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    „cineclub“ Leutkirch seit 20 Jahren aktiv

    Kultkino mit Zukunft

    Foto: © Foto: Bruno Kickner 
    Kultkino mit teils original jahrzehntealter Inneneinrichtung und erstaunlich vielfältigem Angebot: das „Centraltheater“ an der Bachstraße 10 in Leutkirch. Der heuer 20 Jahre alte „cineclub“ pflegt es als weit über Leutkirch hinaus beachtetes Programmkino, das regen Zulauf erhält.
    veröffentlicht am: 09.09.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Leutkirch – Es ist schon fast 100 Jahre alt: das Kino Leutkirch an der Bachstraße 10. Seit 1929 Filmsaal. Seinen legendären Ruf genießt es vor allem wegen einer viel jüngeren Geschichte – mit Zukunft. Am 31. Juli 2006 gründeten 30 Leute in Leutkirch den „cineclub“. Dem Verein gehören heute rund 300 Interessierte an. Diese entscheiden, welcher Film vor der altbewährten Kulisse des „Centraltheaters“ läuft.

    Die aktuelle Vorstandschaft des „cineclubs“. © Foto: Bruno Kickner

    Ihren 20-jährig jungen Geburtstag feiern sie erstmal. Und zwar genau so, wie es sich für ein beachtliches Programmkino gehört: mit sehenswerten Filmen. „Bitteres Fest“ lautet zwar der Titel des Streifens, der von einschließlich 10. bis 13. September im „Centraltehater“ jeweils um 20.00 Uhr läuft.  Doch schon allein der Name des Regisseurs verspricht viel: der spanische Kultregisseur Pedro Almodóvar. Am Donnerstagabend (10.9.) gibt’s den Film „OmU“ – also als  „Original mit Untertiteln“.

    Weiter geht’s vom 17. bis 20. September mit dem „Steckerlfisch-Fiasko“. Also mit dem neuesten Titel der „Eberhofer“-Krimikomödie. Für all die, die sich dabei nicht in langen Warteschlangen vor dem „Centraltheater“ die Füße plattstehen wollen: Es lassen sich auch Plätze reservieren – per eMail. Mehr dazu in www.kino-leutkirch.de

    Damit nicht genug, setzt der „cineclub“ diesen Monat noch einen weiteren Lichtpunkt an die Bachstraße. „Denn dieses Leben lebst nur Du“, heißt der Film, der am Dienstag, 22. September ab 20.00 die „Centraltheater“-Leinwand erhellt.  Regisseur Douglas Wolfsperger persönlich ist für diesen Abend bei der Vorführung angesagt.

    Das „Centraltheater“ lockt Publikum von Bad Waldsee und Ravensburg bis aus Kempten nach Leutkirch. Immer wieder hören die „cineclub“-Mitglieder von Zuschauerinnen und Zuschauern, wie erstaunt sie über das tiefgehend vielfältige Programm im „Centraltehater“ sind: „Dass es sowas noch gibt!“

    Auf Vorschlag der Mitglieder

    Wie wählt der „cineclub“ die Filme aus? Auf Vorschlag der Mitglieder. Derzeit rund 300. „Wir haben einen guten Zulauf“, sagt dazu Martina Heinz-Freudenthaler, die Zweite Vorsitzende des Vereins. Diese große Zahl erlaubt es dem „cineclub“, das Kino „weitgehend ehrenamtlich zu führen“, wie es in der www.kino-leutkirch.de steht. Wer beitreten möchte, sei herzlich willkommen. Der Jahresbeitrag: 30 Euro. Familien zahlen 50 Euro – und wer noch die Schulbank drücke oder studiere, 15 Euro pro Jahr.

    Die Vorstandschaft

    Zum Vereinsvorstand gehören: Wolfgang Bietsch als Erster Vorsitzender, Martina Heinz-Freudenthaler als Zweite Vorsitzende. Dann Margret Engst als Schriftführerin, Beate Eska als Kassenwartin und schließlich Ilona Fuchs, Martin Hanisch und Bruno Kickner als Beisitzer. Dieser Aktiven-Gruppe gehören seit ihrer Gründung 2006 lange die gleichen an, berichtet Martina Heinz-Freudenthaler. Dies lasse auf große Zufriedenheit und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit rückschließen.

    Bestärkt wird das „Centraltheater“ durch etliche, die es unterstützen. So griff Reinhold Kraft nicht nur in die Klaviertasten, sondern reichte bei mancher Vorstellung auch Häppchen. Alle, die sich im „cineclub“ treffen, verbinde „die Begeisterung für den Film“, wie es der Erste Vorsitzende Wolfgang Bietsch erklärt. Manche Gruppierung – etwa der „Partnerschaftsverein“ (französisch-deutsch) – zeigt regelmäßig Filme dort.

    Afrika hatte an jenem Abend kinematografisch und kulinarisch im Mittelpunkt gestanden. © Foto: Bruno Kickner 

    Das Gebäude gekauft

    So schaffte der „cineclub“ Erstaunliches. Vor 15 Jahren, gegen Ende 2011, kaufte er gar das Gebäude mit Kinosaal. Fast filmreif, was der Verein während seiner 20 Jahre erlebte – und nachzulesen unter „Kino“ in www.kino-leutkirch.de . Dabei hat der Club den „vor-modernen Charme“ des Gebäudes beachtlich erhalten. Mit Zukunft? So wie`s heute aussieht, eindeutig ja. Denn sowohl die Vereinsmitglieder-Ziffer als auch die Publikumszahl steigt. Warum? Wie kommt es, dass trotz vielfältig film-flimmernder Bildschirme vielerorts das traditionelle Lichtspielhaus die Leute lockt? Dies lasse sich nicht trotz, sondern wegen der digitalen Filmflut erklären, sagt Martina Heinz-Freudenthaler. Angesichts einer immer älteren Gesamtbevölkerung würden jene immer mehr, die allein ohne Partnerin oder Partner leben – und dann daheim einsam vor der Flimmerkiste sitzen. Die „Kombination aus Nostalgie und Einsamkeit“ schaffe im „Centraltheater“ ein ganz besonderes Gemeinschaftserlebnis. Erkennbar an vielen Gesprächen, zu denen sich nicht wenige aus dem Publkum nach den Filmabenden zusammentun.  Dazu bietet der „cineclub“ im „Centraltheater“ an der Bachstraße 10 im Herbst viele Gelegenheiten.
    Julian Aicher

    Den Zugang zur Webseite des Leutkircher „cineclubs“ haben wir unter dem roten Link-Balken in der rechten Spalte hinterlegt.

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    Julian Aicher
    veröffentlicht am
    09.09.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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