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    Rudi Spieß als Vorsitzender der DEHOGA-Ortsstelle bestätigt

    Bad Waldsees Wirte trafen sich zur Jahreshauptversammlung

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    Foto: Peter Lutz
    Der wiedergewählte Vorstand. Unser Bild zeigt von links Irmgard Hörger (früher „Sonne“, Reute), Andreas Bader (der DEHOGA-Regionalgeschäftsführer war Gast der Versammlung), Hermann Hörmann („Stern“, Reute), Rudi Spieß, Horst Schmidt („Kreuz“, Mattenhaus), Wolfgang Maier („Rössle“), Sascha Binoth (Fürstliches Golf-Resort).
    veröffentlicht am: 21.03.2026
    Lesedauer: ca. 8 Minuten

    Bad Waldsee – Bertold Schmidinger vom „Grünen Baum“ war Gastgeber der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Ortsstelle Bad Waldsee des Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Mit wenigen Ausnahmen waren fast  alle Gastronomiebetriebe der Ortsstelle vertreten. Auch DEHOGA-Geschäftsführer Andreas Bader mit Kollegin Sabine Schröder, zuständig für die Kreise Biberach, Ravensburg, Bodenseekreis und Sigmaringen, war gekommen.

    Der als Wirtesprecher im Amt bestätigte Rudi Spieß. Oberbürgermeister Matthias Henne würdigte die ökonomische und gemeinschaftsstiftende Rolle der örtlichen Gastronomie.

    DEHOGA-Regionalgeschäftsführer Andreas Bader (links) mit Berthold Schmidinger, in dessen Räumlichkeiten im „Grünen Baum“ die diesjährige Versammlung der Waldseer Wirte (DEHOGA-Ortsstelle) stattfand.

    Die Stadt Bad Waldsee war durch Axel Musch (Fachbereich Wirtschaft, Tourismus, Kultur) vertreten, OB Matthias Henne und Bürgermeisterin Monika Ludy waren zunächst in einer Ausschusssitzung des Kreistags und trafen daher etwas später ein. Auch Melanie Schaden, Forumsmanagerin des Unternehmerforums Bad Waldsee, war unter den geladenen Teilnehmern. Rudi Spieß, Vorsitzender der DEHOGA-Ortsstelle Bad Waldsee, eröffnete die Jahreshauptversammlung und dankte dem Gastgeber. Er freute sich über die aktive Mitwirkung des Waldseer Unternehmerforums und dankte Joe Hermann für die Gestaltung des Internetauftritts der DEHOGA. Er bat die Besucher, sich in ehrendem Gedenken an die verstorbenen Mitglieder zu erheben. Unter anderem waren dies Inge Schmid („Kreuz“, Mattenhaus), Georg Hecht (Bad Waldsee) und Stefan Huber („Zur Post“, Wolfegg).

    Der Bericht von Hermann Hörmann

    Schriftführer Hermann Hörmann (Bild) übernahm die Aufgabe, über alle Aktivitäten des abgelaufenen Jahres zu berichten. So gab es mehrere wichtige Schulungen, unter anderem über Hygiene und Brandschutz, eine Aktion mit 3500 Wirten aus dem gesamten Bundesland auf dem Cannstatter Wasen, Wirtestammtische mit Erfahrungsaustauschen, Rudi Spiesß(er und seine Gattin führten 36 Jahre lang die Gastronomie in der Viehversteigerungshalle) wurde in den Seniorenrat der DEHOGA gewählt, im Ravensburger Spieleland fand die Jahreshauptversammlung der Ortsstellen Oberschwabens statt und es wurde über die 42. Spezialitätenwochen im vergangenen November und das Projekt „Genussregion Bad Waldsee“ in Zusammenarbeit mit der Bauernschule berichtet.

    Wechsel bei der Leitung der Gaststätte „Flasche“

    Nach 31 Jahren Wirten im Balkanrestaurant „Flasche“ konnte Munir Zekirovski das Lokal an Matija Ocvirek übergeben, das weiter mit seinen bisherigen Angeboten im Geschäft bleibe. Ocvirek fehlte an der Jahreshauptversammlung, weil er in einem Stau steckte.

