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Bad Waldsee – Wie wäre es wohl, wenn ich eines meiner Leistungsfächer studieren würde? Das mag sich manche angehende Abiturientin, mancher Abiturient fragen. Vorstellbarer wird das wohl eher, wenn externe Experten und Expertinnen den Unterricht bisweilen ergänzen können. Da das Erasmus+ -Programm im Rahmen der Europa-Schule Projekte dieser Art unterstützt, konnte das neue Abiturschwerpunktthema „Figur im Kontext“ einmal anders vermittelt werden. Vom 19. bis 22.10.2026 waren zwei deutsch-spanische Künstlern aus Andalusien am Gymnasium Bad Waldsee, um mit den Schülerinnen und Schülern des Kunst-LKs von Birgit Sauter vier Tage zu arbeiten.
Sich einem Thema öffnen, sich damit auseinandersetzen, um es schließlich in einem ästhetisch-praktischen Prozess beginnen und vollenden zu können, das klingt nicht nur intensiv, sondern ist eine Herausforderung – besonders, wenn eine feste zeitliche Vorgabe vorhanden ist. Natürlich kennen Schülerinnen und Schüler das auch aus dem Kunstunterricht, doch durch Künstler von außen beginnt eben häufig auch ein etwas anderer Prozess, allein schon durch die Tatsache, dass es Menschen gibt, die als freie KünstlerInnen, MusikerInnen oder SchauspielerInnen arbeiten. Thematisch ging es um persönliche Licht- und Schattenseiten, also Aspekte, die einem erfreuen, beleben oder glücklich machen im Gegensatz zu weniger strahlenden Seiten, welche berühren, bewegen oder beschäftigen. Praktisch wurde der Schatten des jeweiligen Selbst auf eine Sperrholzplatte übertragen, ausgesägt und von beiden Seiten malerisch bearbeitet.
Die Herausforderung für die Schülerinnen und Schüler bestand darin, für beide Seiten eine ansprechende Komposition zu entwerfen und diese im Rahmen der vorgegebenen Zeit auf die Sperrholzplatte zu übertragen. Dies geschah zum einen über schon im Vorfeld angefertigte Skizzen- und Studienarbeiten mit Bleistift, Kohle und Farbe, zum anderen wurden Motive aus dem persönlichen Repertoire gewählt.
Am Ende der Einheit war es allen Schülerinnen und Schülern gelungen, ihre persönlichen „Licht- und Schattenseiten“ künstlerisch-ästhetisch umzusetzen. Abschließend wurden die Einzelarbeiten im „Kunst-Flur“ aufgestellt und in einer Reflexionsrunde gemeinsam besprochen. Einmalig war dabei für den Kurs die Begleitung durch die beiden Künstler, welche nicht im schulischen Kontext arbeiten und daher für Schülerinnen und Schüler merklich die Existenz ihres Faches und des Themas im Außen, in der außerschulischen Öffentlichkeit verortbar und erlebbar machen.




































