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Ein Partnerunternehmen der Bildschirmzeitung
Online-Lokalzeitungen

Viel Erfolg, Reiner, Ronja und Julia

Foto: Blix
Reiner Schick in seinem Büro im Herzen Laupheims, da, wo die Musik spielt: dem Rathaus gegenüber. Das Foto haben wir der Oktober-Ausgabe des Oberschwaben-Magazins „Blix“ entnommen, in dem Schick mit seinem Projekt „CarlL“ – eine digitale Lokalzeitung – vorgestellt wird (Seite 6).
veröffentlicht am: 05.10.2026
Autor: Gerhard Reischmann
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Laupheim / Lindau / Bad Wurzach (rei) – Print stirbt. Leider. Doch an die Stelle des Abgehenden tritt Neues. In Laupheim hat ein erfahrener Lokaljournalist eine örtliche Online-Zeitung gegründet. In Lindau ist die Online-Lokalzeitung „Kolumna“ seit 2024 am Markt. Pionier auf diesem Sektor ist der „Wurzacher“. Den gibt es seit 2005.

Was waren das doch für gemütliche und intensive Leseerlebnisse am Frühstückstisch! Mit leisem Geraschel und dem berühmten Kaffeefleck auf dem Leitartikel. Diese Haptik: Papier in der Hand! Und das einvernehmliche Teilen der Zeitung mit dem Ehegespons. Den Sportteil für ihn, den Lokalteil für sie. Den allgemeinen Teil später.

Und was war das für eine Zeitung! Jeder Haushalt hatte sie abonniert und die Zeitungsmacher bemühten sich, alle Belange des Lebens abzubilden, das örtliche Geschehen und all das, was draußen in der Welt passierte. Die Einteilung in die klassischen Ressorts Politik, Kultur, Wirtschaft, Sport, Buntes und Lokales galt als unverrückbar, genauso wie der Grundsatz von Trennung von Meinung und Nachricht. Die Zeitung war der Leuchtturm der Volksbildung. Sie sammelte die lebensnotwendigen Informationen am Ort, bündelte sie, bewertete und ordnete sie. Sie war das Fundament der Demokratie.

Das gute alte Modell Zeitung, es funktioniert nicht mehr. In Zeiten des Internets ist es völlig altmodisch, Information zu materialisieren und körperlich an die Häuser zu tragen. Es ist, als führe eine Dampflok auf dem ICE-Gleis.

Die Presse, die Vierte Gewalt, die den Mächtigen auf die Finger klopfte, sie erodiert. Die Vierte Gewalt, die den Staat in Gestalt von Legislative, Exekutive und Judikative kontrollierend, korrigierend, alles in allem konstruktiv-kritisch begleitete, steht im Niedergang. Diese ernüchternde Analyse gilt zuvorderst dem privatwirtschaftlich verfassten Teil; aber auch der öffentlich-rechtliche Sektor steht in der Kritik.

Was ist an die Stelle der Vierten Gewalt getreten?

Die Fragmentierung. Der Zerfall. Die Vereinzelung. Jeder bewegt sich in seiner Blase. Es ist das Gegenteil von Bündelung. Das, was die Zeitung einmal war – ein Bündel relevanter tagesaktueller und zielgruppengerechter Information – wird es bald nicht mehr geben.

Doch es gibt Reaktionen auf den Zerfall.

In Lindau ist 2024 die lokale Bildschirmzeitung „Kolumna“ an den Start gegangen. In Laupheim gibt es seit kurzem „CarlL“. In Lindau kämpfen Ronja Straub und Julia Baumann-Scheyer und ihr Team um einen Platz im lokalen Medienkonzert, wollen eine Alternative, ein Korrektiv zur Monopolzeitung aufbauen. In Laupheim versucht der Journalist Reiner Schick dasselbe.

Beide Konzepte bauen in erster Linie auf Abonnenten. Anzeigenerlöse sollen mithelfen.

Screenshot von „CarlL“.

Screenshot von „Kolumna“.

Im Unterschied zu den vorrangig abofinanzierten Medienprojekten in Lindau und Laupheim setzt das Gratismedium „Der Wurzacher“ (mit sieben weiteren Ausgaben) ausschließlich auf den Anzeigenverkauf. Zugangsschranken – bei Abo-Lösungen unabdingbar – gibt es beim „Wurzacher“ nicht.

