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Kommentar

Der Papst und der Frieden

veröffentlicht am: 01.09.2026
Autor: Julian Aicher
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Zum Antikriegstag (1. September)

11. Mai 2025. Der neu gewählte Papst Leo XIV. hält seine erste Ansprache auf dem Petersplatz in Rom. Die Rede endet mit Leos Forderung: „Mai più la guerra!“ Zu deutsch: „Nie wieder Krieg!“ Das Kirchenoberhaupt setzt sich auch sonst immer wieder für Frieden ein.

„Wir glauben an den Frieden.“ So der Außenbeauftragte des Vatikans, Erzbischof Paul Richard Gallagher, gegen Ende August 2026. Gallagher war in diesen Tagen nach Moskau gereist, um unter anderem mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow darüber zu sprechen, ob und wie der Krieg in der Ukraine beendet werden könne. Ziel, so Gallagher: „Das Leiden von Millionen muss aufhören.“

Papst Leo XIV. hat schon mehrfach seine Bereitschaft zur Vermittlung im Ukraine-Krieg bekundet und auch den Vatikan als neutralen Ort angeboten.

Schon als junger Mann hatte er dagegen protestiert, dass in Europa Mittelstrecken-Atomwaffen aufgestellt werden. Ein Foto zeigt den jungen Robert Prevost (wie Leo mit bürgerlichem Namen heißt) bei einer Friedenskundgebung am 22. Oktober 1983 in Rom. Der Schweizer „Infosperber“ brachte es am 19. August 2026 öffentlich: https://www.infosperber.ch/politik/der-papst-protestierte-schon-1983-gegen-us-marschflugkoerper/

Augustiner nehmen am 22. Oktober 1983 an einer Friedensdemo in Rom teil. Robert Prevost (Leo XIV.), damals 28 Jahre alt, steht laut „Infosperber“ hinter dem Schild (das Medium gibt aber nicht an, welcher der drei Männer Pater Robert ist).

„Mai più la guerra!“ – Nie wieder Krieg. Diese Forderung Papst Leos vom 11. Mai 2025 auf dem Petersplatz entspricht der Formel, die ab dem 8. Mai 1945 – also dem faktischen Ende des II. Weltkriegs in Mitteleuropa – vielfach zu hören und zu lesen war. Sie wirkt anders als die Aufforderung, Deutschland müsse „kriegstüchtig“ werden.  So wörtlich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Der Musiker und Wissenschaftler Dieter Dehm hatte in den „Nachdenkseiten“ am 6. Februar 2025 gezeigt: Das Wort „kriegstüchtig“ stand am 9. Juli 1944 als Titelzeile in der Nazi-Zeitung „Das Reich“.

„Mai più la guerra“ – Nie wieder Krieg – statt „kriegstüchtig“? Gerade am „Antikriegstag“ 1. September 2026 liegt es nahe, darüber nachzudenken, wie wichtig die Forderungen des Papstes gerade heute sind.
Julian Aicher

Anm. d. DBSZ-Red.: Julian Aicher (links) engagiert sich als Pazifist. Hier übergibt er in Bologna zusammen mit Gleichgesinnten eine weiße Friedensfahne an Kardinal Matteo Maria Zuppi. Mit „Mitfahnenträger“ Johannes Heibel war er im Herbst 2025 eine knappe Woche unterwegs gewesen, um verschiedenen Personen die Weiße Friedensfahne zu überreichen, so an den Rüstungskritiker Jürgen Grässlin, den Aicher und Co. im „Haus der Katholischen Kirche“ in Ravensburg antrafen, und an Margot Käßmann, die ehemalige EKD-Vorsitzende, auch an Dr. Peter Brandt (Historiker, Sohn von Willy Brandt) und an den Friedens- und Energieforscher Dr. Daniele Ganser, auch an einen ein Schüler, der mit einem Freund von Deutschland nach Moskau radelte, um herauszufinden, wie die Leute in Russland „ticken“. Foto: Federico Basile, Bologna

Fahnen-Aktivist Johannes Heibel hat die Weiße Friedensfahne auch an Papst Leo geschickt. Daraufhin erhielt er aus Rom das nachstehende Dankschreiben:

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Julian Aicher
veröffentlicht am
01.09.2026
Lesedauer: ca. 3 Minuten
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