    Das Thema Mehrwertsteuersenkung auf 7 % im Zusammenhang mit hoher Inflation, begleitet von stark gestiegenen Insolvenzen (bundesweit plus 28 %!), wurde diskutiert, vor dem Hintergrund von Diskussionen in der Presse, aber auch vor dem Hintergrund des Beitrags der Gastronomie zum Inlandsprodukt oder des Beitrags zum Zusammenhalt/Begegnung (Wirtsstuben sind doch auch öffentliche Wohnzimmer oder Orte von Lebensfreude!). Das neue Landesgaststättengesetz mit viel neuer Bürokratie beschäftigte die Gastronomen intensiv. Hörmann vergaß auch nicht, an die Spätzle-Challenge zwischen der Lokalredakteurin Karin Kiesel von der „Schwäbischen Zeitung“ und Rudi Spieß zu erwähnen, das Rudi natürlich als haushoher Sieger für sich entschied. Frau Kiesel „durfte“ zur Belohnung hinterher abspülen! Spieß bedankte sich für den ausführlichen Bericht bei Kollegen Hörmann.

    Der folgende Kassenbericht wurde von Simon Mayer (Scala) in Vertretung von Alexander Bösch vorgetragen. Weil es keine Bewegung auf dem lokalen Konto gab, waren er und Kassenprüferin Irmgard Hörger („Sonne“, Reute) blitzschnell fertig.

    Die Wahlen

    Nach der Entlastung des Vorstands rief Andreas Bader zu den Neuwahlen auf. Alle bisherigen Amtsinhaber stellten sich zur Wiederwahl, auch keine neuen Bewerbungen waren gemeldet. Lediglich Frau Spieß hob den Arm ihres Gatten, damit er nicht erneut zur Wahl stehen möge. Rudi drückte aber seinen Arm recht schnell wieder nach unten! Klar, dass der alte Vorstand nun auch der neue ist. Trotzdem mahnte Bader, auch Jüngere zur Vorstandsarbeit zu motivieren.

    Der alte und neue Sprecher der Bad Waldseer Gastronomen: Rudi Spieß.

    Mehrwertsteuer, Big Mac und anderes

    Andreas Bader führte die Diskussion dann mit einem längeren inhaltlichen Beitrag fort. Darin ging es auch um den reduzierten Mehrwertsteuersatz, beispielsweise, welche Speisen sind darin eingeschlossen und wie sind Cappuccino to go bzw. sein Konsum im Lokal zu erfassen oder wie hoch der Milchanteil in einem Produkt ist.

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    Die öffentliche Kritik an der Preisgestaltung in der Gastronomie sei inakzeptabel, schließlich gebe es ja auch keine Kritik an der Preiskalkulation des VW-Konzerns. Die Inflation treffe gerade die Gastronomie hart. Umsatzverluste seien die Folge, weil vermehrt günstigere Speisen, Verzicht auf Dessert oder nur noch ein Getränk offensichtlich sind. Dagegen spielten Preise in der Systemgastronomie kaum eine Rolle, wie am Big Mac von McDonalds zu sehen sei. Innerhalb weniger Jahre sei der Preis dafür von 4,25 auf 6,99 Euro gestiegen, also um 65 %.

    Auch die Regelung der Arbeitszeiten war Thema. Wie schaffe man es, weniger als zehn Stunden pro Tag hinzubekommen, wenn man sowohl für Frühstück bis Abendessen Service vorhalten muss? Auch die Businesspauschale auf Rechnungen für Geschäftsreisende wurde thematisiert. Die Corona-Soforthilfen und damit verbundene Rückforderungen waren Gesprächsstoff. Die Geschäftsstelle helfe gerne beim Widerspruch gegen Rückforderungen, beispielsweise, wenn nicht alle Fixkosten geltend gemacht wurden.

    Sascha Binoth sprach über den Bürokratiedschungel.

    Heißes Thema war auch die sogenannte Kontingentbeschäftigung von Ausländern von außerhalb der EU. Nach acht Monaten müssen sie entlassen werden und erst vier Monate später dürfen sie wieder beschäftigt werden. Wie sind Personen ohne Sprach- und Fachkenntnisse tariflich einzuordnen, ohne dass Unzufriedenheit  unter den bisherigen Mitarbeitern entsteht? Für Saisonbetriebe beispielsweise am Bodensee sei das interessant, nicht aber in konstant geöffneten Häusern. Auch die in Bayern und Baden-Württemberg für diese Kräfte unterschiedlich zulässigen Wochenarbeitszeiten wurden angesprochen.

