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Gemeinderat gibt grünes Licht für Dorfmitte

Osterhofen packt selbst an

Foto: Erwin Linder
Dieses Gebäude in der Ortsmitte von Osterhofen soll mit viel Ehrenamt und über Unterstützung durch Stadt und Land hergerichtet werden.
veröffentlicht am: 20.09.2026
Autor: Erwin Linder
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Osterhofen – Die geplante Sanierung des städtischen Gebäudes in der Dorfmitte von Osterhofen kann weiterverfolgt werden. Der Verwaltungsausschuss des Gemeinderates stimmte dem Projekt einstimmig zu. Damit soll ein Vorhaben möglich werden, das vor allem vom Engagement der Osterhofer Dorfgemeinschaft getragen wird.

Geplant ist, das Gebäude auf dem städtischen Flurstück 1623 zu sanieren. Vorgesehen sind unter anderem ein Backhaus mit Ofen und Sitzmöglichkeiten, ein kleiner Dorfladen beziehungsweise ein Automat mit Produkten für den täglichen Bedarf sowie Toiletten, die auch den Besuchern der Kapelle zur Verfügung stehen könnten. Wasser- und Abwasseranschlüsse sind bereits vorhanden.

Die voraussichtlichen Kosten für die Gebäudesanierung liegen bei rund 180.000 Euro. Über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) könnte das Projekt mit 45 Prozent, also mit 81.000 Euro, gefördert werden. Der Eigenanteil der Dorfgemeinschaft würde damit bei 99.000 Euro liegen. Die Umsetzung ist ausdrücklich von der Bewilligung des ELR-Zuschusses abhängig.

Auch die Außenanlagen sollen neu gestaltet werden. Die Stadt will hierfür bis zu rund 50.000 Euro übernehmen. Vor dem Gebäude ist ein kleiner Dorfplatz mit Sitzmöglichkeiten und einem Spielgerät vorgesehen. Die Fläche soll dabei nicht vollständig versiegelt werden. Für das bewegliche Mobiliar will die Dorfgemeinschaft selbst aufkommen.

OB: „Hier muss man auf jeden Fall unterstützen“

OB Matthias Henne machte deutlich, dass die Stadt das Engagement der Osterhofer unterstützen wolle: „Hier muss man auf jeden Fall unterstützen, denn das dörfliche Engagement in Osterhofen funktioniert hervorragend.“

Bürgermeisterin Monika Ludy wies zugleich darauf hin, dass die Sanierung vom beantragten ELR-Zuschuss abhängig sei. Der entsprechende Antrag muss bis zum 30. September 2026 eingereicht werden.

Ortsvorsteher Matthias Covic (CDU) bedankte sich bei der Verwaltung dafür, dass so schnell über das Vorhaben entschieden werde. Dadurch könne man den derzeitigen Schwung der Ehrenamtlichen voll ausnutzen. Die Osterhofer wollten nicht nur Ideen entwickeln, sondern bei der Umsetzung selbst kräftig mit anpacken.

Auch Bernadette Behr (FW) bezeichnete das Vorhaben als „grandiose Geschichte“. Gerade wenn die Menschen selbst mitmachten und ein ganzes Dorf hinter einem Projekt stehe, könne dies weitere Menschen mitziehen und für Engagement begeistern.

Gehweg soll in diesem Zuge mitkommen

Angesprochen wurde allerdings auch die Verkehrssicherheit. Derzeit gibt es im Bereich des Vorhabens noch keinen Gehweg. Bernadette Behr sah darin eine mögliche Gefahr.

Der Oberbürgermeister verwies darauf, dass der Gehweg in diesem Zuge mitgemacht werden soll. Die Stadt befinde sich hierzu bereits in Abstimmung mit dem Landratsamt, das für den Rad- und Gehweg zuständig sei. Nach seinen Angaben seien zudem bereits positive Gespräche mit Grundstückseigentümern geführt worden.

Auch Wilhelm Heine (CDU) unterstützte das Projekt, verwies aber ebenfalls auf die Problematik des fehlenden Gehwegs, insbesondere im Bereich von Haisterkirch in Richtung Eggmannsried.

Tobias Lorinser (CDU) bezeichnete Osterhofen als Musterbeispiel für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Man müsse ein solches Projekt ermöglichen und vor allem die Menschen vor Ort machen lassen. Sinngemäß plädierte er dafür, den Ehrenamtlichen nicht zu viel „reinzuschwätzen“.

Lucia Vogel (Grüne) sprach einen weiteren Aspekt an: Die Verbindung bis Osterhofen sei mit dem Fahrrad bereits gut befahrbar, und es gebe attraktive Wege für den Radverkehr. Es sei deshalb manchmal schade, wenn neben einem bestehenden touristischen Radweg zusätzlich ein Radweg unmittelbar entlang der Straße angelegt werde.

Stadt übernimmt die Außenanlagen

Lageplan und aktueller Zustand des Gebäudes auf dem städtischen Flurstück 1623 in Osterhofen. Foto: Erwin Linder / Lageplan: Stadt

Das Grundprinzip des Projekts ist klar verteilt: Die Dorfgemeinschaft saniert das Gebäude, die Stadt übernimmt die Gestaltung der Außenanlagen. Im Falle einer Sanierung soll das Gebäude der Dorfgemeinschaft für 25 Jahre über einen Miet-, Pacht- oder Erbbaurechtsvertrag überlassen werden.

Noch ist offen, ob dafür ein neuer Verein gegründet wird oder der Förderverein der Kapelle Osterhofen das Projekt übernimmt.
Erwin Linder

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Erwin Linder
veröffentlicht am
20.09.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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