Neue Ausstellung befasst sich mit der Geschichte der Drogerie


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Wangen – Die Ausstellung „Der Drogenhändler“ lädt zu einer besonderen Zeitreise voller Retro-Charme durch rund 100 Jahre Drogeriegeschichte ein. Im Mittelpunkt steht der Drogist – „Drogenhändler“ wurde er früher genannt, lange bevor der Begriff mit dem heutigen illegalen Rauschgifthandel verbunden wurde. Die kuluturgeschichtlich hochinteressante Ausstellung ist in der Städtischen Galerie „In der Badstube“ in Wangen (Lange Gasse 9) vom 7. November bis 14. Februar zu sehen. Vernissage ist am Freitag, 6. November, um 18.00 Uhr.
Viele Produkte des täglichen Lebens wurden einst von Apothekern und Chemikern entwickelt und als Marken etabliert, die teilweise bis heute weltweit bekannt sind. Andere hingegen sind längst vom Markt verschwunden und nur noch als Erinnerungen vergangener Zeiten erhalten. Anhand zahlreicher Exponate aus Drogerien der 1920er-Jahre bis heute – darunter rund 150 Plakate und Werbetafeln, Verpackungen und Dosen aus Ost- und Westdeutschland – vermittelt die Ausstellung in der Städtischen Galerie In der Badstube ein lebendiges Bild von Kultur, Alltag und Zeitgeist jener Jahrzehnte. Gezeigt werden Werbegrafiken der Vorkriegszeit, Dokumente der entbehrungsreichen Nachkriegsjahre sowie Zeugnisse des aufkommenden Wirtschaftswunders. Alte Markenartikel, Verpackungen und weitere Objekte rund um den historischen Drogenhandel lassen zahlreiche Erfolgsgeschichten wieder greifbar werden.
Der Sammler der Exponate führt in die Ausstellung ein
Eröffnet wird die Schau am Freitag, 6. November, um 18.00 Uhr mit einem Grußwort von Oberbürgermeister Michael Lang und einer Einführung des Sammlers Bernd Schönebaum. Ihm ist es zu verdanken, dass ihm vor vielen Jahren in seiner Heimatstadt Springe der Grundstock der Sammlung in die Hände fiel. Dabei handelt es sich um die Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrzehnten einer dortigen Drogerie. 1984, rund zehn Jahr nach diesem Fund, kam es zur Initialzündung, sich mit der Geschichte der Drogerie-Werbung intensiv auseinanderzusetzen und infolgedessen 2004 zur ersten Ausstellung. Seitdem sind seine Recherchen ungebrochen weitergegangen und damit auch das Auffinden zahlloser Geschichten rund um Produkte, Hersteller und Drogerien. Dazu gehören Kuriositäten wie etwa Produkte, die gegen Kartoffelkäfer helfen oder eine „radioaktive“ Wunder-Zahnpasta.

Kinderkost zuverlässig aus der Drogerie. VDD, 1960er-Jahre. Repro: Bernd Schönebaum.

Fewa.(Feinwaschmittel der Marke Henkel). Werbetafel 1952. Repro: Bernd Schönebaum

Silvapin Fichtennadelbad. Pino A. G. Werbetafel, 1950er-Jahre. Repro: Bernd Schönebaum.
Der Beitrag der Stadtarchivarin
Auch in Wangen in der Altstadt hat es einst Drogerien gegeben – beispielsweise diejenige von Carl Theodor Schliz in der Paradiesstraße und diejenige der Familie Altenöder in der Bindstraße. Die Stadtarchivarin Birgit Kata hat sich dieses lokalen Bezuges angenommen, der in engem Kontext mit der frühen Bade-, Körper- und Gesundheitskultur in Wangen steht. Hierzu hält die Ausstellung einen gesonderten Ausstellungspart bereit, in dem entsprechende Dokumente und Exponate aufbereitet sind.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung „Der Drogenhändler. 100 Jahre Drogeriegeschichte(n). Eine Zeitreise“ in der Städtischen Galerie In der Badstube, Lange Gasse 9, in Wangen ist dienstags bis freitags, sonntags und feiertags von 14.00 bis 17.00 Uhr, samstags von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; an Heiligabend und Silvester geschlossen.
Alle weiteren Infos zum Begleitprogramm sind im Internet unter www.wangen.de erhältlich. Den Zugang dahin haben wir hinter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte hinterlegt.


































