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Baienfurt – 58 – die Silvestergala mitgerechnet – ist die Zahl, die herauskommt, wenn man alle Veranstaltungen des aktuellen Programmheftes von Anfang Oktober bis Ende Dezember zusammenzählt. Bekannte Helden, aufstrebende Sternchen, klassisches Terrain und trendige Themen – alles im allem ein gelungener kultureller und kulinarischer Blumenstrauß, den das Team des Hoftheaters Baienfurt für die kommenden Monate auf die Beine gestellt hat. Nachstehend ein Überblick:
Mit dabei unter anderem Fernsehgesichter wie Bernd Stelter („7 Tage, 7 Köpfe“), Wigald Boning und Abdelkarim, der Körpersprache-Experte und Buchautor Stefan Verra („Warum Frauen oft nicht ernst genommen werden und Männer unfreiwillig Single sind“) und auch der Vocal-Coach Patrick Bopp, der einst mit den „Fuenf“ sang und nun allein mit „Aus voller Kehle für die Seele“ Gesangsinteressierte zum Mitsingen inspiriert.
Wohlfühlklima lässt Künstler immer wieder kommen
„Wir sind selber Künstler und wissen daher, was Künstler brauchen und ihnen wichtig ist, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Da gehört gutes Essen dazu, eine Willkommenskultur und ein bewusstes Kümmern“, weiß Salka Böttcher, die mit ihrem Mann, dem Schauspieler und Kabarettisten Uli Boettcher, Gesellschafterin des Hoftheaters ist und die Künstler im Abendprogramm betreut.
Dieses Wohlfühlklima bestätigt auch Michael Krebs, seit 22 Jahren künstlerisch mit Klavier und Wortwitz auf den Bühnen dieser Republik unterwegs und immer wieder zu Gast im Hoftheater. Mit seinem Programm „Optimismus – jetzt stark reduziert“ hat er am ersten Oktobertag den diesjährigen Theaterherbst eingeläutet. „Es ist eine riesige Freude, für Euch zu spielen. Danke, dass ihr da seid!“
Mittagstisch und Gaumenkino als neues Verwöhnprogramm
Für Salka Boettcher gibt es jahreszeitlich keine Unterschiede. Alles ist ein fließender Übergang. Eine Sommerpause kennt sie nicht. Und bei aller kultureller Hochkarätigkeit darf es auch beim leiblichen Wohl an nichts fehlen. „Seit Anfang des Jahres haben wir Max als neuen Restaurantleiter und Marius als neuen Küchenchef an Bord. Es macht Spaß mit beiden, neue kulinarische Sachen auszuprobieren. Sie haben uns einen Schub nach vorne gegeben.“
Seit Mai bietet das Hoftheater einen Mittagstisch an. Viele Leute schätzen diesen. Vor allem ältere Menschen schauen regelmäßig vorbei. Aber es könnten noch mehr sein, schließlich gibt es genügend umliegende Firmen, deren Mitarbeiter sind herzlich willkommen, betont Salka Boettcher. Die Entscheidung, ob man den Mittagstisch auch zukünftig beibehalten wird, steht noch aus.
Ende Oktober feiert ein weiteres Highlight im Hoftheater Premiere: Dass so genannte „Gaumenkino“ verbindet Cinema mit Kulinarik. „Ratatouille“ flimmert auf der Leinwand und ist gleichzeitig Bestandteil eines Vier-Gänge-Menüs, das während der Vorführung serviert wird. Bis zu 80 Gäste haben Platz und können zeitgleich schauen und genießen – so Böttcher.
Die Liebe zur Kunst und zum Publikum
Zurück zu Vorstellung von Michael Krebs. „Der erste Applaus macht mir klar, was für ein cooler Typ ich bin.“ Die Leute feiern ihn und seine Songs, die da heißen: „Ich brauche Bestätigung“ mit Zeilen wie „Egal ob Koran oder Bibel, ich bin meinungsflexibel“ oder „Internet“ mit dem Refrain „Wann ist Schluss mit dem Stuss, wann ist endlich Sendeschluss“.
Es geht um Künstliche Intelligenz, Datensammlerei und Überwachung, „Das Mädchen von der Jungen Union“ und die Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung (die gibt es wirklich), den „Guten Diktator“, „Einfühlungsvermögen“ und „Nach unten treten“. Sein Schlussplädoyer im letzten regulären Lied vor dem Schlussmedley endet poetisch: „Am Anfang gab’s Brei, am Ende Püree. Mein Körper und ich, wohnen inna WG“.
Im Nachgang gefragt, was Krebs besonders am Hoftheater mag, die spontane Antwort: „Die Liebe zur Kunst und zum Publikum. Da steckt ganz viel Herzblut drin. Qualität steht immer vor Ökonomie. Hier als Künstler aufzutreten, ist für mich das einzig Sinnvolle“. Er muss es wissen, schließlich stand er 2011/2012 bereits mit einem Comedy-Ensemble in Wacken auf der Bühne. Ein Mann mit Heavy-Metal-Vergangenheit, wie er selbst sagt.
Förderverein macht Hoftheater zukunftsfit
Diese positiven Vibes machen Lust auf mehr. Mehr Bühne, mehr Gastronomie, mehr Feiern. Passend dazu am Ende dieses Abends die Begegnung mit Stefan Obermeier, der im Förderverein aktiv ist. „Wir sammeln Spendengelder und kaufen damit beispielsweise Equipment für das Open-Air-Theater im Sommer. Gerade habe ich einen weiteren Antrag von einem Besucher erhalten.“
Unterstützung kommt hauptsächlich von Privatpersonen, manchmal auch von Unternehmen aus der Region. Die Zeichen stehen also gut, dass auch in Zukunft jährlich 40.000 Besucher ein buntes Programm mit allen Sinnen genießen können.

„Applaus, Applaus für deine Art, mich zu begeistern“ sind nicht nur Textzeilen der Band Sportfreunde Stiller. Sie spiegeln auch den Spirit des Hoftheaters wider.


Warmherzigkeit, Wohlfühlklima und Verbundenheit draußen am Feuer – und drinnen bei Gastgeberin Salka Boettcher (hier gemeinsam mit Künstler Michael Krebs).



Am 2. Oktober feierte Tobias Gnakes Programm „Voll auf die Ohren“ im Hoftheater Premiere. Im Abschlussmedley schlüpfte der Künstler in diverse Rollen: ls Alice Cooper, Brian Johnson von AC/DC und Elvis Presley (von oben nach unten).

Kulturelle und kulinarische Sternstunden locken immer wieder Gäste aus ganz Oberschwaben ans nördliche Ende des Schussentals – nach Baienfurt.
Text und Bilder: © Fred Nemitz, Oktober 2026
Mehr zum Hoftheater Baienfurt https://www.hoftheater.org/index.html und zum Förderverein https://www.kleinkunscht-baienfurt.com/ (siehe auch die roten Link-Balken in der rechten Spalte)


































