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Rot/Rot – Bischof Dr. Klaus Krämer ernennt am 18. Oktober die ehemalige Klosterkirche der Prämonstratenser in Rot an der Rot zum Münster. Inmitten einer großen Gottesdienstgemeinschaft – weit über Kirchengemeinde und die Seelsorgeeinheit Rot-Iller hinaus – sowie im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft erhob der Bischof St. Verena offiziell zum Münster.

Der neue Titel leitet sich vom lateinischen Begriff „monasterium“ für Kloster ab. „Die Abtei war über all die Jahrhunderte hinweg ein Ort der Spiritualität, ein Ort der Bildung und der Kultur, ein Ort der Kunst und der Musik – und vor allem ein Ort der Seelsorge“, erklärte der Bischof in seiner Predigt.

Die Erhebungsurkunde, die Bischof Krämer am Beginn des feierlichen Pontifikalgottesdienstes verlas und dann an Pater Johannes-Baptist Schmid, Pfarrer und selbst Prämonstratenserchorherr, übergab, würdigt die Gründung des Klosters vor 900 Jahren als älteste Prämonstratenserpropstei Oberschwabens mit zahlreichen Tochtergründungen wie Weißenau und Obermarchtal. Die Urkunde nennt explizit die qualitätvolle Ausstattung der klassizistischen Kirche mit dem Chorgestühl, den Fresken und der Holzhey-Orgel, verweist aber auch auf Tausende Menschen heute, die diesen Ort zum Bestaunen sowie zu Gottesdienst und Gebet aufsuchen.

Bischof Klaus Krämer zelebrierte, attestiert von „Münsterminis“, den Festgottesdienst. Fotos: jr

Bischof Krämer erinnerte in seiner Predigt an die Blütezeiten, aber auch an die wechselvolle Geschichte des Klosters. Bereits wenige Jahrzehnte nach der Gründung im Jahr 1126 brannte das Kloster Mönchsrot, so sein ursprünglicher Name, 1182 bis auf die Grundmauern nieder. Die spätgotische Abteikirche von 1506 wurde am Ende des Dreißigjährigen Kriegs völlig ausgeplündert und erneut Opfer des Feuers. In der barocken Klosteranlage, die heute das diözesane Jugendhaus St. Norbert nutzt, stürzte 1784 das eben gemauerte Deckengewölbe der Kirche ein. „Nachdem das Gewölbe wieder erneuert war, entstanden dann die wunderbaren Deckenfresken von Januarius Zick“, sagte der Bischof.

Das Gemälde über der Orgel zeigt das zum Kirchweihfest gelesene Evangelium, in dem Jesus Händler aus dem Tempel vertreibt. Neben diesem ging Bischof Krämer auch auf das zentrale Deckenbild ein. Dort beeindruckt der junge Jesus im Tempel die Schriftgelehrten durch seine geisterfüllte Rede. Wie die Mönche damals orientierten sich die Gläubigen aller Zeiten an Jesus Christus. „Möge das Münster St. Verena auch künftig ein Ort sein, der Menschen anzieht und sie mit der Schönheit und der Strahlkraft der frohen Botschaft in Verbindung bringt“, gab der Bischof den Messebesuchern mit auf den Weg. Als äußeres Zeichen dafür segnete er am Kircheneingang eine Gedenktafel an diesen Tag.

„Abt Nikolaus Betscher hatte im Himmel sicher große Freude an dieser wunderbaren Musik.“ Mit diesen Worten dankte Pater Johannes-Baptist am Ende den Kirchenchören von Rot und Berkheim, dem Orchester und den Organist:innen an der Holzhey- und der Chororgel. Die Messe „Missa pastoritia“, die Hirtenmesse, komponierte der letzte Roter Abt 1806, als er bereits abgesetzt war. Die große Schar der Ministrant:innen beförderte der Bischof am Ende selbst zu Münsterminis.

Mit der Ernennung zum Münster neigt sich das Jubiläumsjahr, 900 Jahre Kloster, dem Ende zu..

erschienen in November 2026

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St. Verena wird Münster

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