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Motto des diesjährigen Abiturjahrganges „If I can fly“

Abiturfeier Salvatorkolleg 2026

Foto: Ulrich Gresser
Schulleiter Klaus Amann bei seiner letzten Abiturfeier-Rede mit dem diesjährigen Abiturjahrgang.
veröffentlicht am: 08.07.2026
Autor: Uli Gresser
Lesedauer: ca. 7 Minuten

Bad Wurzach – Traditionell beginnt die Abiturfeier beim Salvatorkolleg Bad Wurzach mit einem Gottesdienst in St. Verena, ehe die Festgesellschaft zum Festakt mit Zeugnisübergabe in die Turnhalle der Schule wechselt. Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgten mit Musical-Melodien die Schülerinnen des Leistungsfaches Musik unter Leitung von Christine Braig.

Dem Motto des diesjährigen Abiturjahrganges „If I can fly“ entsprechend zierten 61 blaue Luftballone die Stühle der Absolventen. Schwungvoll starteten die Musikerinnen mit „Hello Dolly“ in den Abend.

Letzte Abiturrede von Schulleiter Amann

Schulleiter Klaus Amann ließ in seiner letzten Abiturrede keinen Zweifel darüber aufkommen, um was es beim Abitur geht: Es ging nicht darum, ein (gutes) Zeugnis zu erhalten, sondern darum, sich zu bilden. Der Schweizer Philosoph Peter Bieri hat das Thema in einem kleinen Büchlein zusammengefasst: „Wie wäre es, gebildet zu sein?“ Das wichtigste sei Neugierde. Es genau wissen zu wollen. Sich zu fragen: „Was weiß ich sicher?“ also die Fähigkeit, Fake und Wirklichkeit unterscheiden zu können. Als drittes Kriterium: Sich selbst und die eigene Meinung (sowie den Weg dorthin) in Frage zu stellen. Und schließlich Herzensbildung, die Bildung von moralischer Sensibilität. All dies zeige: Bildung fordere den Menschen, die Person heraus.

„Nach acht Jahren Salvatorkolleg hoffe ich, dass ihr manches davon hier an der Schule erlebt habt und für euch umsetzen konntet.“ Als Beispiel wo dies möglich war, wo Neugier und Genauigkeit erforderlich war, nannte er den Geniestreich, ein neues Setting, bei dem sich deren Jahrgang erstmals beweisen durfte. „Der Geniestreich lädt mit seiner offenen Form geradezu dazu ein, an den eigenen Fähigkeiten anzusetzen und diese weiterzubilden.“ Die Verständnisfrage sei im Fachunterricht, wo mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, also sicherem, auf Forschung beruhendem Wissen gearbeitet werde, beantwortet worden. Als ein weiteres Lehr- und Lernmittel wurde den Schülern das Philosophisch-Theologische Forum (PTF) an die Hand gegeben, um zu überprüfen, ob nicht vielleicht eine ganz andere Meinung möglich wäre. Besinnungstage und Schülersprechstunde nannte Amann als Beispiele für die Herzensbildung. „Wie solche Prozesse der Persönlichkeitsbildung ablaufen, bestätigt immer wieder der Satz von Peter Bieri: „Man bildet sich. Ausbilden können uns Andere, Bilden kann sich jeder nur selbst.“

Er wünschte den Abiturienten in den aktuell unsicheren Zeiten, den eigenen Kompass in sich zu tragen und diesem treu zu bleiben. Er dankte den Eltern für das Vertrauen in die Schule, bei den Elternvertretern, insbesondere deren Vorsitzende Julia Fischer, sowie den Lehrern für die Begleitung während der Corona-Zeit, in die für die Schüler auch ihre Pubertät gefallen ist, was für deren Arbeit viel Engagement und Flexibilität erforderte.

Hannes Sauerbrey verglich als Vertreter der AbiturientInnen in seiner Rede die Gymnasialzeit mit einer Flugreise – passend zu dem Abimotto „Abi lief – I can fly“. „Wir haben vor acht Jahren eingecheckt, die Triebwerke gestartet und sind losgeflogen. Kaum in der Luft, geriet ihr Flugzeug in eine gewaltige Schlechtwetterfront: Corona. Mit Homeschooling und später, als man wieder in die Schule zurückkehren konnte, durch Masken, tägliche Tests und Stoßlüften.

In der neunten Klasse hielt die Digitalisierung via IPads Einzug, die sich auch hervorragend für Alternativ-Einsatzmöglichkeiten eigneten. Aber die schönsten Erinnerungen sammelte man offline, bei gemeinsamen Reisen und Ausflügen.

Besondere Erwähnung fand aus unterschiedlichen Gründen das PTF in Rot an der Rot, entweder wegen ausgedehnter Poker- oder Tischtennisrunden oder aber, weil das leckere Essen die Schüler eher an ein Hotelbuffet erinnerte. Christbäume und Deutschlandflagge zu Fußball-EM oder -WM Zeiten im Klassenzimmer: „Auch explodierende Karamalz-Flaschen oder brennende Deo-Dosen konnte uns nicht von unserem Kurs abbringen. Die Zeit der Unter- und Mittelstufe verging – das Wortspiel sei erlaubt – wie im Fluge.“

Papstaudienz war ein Highlight

Pünktlich zum Start der Kursstufe stand zum großen Schuljubiläum die Romfahrt der ganzen Schule an. Das Highlight der Papstaudienz erhielt besondere Würze durch gelegentliche Müdigkeitsanfälle und der Erkenntnis: „Wir können nicht nur Kultur erleben, sondern auch erstaunlich wenig schlafen und dann doch irgendwie noch den nächsten Programmpunkt erreichen. Diese besondere Fähigkeit wurde im Jahr darauf bei der Abschlussfahrt nach Berlin noch einmal perfektioniert. Genau solche Momente blieben am besten in Erinnerung, wie etwa die feuchtfröhliche Nacht auf dem Schulhof beim Abistreich.