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Startseite der „Bildschirmzeitung“ am 5. Oktober um 6.00 Uhr

Allen drei Konzepten gemein ist: Sie wollen mit moderner IT-Technik – als Nonprint-Medien – den örtlichen Raum, die Heimat abbilden. Alle bemühen sich um ein attraktives lokales Angebot. Und überall haben es die örtlichen Gesellschaften in der Hand, ob es funktioniert: über Abonnement und Anzeigenkauf.

Das Team der „Bildschirmzeitung“.

Wir vom „Wurzacher“ wünschen unseren Kollegen und Kolleginnen in Lindau und Laupheim viel Erfolg. Bleibt dran, Reiner, Ronja und Julia mit Euren Teamern.

Text: Gerhard Reischmann

Transparenzhinweis
Seit 2005 gibt es die Bildschirmzeitung „Der Wurzacher“, seit 2008 die Ausgabe „Der Waldseer“. Anschließend haben die Herausgeber der „Bildschirmzeitung“ Ausgaben auch für Leutkirch, Kißlegg, Isny, Aulendorf und Aitrach-Aichstetten aufgebaut. Im Januar 2025 ist man in Isny gestartet. Und am 29. März 2026 wurde die Ausgabe „Der Wangener“ eröffnet. „Wir verstehen unser Projekt als Zeitung für alle. Das heißt: Im Prinzip werden alle Artikel-Zusendungen aus unserem Lesergebiet in unserer digitalen Heimatzeitung kostenlos veröffentlicht. Sofern sie nicht persönlichkeitsverletzend, extremistisch oder offensichtlich wahrheitswidrig sind“, schreiben Verlag und Redaktion in ihrem Editorial. Und weiter: „Wir, das sind drei bodenständige, beruflich bewährte Medienfachleute aus der Region. 2023 haben wir die Allgäu-Medien KMR GmbH mit Sitz in Kißlegg gegründet. Die Allgäu-Medien KMR GmbH hat im August 2023 die in Bad Wurzach und Bad Waldsee gut eingeführte Bildschirmzeitung von Gründungsherausgeber Wolfgang Weiß (Bad Wurzach / Haar) gekauft. Gesellschafter der Allgäu-Medien KMR GmbH sind der Immenrieder Mediengestalter Manuel Kimmerle, der Bad Wurzacher Journalist Gerhard Reischmann, der fe-Verlag in Immenried sowie zusätzlich dessen Geschäftsführer Bernhard Müller. Es sind also drei Personen, die über vier Geschäftsanteile als Herausgeber wirken.“ Reischmann leitet die Redaktion, Kimmerle fungiert als Geschäftsführer und Anzeigenleiter und ist für das Technische zuständig. Müller ist beratend tätig. Die Redaktion umfasst 16 Personen, die alle auf Honorarbasis arbeiten.

Das Oberschwaben-Magazin Blix – ein Printprodukt – ist ein Kooperationspartner der „Bildschirmzeitung“. Eine Win-win-Situation für beide Seiten: Die Blix-Inhalte werden digitalisiert über „dieBildschirmzeitung“ (Eigenschreibweise
) transportiert. So wird die Anzeigenbasis von Blix und im gleichen Zug das redaktionelle Profil der Bildschirmzeitung verbreitert. Wirtschaftlich und presserechtlich sind Blix und „dieBildschirmzeitung“ unabhängig voneinander. Das von Dr. Roland Reck begründete Blix-Magazin erscheint neuerdings im PR-Verlag in Wangen; Reck ist nach wie vor Chefredakteur.

Wer mehr über „dieBildschirmzeitung“ (Eigenschreibweise) wissen möchte, dem sei der Link https://diebildschirmzeitung.de/kisslegg/die-bildschirmzeitung-in-neuem-gewand-2-221043/ empfohlen.

Unter den roten Link-Balken in der rechten Spalte haben wir den Zugang zu den Webseiten der drei genannten lokalen Bildschirmzeitungen hinterlegt.

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Gerhard Reischmann
veröffentlicht am
05.10.2026
Lesedauer: ca. 5 Minuten
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