Bauhofen / Häberlings (rei) – Prof. Dr. Wolfgang Poller, pensionierter Arzt aus Falkensee (Brandenburg), verbringt oft seinen Urlaub im Allgäu und pflegt dabei viel zu fotografieren. Am 12. August hat er Aufnahmen von der Sonnenfinsternis gemacht – Standort Bauhofer Berg – und am 14. August hat er von Häberlings (bei Aichstetten) den Sternenhimmel fotografiert. Er schreibt:
12. August

„Bei der Sonnenfinsternis am 12. August herrschten hier bei uns ideale Beobachtungsverhältnisse, die Aufnahmen entstanden in 760 m Höhe (Koordinaten: 47.87° Nord, 9.95° Ost) mit Blick übers Achtal Richtung Westen. Es war wolkenlos, ein Glücksfall bei einem so seltenen Ereignis; selbst mäßige Bewölkung würde massiv stören.

Die letzte hier beobachtbare Sonnenfinsternis hat vor 27 Jahren stattgefunden, am 11. August 1999 (damals Totalität über Ulm). Die nächste Sonnenfinsternis hierzulande findet erst wieder in 55 Jahren statt, am 3. September 2081. Die Kinder im Vordergrund der Beobachtergruppe mögen dann wieder so gute Sicht haben.“

In dieser Darstellung zeigt Poller, beginnend oben links um 19.14 Uhr, bis 20.33 Uhr (unten rechts), wie sich am 12. August 2026 der Mond vor die Sonne schiebt. Fotos und Collage: Wolfgang Poller
14. August
Zwei Tage später, am 14. August, nahm Poller den Sternenhimmel in den Blick. Er schreibt: „Nur abseits menschlicher Siedlungen findet man noch geeignete Beobachtungsbedingungen für den Sternenhimmel, die Milchstraße, die Planeten oder gelegentliche Meteoriten-Schauer.
Selbst im Allgäu gibt es nur noch sehr wenige derartige Stellen mit tatsächlicher nächtlicher Dunkelheit und einigermaßen geringem Streulicht, ausgehend von menschlichen Siedlungen.

Blick auf die strahlend helle Milchstraße des Hochsommers – zufällig miterfasst zwei schwache Perseiden-Meteore (Pfeile) und Flugzeug mit blinkenden Positionslichtern (Aufnahme auf der Hochebene von Häberlings am 14. August 2026 um 23.35 Uhr). Foto: Wolfgang Poller
Die Aufnahmen wurden auf einer abgelegenen Hochebene nahe Häberlings gemacht, in einer mondlosen Nacht, mit dennoch erheblichem Streulicht in Horizontnähe (in allen Richtungen).
Unsere Milchstraße ist gut zu erkennen (völlig unmöglich in der Nähe selbst kleinerer Siedlungen oder gar Städte) mit dem Blick des Hochsommers aufs strahlende galaktische Zentrum.
Miterfasst sind hier auch einige Vertreter des derzeit fallenden Perseiden-Meteorschauers. Nächtens immer zu sehen sind sehr zahlreiche Flugzeug-Positionslichter und schwache Satellitenspuren.“
Mit klaren Worten benennt der 70-jährige Poller die Lichtverschmutzung: „Das wahre Ausmaß der Light Pollution selbst an scheinbar dunklen Stellen wie Häberlings ist unglaublich – nur an den äußerst selten gewordenen tatsächlich richtig dunklen Stellen in Deutschland sieht der Sternenhimmel noch so aus wie früher.“








