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Bad Waldsee – Wer Josef Epp aus Bad Grönenbach schon mal erlebt hat, bei Referaten, als Buchautor oder auch bei der Dokumentation „Lebenslinien“ im Bayrischen Fernsehen, freut sich auf ein Zusammentreffen. Dieses ermöglichte die Organisierte Nachbarschaftshilfe Bad Waldsee mit ihrer Einsatzleiterin Tanja Drewniok. Zusammen mit Gabriele Horn-Merz von der Fachstelle Organisierte Nachbarschaftshilfe der Caritas Bodensee-Oberschwaben wurde diese Veranstaltung vorbereitet.

Gabriele Horn-Merz (Caritas) stellte den Referenten vor.
Neben den Ehrenamtlichen aus Bad Waldsee – seit Januar 2026 ist auch die bisher eigenständige Nachbarschaftshilfe Reute-Gaisbeuren hier integriert – konnten auch Personen aus Aulendorf, Bad Wurzach, Bergatreute, Leutkirch und Wolfegg begrüßt werden. Ein herzliches Willkommen galt auch wichtigen Vertretern der Seelsorgeeinheit Bad Waldsee.

„Resilienz im Alltag, mich schützen und stärken“ – neugierig auf Antworten darauf waren gut 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Mittwochabend (15.4.) im Katholischen Gemeindehaus Bad Waldsee. „Dem Hamsterrad entkommen“ oder mit anderen Worten: „Die Fähigkeit eines Menschen, Krisen, Stress und Rückschläge zu bewältigen, sich davon zu erholen und dabei innerlich stabil zu bleiben“, Josef Epp (Bild) verstand es trefflich, dieses nicht einfache Thema zu interpretieren. „Das Leben ist schön, hat aber auch finstere Seiten, es zehrt an unseren Kräften“, mit diesem Satz sprach der Referent unsere begrenzten Ressourcen an. Oft sei unser Erschöpfungszustand sehr hoch, die Kräfte aufgebracht. Dazu strömen laufend neue Nachrichten auf uns ein.
Mit einer Sanduhr in der Hand sprach Epp den Faktor Zeit an: „Jeder sagt uns, wieviel Uhr es ist, aber nicht, wie spät es ist.“ Inseln der Entspannung können sein: Ein gutes Buch, Kaffee auf der Terrasse oder auch mal einen Brief zu schreiben. Da 30 Prozent der Deutschen mit Schlafstörungen zu kämpfen haben, sollte die Kraft der Natur besser im Fokus stehen. Bei einem Waldspaziergang könne das Gezwitscher der Vögel, das bewusste Atmen oder auch das Spüren von weichem Moos hilfreich sein. „Eine Isolation schädigt den Menschen, bedeutet ein hohes Gesundheitsrisiko“, so Josef Epp.
Im weiteren Verlauf sprach der Referent – er war von 1995 bis 2021 Religionslehrer in Dietmannsried – die Spiritualität des Menschen an. „Habe ich Hoffnung, dass alles einen Sinn hat (oder anders gesagt): Ist der Sinn größer als meine Schlauheit, meine Vorstellungskraft.“ Und weiter: „Zu einem erfüllten Leben sind gute Wurzeln (Familie) ebenso wichtig wie eine Antenne nach oben.“
Aufgewachsen in einem streng katholischen Haushalt wurde der Glaube von Josef Epp immer wieder auf die Probe gestellt. Als junger Familienvater wird er mit der schweren Herzerkrankung seiner Frau Brigitte konfrontiert, welche zum Tode führte. So blieb er mit seinen drei kleinen Kindern allein. Als späterer Klinikseelsorger in Ottobeuren hat er erfahren, dass es Menschen, welche wir besuchen, nur gut gehe, wenn es auch uns gut geht.
In freier Rede gelang es Josef Epp, 90 Minuten wie im Fluge vergehen zu lassen. Langanhaltender Beifall zeugte von der Professionalität des Referenten. Großes Interesse galt anschließend der mitgebrachten Buchauswahl.

Gabriele Horn-Merz (links) und Tanja Drewniok (rechts) freuten sich über die gelungene Veranstaltung.
Text und Fotos: Rudi Heilig


































