Anmeldungen für Führungen von Gruppen sind jederzeit möglich. Anfragen können per E-Mail an renate.ebersbach@rps.bwl.de und paul.scherrer@rps.bwl.de unter Angabe des gewünschten Termins (bevorzugt Montag bis Mittwoch vor 16.00 Uhr) und der ungefähren Teilnehmerzahl gerichtet werden.

    Grabung für Interessierte zugänglich

    Außerdem ist die Grabung am Dienstag, 19. August, und am Dienstag, 2. September, jeweils von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr für alle Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

    Die Grabung findet auf Privatgrund statt. Der Zugang ist nur bei Anwesenheit des Grabungsteams gestattet. Wir bitten darum, dringend auf wettergerechte Kleidung und angemessenes Schuhwerk zu achten.

    Weiterführende Informationen: Geländetafel vor Ort.

    Webseite zu den Pfahlbauten

    Zu den Pfahlbauten: https://www.palafittes.org/startseite.html

    ANZEIGE
    Regierungspräsidium Stuttgart
    veröffentlicht am
    04.08.2025
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
    Beitrag teilen
    ANZEIGE
    ANZEIGE
    ANZEIGE
    Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
    ANZEIGE
    Neueste Beiträge
    Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
    ANZEIGE
    Diese Anzeige kann aufgrund Ihrer Netzwerkeinstellungen nicht angezeigt werden.