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Zur Woche der Klimaanpassung

Gut besuchter Vortrag „Moorrenaturierung im Westallgäu“

Foto: Yvonne Burgardt
veröffentlicht am: 18.09.2026
Autor: Farina Schättiger/Heike Helfenstein, Naturvielfalt Westallgäu
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Isny – Die bundesweite Aktion „Woche der Klimaanpassung“ begann in Isny mit einer gut besuchten Abendveranstaltung: rund 20 Personen kamen in die Räumlichkeiten der Firma bambeli, um dort auf Einladung des „Treffpunkt Grünes Isny“ einem Vortrag des Moorschutzprojekts Naturvielfalt Westallgäu zu folgen. Die Moderatorin Farina Schättiger gab eine kurze Einführung zur „Woche der Klimaanpassung“ und verdeutlichte kurz und knapp, welche verschiedenen Aspekte der Begriff Klimaanpassung zusammenfasse.

Um besser gewappnet zu sein für Dürre und Trockenheit, aber auch für Starkregenereignisse, käme dem Wasser- und Regenwassermanagement eine wichtige Bedeutung zu. Im städtischen Bereich bedeute dies Entsiegelung und das Schaffen von Versickerungsflächen samt Verdunstungswiesen. „Dies sind die Prinzipien der sogenannten Schwammstadt“, machte Schättiger klar. Aber auch in der Natur sei Wassermanagement von zentraler Bedeutung. Daher wurde nun das Wort an Jan Bolender und Heike Helfenstein von Naturvielfalt Westallgäu übergeben, die im Vortrag die Bedeutung von Moorrenaturierungen im Allgäu beleuchteten.

Hochmoorrenaturierung: Der lange Weg zurück zum Wasser

Dabei wurde deutlich: Ein Moor wiederzuvernässen, bedeutet weit mehr, als einen Entwässerungsgraben zu verschließen. Dahinter steckt ein aufwändiger Prozess, der Fachwissen, Geduld und die Bereitschaft vieler Beteiligter erfordert. Am Anfang steht die Frage: Warum ist es überhaupt so wichtig, Moore zu renaturieren, wo sie doch nicht mal zwei Prozent der Landesfläche ausmachen? Die Antwort war einleuchtend: Weil intakte Moore mit die besten natürlichen Klimaschützer sind: Sie speichern bei ungestörten Bedingungen sehr viel Kohlenstoff – sechsmal mehr als vergleichbar große Wälder – denn das ist der Hauptbestandteil von Torf.

Doch welche Flächen eignen sich für eine Renaturierung? Im Westallgäu gibt es zahlreiche wertvolle Hoch- und Niedermoore, doch jede Fläche hat ihre eigenen Voraussetzungen wie beispielsweise Zustand und Mächtigkeit des Torfkörpers, das Relief sowie die vorhandenen Wasserströme. Deshalb müssen zunächst Wasserstände und Wasserflüsse untersucht, das Gelände genau vermessen und die Lebensräume bewertet werden. Erst auf dieser Grundlage ließe sich entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll seien, so Jan Bolender, Projektleiter bei Naturvielfalt Westallgäu. Bolender weiter: Eine besondere Herausforderung sei die Sicherung geeigneter Flächen. Viele Moorgrundstücke befänden sich in privatem Eigentum oder würden land- und forstwirtschaftlich genutzt. Bevor eine Renaturierung möglich sei, brauche es deshalb Gespräche mit den Flächeneigentümerinnen und -eigentümern, Überzeugungsarbeit und gemeinsam entwickelte Lösungen. Kauf, Pacht oder Flächentausch können Möglichkeiten sein, Moorflächen langfristig für den Naturschutz zu sichern.

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Sind die Flächen gesichert und die notwendigen Gutachten erstellt, folgt die konkrete Planung. Bei Hochmooren geht es häufig darum, Entwässerungsgräben abzudichten und das Wasser wieder länger in der Fläche zu halten – beispielsweise mithilfe von Dämmen oder Spundwänden wie im Vortrag anschaulich gezeigt wurde. Voller Neugier hat sich das Publikum dabei auch erklären lassen, dass im Jahr 2021 das Schwandener Moor am Herbisweiher durch die Finanzierung verschiedener Rotary Clubs und unter Führung des Rotary Clubs Wangen-Isny-Leutkirch renaturiert werden konnte. Rotarier Heinz Bucher konnte direkt von seinen Erfahrungen berichten und erntete großen Dank für dieses wertvolle Engagement.

Intakte Hochmoore sind nass, aber keine Seen

Ziel der Renaturierung ist ein möglichst natürlicher Wasserhaushalt mit dauerhaft hohen Wasserständen, der den Torfkörper schützt und optimale Bedingungen für moortypische Pflanzen und Tiere schafft. Der Vortrag machte damit deutlich, dass erfolgreiche Moorrenaturierung ein Zusammenspiel vieler Schritte und Akteure ist und dass es sich lohnt, Mooren ihre wichtige Rolle für Artenvielfalt, Wasserrückhalt und Klimaschutz wieder zurückzugeben.

Mit vielen interessanten Rückfragen und einem großen Applaus bedankte sich das Publikum bei Helfenstein und Bolender für den Vortrag und ihre kostbare Arbeit rund um den Moor- und Klimaschutz.

Mehr zu den aktuellen Maßnahmen: naturvielfalt-westallgaeu.de/massnahmenkarte

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Farina Schättiger/Heike Helfenstein, Naturvielfalt Westallgäu
veröffentlicht am
18.09.2026
Lesedauer: ca. 4 Minuten
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