    Abschließend machte Bader auf das Thema Ehrenamt hier im Kreis aufmerksam. In Bad Überkingen fänden entsprechende Seminare statt, so vom 13. bis 14. April. Zum Schluss dankte Bader für die vorbildliche Arbeit mit Konstanz und Zusammenhalt in dieser Ortsstelle, was eine Besonderheit sei.

    Die Citycard

    Melanie Schaden (Bild) vom Unternehmerforum stellte die seit Beginn diesen Jahres neu eingeführte Citycard vor. Die Karten seien nun digitalisiert und sie gebe es auch als App. 40 Unternehmen sind daran bisher beteiligt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt sei höchst erfreulich. Man könne auch unterschiedlichste ZUwendungen an Kunden oder Mitarbeiter draufladen (Benzin, Essen, Einkäufe). Interessierte gebe es reichlich zwischen Ulm und Bodensee. Anliegen sei natürlich Kundenbindung und insbesondere die Idee, das Geld müsse hier in der Kurstadt bleiben. Das Bonusmodell funktioniere sehr benutzerfreundlich und sei recht erfolgreich. Bislang nur hier und in Lahr oder Balingen gebe es diese Einrichtung!

    Das kommende Tut-gut-Magazin

    Axel Musch (Bild) berichtete auch über Digitalisierungen in seinem Zuständigkeitsbereich. So sei das Magazin „Kurland“ abgeschafft worden und werde künftig durch ein zweimal jährlich erscheinendes über siebzigseitiges modernes Tut-gut-Magazin ersetzt. Es erscheine im A 5-Format und Unternehmen und Gastronomie könnten hier optimal platziert werden. Die Reichweite des Magazins sei überregional, es werde kostenlos verteilt. Zusätzlich würden auf der Homepage des Arbeitsbereichs und auf QR-Codes tagesaktuelle Events laufend bekannt gemacht.

    OB Henne: „Die örtliche Gastronomie leistet einen wertvollen Dienst“

    OB Matthias Henne (Bild) und Bürgermeisterin Monika Ludy waren inzwischen eingetroffen und Henne ergriff das Wort. Er bescheinigte der hochwertigen Waldseer Gastronomie eine prominente Rolle im  Erscheinungsbild der Stadt und sichere ihr eine entscheidende Aufenthaltsqualität. Er bat Rudi Spieß, weiterhin aktiv zu bleiben, er sei Garant für die aktive Rolle der Ortsstelle. Er gratulierte dem gesamten Vorstand zu seiner Wiederwahl. Auch für das gemeinsame Feiern und das Miteinander in der Stadt und darüber hinaus leisten die Gastronomen wertvolle Dienste. Die DEHOGA sei eine effiziente Interessenvertretung und die Stadt stehe selbstverständlich als Partner zur Verfügung. In guter Kooperation werde der Tourismus weiter gefördert und entwickelt. Seit Corona haben sie selbst viel investiert und die Stadt arbeite an einer Modernisierung der Tourismusstrategie. Man sei sehr offen für konstruktive Kritik und man lade alle dazu ein, daran mitzuarbeiten.

    Kneipennacht am Kulturwochenende

    Während des laufenden Jubiläumsjahres 2026 gebe es zahlreiche Veranstaltungsformate, was als Chance und nicht als Belastung zu sehen sei. So gebe es am Kulturwochenende im April eine Kneipennacht, kündigte das Stadtoberhaupt an und bat um Zusammenarbeit. Für Austausch habe die Stadt stets offene Türen und Axel Musch kenne sich insbesondere in der Gastrobranche bestens aus. Mit ihrem Potenzial, ihrer Atmosphäre und mit unserer Gastfreundschaft biete unsere Stadt optimale Voraussetzungen, verantwortungsvoll und gemeinsam gute Wege gerade in diesem Jahr zu gehen. Henne wünschte den Wirten gute Geschäfte und dankte Rudi Spieß mit einem besonderen Weinpräsent für seine Arbeit. Spieß dankte im Namen aller für den Besuch der Stadtspitze und lud alle Anwesenden zum gemeinsamen Essen aus der guten Küche des „Grünen Baums“ ein.

    Bürgermeisterin Monika Ludy, Hotelier Horst Schmidt.

    Text und Fotos: Peter Lutz

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    21.03.2026
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