
Auch im Oktober 2026 erreichten uns wieder zahlreiche Zuschriften zu unterschiedlichen Themen.
Leserbriefe zum Artikel „Ich fühle mich ertappt“, BLIX August/September 2026, S.5
Hallo Herr Reck,
danke für diesen grandiosen Artikel. Er hat mir ganz aus der Seele gesprochen. Ich bin Physiklehrerin an einer Klimaschule, dem „Hilde“ in Kempten, wo wir vor zehn Jahren entschieden haben, dass wir bemüht sind, unseren Klimafußabdruck auf Null zu bringen. Bei einer Auftaktveranstaltung im Kino in Kempten wurde das der ganzen Schulgemeinschaft vorgestellt, außerdem ein Schirmherr gefunden. Auch eine Firma hat uns gleich zu Anfang unterstützt und uns viele Bäume gespendet, die von den Schülern gepflanzt wurden.
Zu Beginn haben Kollegen und interessierte Schülerinnen einen Klimafußabdruck erstellt. Dazu wurde eine Umfrage unter Lehrern, Schülern und Eltern gemacht. Meine Kollegen sind zum Teil sehr engagiert, aber ein Teil auch nicht mehr so enthusiastisch wie am Anfang. Und die Schüler sind zum Teil sehr interessiert und engagiert einige aber genervt vom ewigen Klimathema. Sie glauben, die Welt hätte wichtigere Themen.
Ich selbst finde das Ewige – „Ich muss mehr verdienen, mehr im Geldbeutel haben, mehr Ich, noch mehr Ich“ – sehr frustrierend. Kaum in einem andern Land auf der Welt kosten Lebensmittel, im Vergleich zum Einkommen, so wenig wie in Deutschland. Und kaum irgendwo sind Bauern so schlecht bezahlt. In Italien haben die Bauern schon vor sieben Jahren einen Euro pro Liter Milch bekommen. Bei uns bekommen sie noch immer keinen halben Euro. Dabei pflegen sie unsere Landschaft. Jeder muss bei uns sein eigenes Auto haben, was bei uns auf dem Land nachvollziehbar ist und leider nicht anders geht, weil die Busse nicht anders fahren. Aber muss ich unbedingt Soja essen? Der Klimafußabdruck ist gigantisch. Oder Palmöl? Kleidung, die einmal rund um die Erde unterwegs war? Warum gibt es kein zwingendes Label für CO2-Ausstoß?
Ich klinge hier wie ein absolut Grüner. Aber eigentlich bin ich nur Mutter in einem 7-Personen-Haushalt. Unsere Kinder müssen noch viele Jahre auf der Erde verbringen.
Grüße aus Argenbühl
Danke an Roland Reck
Tausend DANK für ihren wunderbaren Kommentar zur Schwäbischen vom 23. Juli auf Seite 11. Es geht mir ebenso. Und leider gibt es solche Seiten in der Schwäbischen öfters. Schön, dass es BLIX gibt. Danke.
Marianne Sproll
Leserbrief zum Artikel „Bollahoiße Däg“, BLIX August/September 2026, S. 36ff.
„Na, ja, wen juckt’s?“
Sommer 2026: Europa brennt von Griechenland bis nach Island hoch. Ein Dürrejahr, wie es nach menschlichem Ermessen bisher nicht vorstellbar war. Landwirtschaft, die Natur, der Wald, die Menschen sowie Wild- und Nutztiere leiden unter der extremen Hitze und Trockenheit. Ernteausfälle, Schlachtungen wegen Futtermangel für das Vieh, Wasserknappheit: Fische und andere Lebewesen sterben in ausgetrockneten Gewässern usw. Einige Jahrzehnte lang wurden fossile Brennstoffe verheizt, Flächen entwässert und damit Treibhausgase freigesetzt, die über Jahrmillionen in Kohle, Gas- und Ölvorkommen, Mooren eingelagert waren. Innerhalb nur eines Jahrhunderts bringt sich die Menschheit in eine Situation, die für sie selbst lebensbedrohlich wird. Weit über 12.000 Hitzetote in diesem Dürresommer in Deutschland! Und wir sägen kräftig weiter am Ast, auf dem wir sitzen. Jeder einzelne trägt mit seinem Verhalten dazu bei. Wir muten unseren nachfolgenden Generationen Unzumutbares zu. „Na ja, wen juckt’s?“, bemerkt der Wetterexperte Roland Roth lapidar im Interview. Die Frage ist leider berechtigt.
