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    Kommentar

    Abgefahren?

    veröffentlicht am: 31.07.2026
    Autor: Julian Aicher
    Lesedauer: ca. 3 Minuten

    Die Deutsche Bahn AG (DB) und die Große Kreisstadt Leutkirch gaben dem modernisierten Leutkircher Bahnhof am Mittwoch mit einem Schild den Namen „Zukunftsbahnhof“. Diese Bezeichnung soll denn auch zeigen, „was ein Bahnhof heute leisten kann“. Unser Reporter Reporter Julian Aicher hat dazu eine Frage. Bisher noch unbeantwortet.

    Ein neuer Brunnen mit frischem Trinkwasser. Bequeme Sitzbänke und Bäume, die – obwohl noch jung – selbst am heißen Mittwochmittag schon etwas Schatten spendeten. Ein Bahnsteig, der sich auch per Rollstuhl erreichen lässt. Schöne Wartehäuschen. Das alles – und noch viel mehr – zeigt das Banhhofsgelände Leutkirch besonders freundlich. Auch die „Kulturbrauerei“-Gaststätte dort. Sie entstand dank Einlagen aus der Bürgerschaft. 

    „Mit der offiziellen Eröffnung des modernisierten Bahnhofs Leutkirch und des neu gestalteten Bahnhofsvorplatzes ist das Projekt ,Zukunftsbahnhof‘ abgeschlossen.“ So die offizielle Mitteilung des städtischen Pressesprechers Thomas Stupka diese Woche. Also kein Bedarf mehr an Verbesserungen?

    Was soll zum Beispiel im Bahnhofsbereich Leutkirch tun, wer ein Reiseticket (ein „Billette“) kaufen möchte, dabei aber mit den Automaten dort nicht zurechtkommt? Jahrelang befand sich im Nebengebäude des Bahnhofs ein Raum mit Videobildschirm – und einem Knopf drunter. Auf Knopfdruck meldete sich da (meistens) jemand von der Bahn auf dem Videobildschirm und fragte, wie er oder sie helfen könne. So konnten auch etwas komplizierter wirkende Verbindungen mit dem Automaten direkt nebendran mit Fahrscheinen versorgt werden.

    Und heute? Der Automat steht zwar noch im gleichen Raum. Und auch ein Bildschirm befindet sich an der Wand. Wo aber zeigt sich der Knopf, auf den drücken muss, wer Rat über die Verbindung direkt am Bildschirm bekommen möchte? Ein Bürger sagte am Rand der „Zukunftsbahnhof“-Feierlichkeiten: „Das funktioniert da schon lange nicht mehr.“

    Wirklich? Andreja Beil, Leiterin Bahnhofsmanagement Friedrichshafen bei der DB InfraGO AG, geht am Mittwochmittag mit dem Reporter der Bildschirmzeitung freundlich zu dem Video-Bildschirm, um zu zeigen, wie’s geht. Doch auch sie kann die Apparatur nicht in Betrieb setzen – der Videobildschirm bleibt still und trübe. Also bittet der Bildschirmzeitungs-Reporter Frau Beil, sich bald bei ihm zu melden, um zu erklären, wie’s klappt.

    Da aber von Bahnfrau Beil kein weiterer Hinweis per Email oder Telefon kommt, sendet der Bildschirmzeitungs-Reporter am Donnerstag (30. Juli) eine Mail an die Pressestelle der Bahn. Von dort ruft ein Bahn-Presse-Mann den Bildschirmzeitungs-Reporter an. Dabei sagt der Mann von der Bahn: Der Billet-Verkaufsraum mit dem Video-Bildschirm drin werde nicht von der DB, also nicht von der Deutschen Bahn AG betrieben, sondern von „Transdev“.

    Der Bahn-Pressemann nennt dem Bildschirmzeitungs-Reporter die „transdev“-Telefonnummer. Unter dieser erfährt der Reporter dann eine Mail-Adresse, die er anschreiben soll. Das tut er noch am Donnerstagabend – und bittet um Information bis Freitagvormittag, 31. Juli. Er erhält daraufhin keine Antwort – auch am Freitagnachmittag nicht.

    Wie funktioniert’s?

    Bleibt also fast noch noch, an Sie, liebe Leserinnen und Leser der Bildschirmzeitung, die Frage zu richten: Wissen Sie, wie der Billet-Verkaufs-Video-Bildschirm am Bahnhof in Betrieb zu setzen ist? Und: Könnten Sie’s vor Ort zeigen? Falls ja, melden Sie sich doch einfach per Mail an die redaktion@diebildschirmzeitung.de.

    Im Erfolgsfall ließe sich in der Bildschirmzeitung dann mit ein paar Fotos erklären, wie’s geht. So könnten Sie helfen, den Eindruck zu vermeiden, dass nicht wenige im Bahnhofsbereich Leutkirch ratlos denken: „Der Zug ist abgefahren.“
    Danke!
    Julian Aicher

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    Julian Aicher
    veröffentlicht am
    31.07.2026
    Lesedauer: ca. 3 Minuten
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