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„Wie keine Flugreise ohne Bodenpersonal funktioniert, gelingt keine Schulzeit ohne Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass alles funktioniert. An erster Stelle Schulleiter Klaus Amann, Oberstufenkoordinator Heine, das Lehrerkollegium, Pater Mariusz, die Sekretärinnen, die Mensafrauen, den Hausmeister sowie Eltern, Geschwistern und Freunde, die uns „bei Hoch- und Tiefflug begleitet haben.“

Am Ende zitierte Hannes Sauerbrey, an seine Mitschüler gerichtet, die vier Säulen der Schulphilosophie: Personalität, Solidarität, Spiritualität und Universalität. „Unser bisheriger Flug war der Beginn einer großen Reise. Egal wohin uns unser Weiterflug jetzt führen wird: Die vergangenen acht Jahre werden immer Teil unserer Geschichte bleiben.“

Für Julia Fischer, die Vorsitzende der Elternvertretung, endete mit ihrer Rede auch ihre „Amtszeit“. An diesem Tag stehe man an einem Wendepunkt, an einem Ort zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Ankommen und Aufbrechen.

Sie skizzierte das bisherige Leben der Abiturienten nach: „Ihr musstet euch um nichts kümmern, außer darum, neugierig die Welt zu entdecken.“ So beschrieb sie die Kindergartenzeit. Dann die Grundschule als nächste größere Reisetappe: Aus puren Mitreisenden wurden Mitbestimmer: Freundschaften schließen, Interessen entwickeln und Entscheidungen treffen. Dann der Umstieg: Ab Klasse fünf begann die Reise Fahrt aufzunehmen: Neue Umgebung, neue Menschen, die Strecken anspruchsvoller. Und es gab Turbulenzen: Stress vor Klassenarbeiten, Zweifel, unruhige Phasen und – Gegenwind. „Und dennoch seid ihr weitergeflogen. Ihr habt gelernt, mit diesen Turbulenzen umzugehen.“ Die Schulzeit sei kein Direktflug gewesen, sie sei eine Reise mit Zwischenstopps gewesen. Während dieser Jahre hätten sie sich Schritt für Schritt in Richtung Selbstständigkeit bewegt – wie auf einer Reise durch Länder und Kulturen. Mit dem Abitur-Zeugnis hielten sie jetzt den Boarding-Pass für die nächste große Reise in den Händen. Diese werde für jeden anders aussehen: Ob Studium, Ausbildung, ein FSJ oder einfach mal ins Leben starten, all dies sei in Ordnung.

„Wichtig ist, dass es euer Weg ist! Denn egal wohin euch eure Reise führt, das wichtigste seid ihr selbst.“

Die Abiturienten

Folgende Abiturienten, von denen vier mit einem Notendurchschnitt von 1,0 abschlossen (Durchschnitt der Klasse 2,14) erhielten ihre Zeugnisse aus der Hand von Schulleiter Klaus Amann:

Philipp Adler, Ida-Katharina Ammann, Ronja Angele, Tim Arnold, Simon Breitinger, Samira Brillisauer, Anna Butscher, Jonas Butscher, Maya Dietenberger, Amira Dinler, Jonas Dosch, Ben Ehrmann, Laura El Hammi, Florian Ewald, Lewin Feirle, Emma Fischer, Lena Frey, Anna-Maria Gegenbauer, Laura Gegenbauer, Sarah Gentner, Lisa Gohm, Hannah Gräber, Hannes Gschwandtner, Aysima Güngör, Mario Hartnagel, Marina Hau, Rebekka Heiß, Jani Heyse, Robin Holtappels, Sinan Ilhan, Nina Jarosch, Turan Karaismailoglu, Eise Kazmaier, Leonard Kibele, Tim Kulbaka, Hannes Landthaler, Majori Lindenmeier, Jule Mahle, Linus Maier, Sarah Martin, Emil Mayer, Christoph Neher, Lukas Neubauer, Anne Neunherz, Anna Osterkamp, Zoe-Marie Oswald, Yaser Özer, Jule Pritzl, Julian Riß, Hanna Rude, Sophia ruf, Hannes Sauerbrey, Ben Schilling, Zoe-Marie Schmid, Elifnur Solak, Heydi Sonntag, Leo Steindl, Lynn Steinhauser, Olivia Tok, Korbinian Veeser und Halise Yücel.

Im Anschluss an die Übergabe der Abiturzeugnisse wurden noch die verschiedenen Sonderpreise wie der Scheffelpreis oder Sozialpreis überreicht, ehe die Feierstunde nach einem weiteren Musikstück mit einem kleinen Sektempfang endete.
Bericht und Bilder: Uli Gresser

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