Bad Wurzach – In den vergangenen Tagen sind dem Naturschutzzentrum Wurzacher Ried vermehrt Sichtungen von Kreuzottern im Bereich des Kurparks gemeldet worden. Dabei handelt es sich aber keineswegs um ein neues oder außergewöhnliches Phänomen.
Die Kreuzotter ist im Wurzacher Ried heimisch und nutzt als Lebensraum auch weite Teile des Kurparks – insbesondere die hinteren Bereiche rund um den Weiher und die angrenzenden Feuchtwiesen. „Auch wenn die Kreuzotter zu den Giftschlangen gehört, besteht für Besucherinnen und Besucher kein Anlass zu übermäßiger Sorge“, sagt Dr. Siegfried Roth, Leiter des Naturschutzzentrums. „Die Tiere sind scheu und ziehen sich bei Annäherung in der Regel zurück, oft bevor wir Menschen ihre Anwesenheit überhaupt bemerken.“ Wenn sich eine Kreuzotter bedrängt fühlt oder aufgrund kühler Witterung noch wenig beweglich ist, kann sie sich durch einen Biss verteidigen. Die Tiere geben dabei meist nur eine geringe Menge Gift ab, denn dieses ist für die Schlange aufwändig zu produzieren und wird für den Beutefang dringend benötigt.
Schwere Folgen eines Kreuzotterbisses sind selten. Ein erhöhtes Risiko besteht für Säuglinge und Kleinkinder, ältere Menschen sowie Personen mit Allergien oder bestimmten Vorerkrankungen. Auch Haustiere können gefährdet sein, wie der kürzlich bekannt gewordene Todesfall eines kleinen Hundes gezeigt hat. Dieser Vorfall ist sehr bedauerlich. Gleichzeitig bittet das Naturschutzzentrum um Verständnis für die Schutzmaßnahmen der Kreuzotter. Die Art gilt in Deutschland als stark gefährdet und kommt nur noch in wenigen geeigneten Lebensräumen vor. Als Räuber kleiner Tiere und zugleich als Beutetier anderer Arten ist sie ein wichtiger Bestandteil eines intakten Ökosystems. Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist für uns Menschen unverzichtbar.
Wer einige einfache Verhaltensregeln beachtet, kann das Risiko einer Begegnung mit einer Kreuzotter deutlich verringern. Es empfiehlt sich, auch außerhalb des Naturschutzgebietes auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben und hohe Vegetation oder unübersichtliche Randbereiche nicht zu betreten. Mit ausreichend Abstand und Respekt verlaufen Begegnungen mit Kreuzottern nahezu immer gefahrlos. Sollte es dennoch zu einem Schlangenbiss kommen, ist umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und auf den Schlangenbiss hinzuweisen, auch bei Haustieren. Dies empfiehlt sich grundsätzlich nach jedem Biss eines Wildtieres.








