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25 Jahre El Sol – 12 Jahre Fairtrade Stadt Wangen

BSW und Stadt Wangen feiern gemeinsam am Samstag 26. September

Foto: Stadt Wangen / sum
Das Bild zeigt Schülerinnen und Schülern der aktuellen El Sol-Klasse (oben) sowie aktuelle und frühere Lehrerkräften der El Sol-Klassen. Auch die ehrenamtlichen Unterstützerinnen des Weltladens und Mitglieder der Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Wangen sind zu sehen. (Foto: Stadt Wangen / sum).
veröffentlicht am: 19.09.2026
Autor: Susanne Müller, Stadt Wangen
Lesedauer: ca. 5 Minuten

Wangen – Seit 25 Jahren führen Schülerinnen und Schüler der „El Sol-Klasse“ am Berufsschulzentrum Wangen den Eine-Welt-Laden in der Wangener Herrenstraße beim Frauentor. 2014 hatte sich die Stadt Wangen erfolgreich um den Titel der Fairtrade Stadt beworben und wurde jetzt wieder zum sechsten Mal rezertifiziert. Das soll am Samstag 26. September, von 10.00 bis 12.00 Uhr auf dem Marktplatz gemeinsam gefeiert werden. Der eigentliche Festakt mit Ehrengästen beginnt um 11.00 Uhr.

Beide Ereignisse haben unmittelbar miteinander zu tun. Denn der Prozess, der zur Fairtrade Stadt führte, wurde 2013 von zwei Schülerinnen der El-Sol-Klasse mit Unterstützung ihrer Lehrkräfte Bernhard Baumann und Sonja Opfermann angestoßen. Doch nicht erst seit damals unterstützt die Stadt Wangen das Anliegen des Fairen Handels. Denn die günstigen Bedingungen, unter denen der Laden in städtischen Räumen an der Stadtmauer beim Ravensburger Tor geführt werden kann, ermöglichen das besondere Schulprojekt El Sol.

Weltladen wurde in den 1970ern gegründet

Die Anfänge des Eine-Weltladens liegen rund 50 Jahre zurück. Er wurde von Ehrenamtlichen gegründet, die sich im Handel mit Produkten aus der damals so genannten „Dritten Welt“ engagierten. Doch die Kraft der Beteiligten kam 2001 an ihre Grenzen. Unter Federführung der Lehrkräfte Myriam Gompper, Sylvia Mauch, Josef Rauch und Bernhard Baumann wurde in der Folge die El Sol-Klasse als Juniorfirma an der BSW gegründet und das Geschäft am 4. April 2001 eröffnet. Ein bundesweit einzigartiges Projekt, wie den Verantwortlichen immer wieder gespiegelt wurde.

Seither führen Schülerinnen und Schüler der zweijährigen Berufsfachschule das Geschäft und lernen so im realen Leben, was es heißt, Kontakte zu Lieferanten zu pflegen, Lagerbestände zu überschauen, Waren zu ordern, Rechnungen zu begleichen oder mit Kunden in Kontakt zu sein. Und sie lernen dabei auch, was faire Produktionsumstände mit den Menschen machen. „Nur ein Beispiel: Wenn Menschen fair bezahlt werden, können sie es sich auch leisten, ihre Kinder in die Schule statt aufs Feld zu schicken“, sagt Bernhard Baumann.  Ihn lässt der faire Handel auch im Ruhestand nicht los. Mit Waren von El Sol ist er oder einer seiner Mitstreiter wöchentlich auf dem Mittwochsmarkt.

Im Laden selber arbeiten die Schülerinnen und Schüler ehrenamtlich. Da sie vormittags im Unterricht sind, führen Ehrenamtliche unter der Leitung von Sabine Müller morgens das Geschäft. Sie ist auch Ansprechpartnerin für besondere Themen, aktuell für die Bestellung von Orangen, die unter fairen Bedingungen produziert werden.

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Bundespräsident Köhler hatte Schülerinnen eingeladen

Das einzigartige Schulprojekt wurde sogar in Berlin registriert: Bundespräsident Horst Köhler, der den globalen Süden besonders im Fokus hatte, nahm zweimal El-Sol-Schülerinnen mit auf Reisen. 2005 ging es nach Afrika, 2007 nach Südamerika. Beide Frauen, Carina Renger und Katharina Bitz, berichten im Interview mit Bernhard Baumann von ihren jeweiligen Eindrücken.

Bewerbung um Fairtrade Stadt läuft 2013 an

Nachdem 2013 zwei Schülerinnen aus der El-Sol-Klasse bei der Stadt dafür geworben hatten, dass sich Wangen um den Titel der Fairtrade Stadt bewerben möge, startete ein Planungsprozess. Dazu gehörte der einstimmige Beschluss des Gemeinderats, sich für den Titel zu bewerben. Außerdem wurde in diesem Zuge auch der Beschluss gefasst, keine in Kinderarbeit hergestellten Produkte zu verwenden. Eine Steuerungsgruppe mit Mitgliedern aus der Breite der Gesellschaft bereitete mit Unterstützung der Stadt Wangen die Bewerbung vor.

Ernennung im Juli 2014

2014 fand die Ernennung bei einer Veranstaltung auf dem Marktplatz statt. Seither muss sich die Stadt alle zwei Jahre der Rezertifizierung stellen. Bisher mit Erfolg, was auch zeigt, dass der faire Handel in Wangen angekommen ist – nicht nur im Eine-Weltladen, sondern auch in anderen Geschäften und in der Gastronomie. So setzen neben der Stadt Wangen auch Vereine, Kirchen und andere Organisationen auf Produkte aus fairem Handel in ihren Küchen oder als Geschenke. „Was vor 25 eine Besonderheit war, nämlich faire Produkte zu verwenden, das ist heute für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit“, sagt Oberbürgermeister Michael. „Mein Dank richtet sich an alle, die sich für dieses Thema in Wangen engagieren – bei El Sol, in der Steuerungsgruppe und in der Stadtverwaltung.“

Die Fairtrade Stadt Wangen entwickelte sich rasch weiter: Standen anfangs ausschließlich Produkte aus dem globalen Süden im Fokus, so wurde früh auch großer Wert auf den Gebrauch von regional hergestellten Produkten gelegt.

Feier und Festakt

Jedes Jahr präsentiert die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Wangen zur fairen Woche ein Thema auf dem Marktplatz. Dieses Jahr hat sie El Sol ins Boot geholt, denn 25 Jahre sind kein Pappenstil. Bei einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen Vormittag präsentieren Schülerinnen und Schüler verschiedene Aktionen rund um den fairen Handel. Mitmachen ist nicht nur erlaubt, alle Gäste sind dazu herzlich eingeladen. So ist das Fair-Fahrzeug vor Ort, das zur Landesgartenschau gebaut wurde. Beim Weltspiel kann man mitraten und spielen, und wer am Weltrad dreht, kann Leckereien aus fairem Handel gewinnen. Neu: Es gibt unter anderem eine Wangen-Schokolade zu gewinnen aus fairem Handel und mit einem von Noyland entworfenen Design. El Sol präsentiert sich mit einem Marktstand.  Wer gern bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommt, kann sich am Marktstand bedienen. Prominente Gäste haben ihr Kommen zugesagt. Trommeln sorgen für Musik und Stimmung.

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Susanne Müller, Stadt Wangen
veröffentlicht am
19.09.2026
Lesedauer: ca. 5 Minuten
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