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    Tüftler mit Leidenschaft

    Moritz Stokklauser erschafft Escape Rooms mit Liebe zum Detail

    Foto: Spielerei Leutkirch
    Moritz Stokklauser
    veröffentlicht am: 02.08.2026
    Autor: Anja Kimmerle
    Lesedauer: ca. 4 Minuten

    Leutkirch – Zwischen historischen Altstädten, Einkaufszentren und Szenevierteln gehören Escape Rooms längst zum Freizeitangebot vieler Großstädte. Umso überraschender ist, dass sich ein besonders liebevoll gestaltetes Angebot dieser Art in Leutkirch beim Löwenzentrum befindet.

    Dahinter steckt Moritz Stokklauser. Er hat nicht nur eine Escape-Room-Anlage eröffnet – er hat jedes einzelne Abenteuer selbst entwickelt, geplant und gebaut. Mit handwerklichem Geschick, technischem Tüftlergeist und einer Liebe zum Detail, die in jedem Raum spürbar ist.

    Dass Moritz Stokklauser einmal Escape Rooms bauen würde, begann mit einem anderen Hobby. Viele Jahre war er begeisterter Geocacher. „Mich haben Rätsel schon immer fasziniert“, erzählt er. „Auch beim Geocaching geht es darum, Hinweise zu kombinieren, um die Ecke zu denken und am Ende das Ziel zu erreichen.“ Als er dann 2017 zum ersten Mal selbst in einem Escape Room stand, war für ihn sofort klar: „Das will ich auch machen.“ Aus dieser Idee entwickelte sich nach und nach die „Spielerei“ – mit Räumen, deren Geschichten, Rätsel und technische Details bis heute aus seiner eigenen Feder stammen.

    Seit der Eröffnung der „Spielerei“ Ende 2019 sind mittlerweile drei völlig unterschiedliche Escape Rooms entstanden. Während viele Betreiber auf fertige Konzepte zurückgreifen, stammen in den Räumen der „Spielerei“ alle Geschichten, Rätsel und technischen Mechanismen aus der Feder von Stokklauser selbst. Hinter versteckten Türen, raffiniert eingebauten Schaltern und verblüffenden Spezialeffekten steckt oft monatelange Entwicklungsarbeit. Für den Raum „Die Geheimtür im Kloster“ investierte er rund drei Monate, am Familienabenteuer „Rettet das Kinderfest“ arbeitete er etwa ein Jahr. Sein bislang aufwendigstes Projekt, „Die Sprengung der Muna Urlau“, entstand sogar über einen Zeitraum von drei Jahren.

    Jeder Raum erzählt dabei seine eigene Geschichte. In „Die Sprengung der Muna Urlau“ tauchen die Spieler in den letzten Kommandobunker der ehemaligen Munitionsanstalt ein und versuchen, die drohende Zerstörung des Geländes zu verhindern. Die Handlung orientiert sich lose an der Geschichte der Muna Urlau und verbindet historische Bezüge mit einer spannenden Mission. Gedämpftes Licht, passende Geräusche und eine authentische Kulisse schaffen eine dichte Atmosphäre.

    Ganz anders präsentiert sich „Die Geheimtür im Kloster“. Nach Bauarbeiten wird ein verborgenes Gewölbe entdeckt, tief darin wartet eine rätselhafte Tür ohne Schloss und Klinke. Schritt für Schritt gilt es, ihre Geheimnisse zu entschlüsseln. Der Raum erinnert an klassische Abenteuerfilme und fordert die Spieler mit vielschichtigen Rätseln und überraschenden Mechanismen heraus.

    Familienfreundlicher geht es bei „Rettet das Kinderfest“ zu. Nachdem der Hausmeister des Jahrmarkts aus Frust die Stromversorgung lahmgelegt hat, müssen die Besucher zahlreiche Aufgaben lösen, um das Leutkircher Heimat- und Kinderfest zu retten. Helle Farben, spielerische Elemente und Geschicklichkeitsaufgaben machen diesen Raum besonders für Familien und Einsteiger geeignet.

    Allen drei Abenteuern gemeinsam ist der hohe Anspruch an Gestaltung und Technik. Viele Rätsel funktionieren nicht über Zahlenschlösser allein, sondern setzen auf raffinierte Mechanismen, versteckte Effekte und ungewöhnliche Lösungswege. Gerade diese Mischung aus handwerklicher Präzision und kreativen Ideen macht den besonderen Reiz der „Spielerei“ aus.

    Seit Juni dieses Jahres hat Stokklauser sein Angebot zudem erweitert. Mit einem Outdoor Escape Game führt er die Teilnehmer auf eine rund zweistündige Rätseltour durch die Leutkircher Altstadt. Ausgerüstet mit Tablet und einem Rucksack voller überraschender Gegenstände lösen die Teams unterwegs knifflige Aufgaben und entdecken die Stadt dabei aus einer ganz neuen Perspektive.

    Die Ideen gehen Moritz Stokklauser noch lange nicht aus. Ein vierter Escape Room ist bereits geplant – doch mit dessen Umsetzung lässt er sich bewusst Zeit. Schließlich ist es der letzte Raum, der ihm in der „Spielerei“ noch zur Verfügung steht. Umso höher sind die eigenen Ansprüche. „Ich habe viele Ideen im Kopf“, sagt Stokklauser. „Aber der letzte Raum soll etwas ganz Besonderes werden.“ Bis jedes Detail stimmt und das Konzept ihn selbst überzeugt, wird deshalb noch eine Weile getüftelt.

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    Anja Kimmerle
    veröffentlicht am
    02.08.2026
    Lesedauer: ca. 4 Minuten
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