Währenddessen lassen die Gemeinde Eberhardzell und das Landratsamt Biberach eine schwachsinnige Stockcar-Veranstaltung zu, die nicht nur klimaschädlich ist, sondern völlig unnötigerweise Schadstoffe auf Felder bringt, die dort abgelagert und über tierische oder pflanzliche Lebensmittel in den Nahrungskreislauf gelangen: Brems- und Reifenabrieb, Mikroplastik, Betriebsstoffe … Dem Landratsamt als Umwelt-, Naturschutz-, Landwirtschafts- und Lebensmittelüberwachungsbehörde scheint es egal zu sein: Arbeitsverweigerung auf höchstem Niveau! Und ganz katastrophal die Grünen im Kreisverband Biberach, sie können eine Online-Petition (Stoppt die klimaschädlichen Stockcarrennen in Eberhardzell, Kreis Biberach) nicht unterstützen, weil sie nicht als „Verbotspartei“ dastehen wollen. Zur Info: Am 24. Juli 2026 wurde die Verordnung (EU) 2026/1738 über die kreislauforientierte Konstruktion von Fahrzeugen und die Bewirtschaftung von Altfahrzeugen („Altfahrzeugverordnung“) im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Sie ist unmittelbar geltendes Recht in den Mitgliedsstaaten (siehe ABl. EU L 2026/1738). Aber man hat die Hosen voll bei den Grünen und traut sich nicht, Umweltverschmutzung, versehen mit einem Spaßlabel (fun cross), anzuprangern.
Ein Argument aus diesen Reihen, das die naive Haltung vieler widerspiegelt: Es gibt Wichtigeres, als diese „Einzelveranstaltung“ zu brandmarken. Wann und wo aber wollen wir in unserem Umfeld mit dem Umdenken beginnen? Roland Roth bringt es im BLIX-Sommerinterview erschreckend nüchtern auf den Punkt: „Wir müssen uns dem Klimawandel anpassen, stoppen lässt er sich nicht mehr.“ Was ich nicht als Appell für nichts Tun verstehe und erst recht nicht als Rechtfertigung für mutwillige Umweltzerstörung. Wir müssen an die Ursachen im Großen wie im Kleinen ran: Stopp der Verbrennung fossiler Energien, umweltverträgliche Wirtschaft fördern, Förderung klimaneutraler Technologien und Investitionen, Tempolimit auf Autobahnen, Ausbau der Bahn, Abwrackprämie für alte Verbrenner, Verbot unsinniger Motorsportveranstaltungen, Wiedervernässung von Feuchtgebieten/Mooren usw. Unsere Nachkommen sind auf eine lebenswerte Umwelt und Natur angewiesen. Dafür tragen wir ALLE die Verantwortung.
Peter Holl, Ingoldingen

Hallo Herr Reck,
zu Ihrem Bericht der Oberschwabenhalle (Ohne Tote Hosen, BLIX August/September 2026, S. 6). Ich habe auch mit bedauern und einer gewissen Wehmütigkeit das – ,in dieser Form‘ – Ende der Oberschwabenhalle mitverfolgt.
Wir waren Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre auf vielen Konzerten in der Oberschwabenhalle. Selbst AC/DC haben wir dort zweimal erlebt. Vielen Dank für den Bericht.
Grüße von Matthias Grad, Bad Wurzach
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