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Kißlegg – In Kißlegg versteht man zu feiern. Das zeigte sich einmal mehr beim Straßenfest am Samstag, 3. Juli. Das trockene, nicht zu heiße Wetter lockte bis spät in die Nacht tausende ins Freie rund ums Neue Schloss.
Schon früh um 7.00 Uhr sei es nicht einfach gewesen, am Feuerwehrhaus noch einen Parkplatz zu ergattern, berichten zwei Mütter aus Bergatreute. Sie kommen schon seit zehn Jahren zum Kinderflohmarkt im östlichen Schlosspark und bewachen gerade den Stand ihrer Sprösslinge im Teenager-Alter. Die wiederum sind unterwegs, um mit den Einnahmen aus dem Verkauf von Spielsachen neue Geschäfte zu machen.
Verkaufen und Handeln lernen, darum geht es auch fünf Zweitklässlern aus Kißlegg, die ihre Ware fein säuberlich getrennt auf fünf Decken feilbieten und ebenfalls von zwei Muttis betreut werden. Die Idee dafür sei auf dem Pausenhof in der Schule entwickelt worden, erläutert Felix ganz selbstbewusst gegenüber dem neugierigen Reporter. Und schon 140 Euro habe er eingenommen.

Bereits geschickte Händler: die fünf Zweitklässler beim Kinderflohmarkt.
Für „Schnäppchen“ heißt es früh aufstehen
Offiziell beginnt auch der Flohmarkt der „Großen“ in der Schlossstraße erst um 9.00 Uhr. Aber ebenso offensichtlich wissen die Besucher, dass seltensten Stücke und vor allem die Schnäppchen um diese Zeit längst weg sein können. Viele Raritäten, unter anderem Musterrollen, bietet ein Beschicker aus Kaufbeuren an, der sich nicht in der Zeitung sehen will. Mit seiner Partnerin geht er nur auf Märkte, „wo es schön ist.“ Kißlegg scheint dazuzugehören – sie sind zum siebten Mal da.


Sieht man nicht alle Tage: Musterrollen. Der Kißlegger Flohmarkt hatte wieder allerhand Überraschendes zu bieten.
Ihre ersten Erfahrungen als Flohmarktbeschickerinnen machen hingegen zwei Kißleggerinnen, die das Straßenfest „bereits seit Jahren gerne besuchen“. Auch sie scheinen kurz nach 9.00 Uhr sehr zufrieden mit dem Umsatz.

Sie sind zum ersten Mal als Marktbeschickerinnen dabei und waren sehr angetan vom Kißlegger Flohmarkt.

Da muss man schon kicken können: Fußball-Tennis im Sclosspark.
Triathlon-Trio mit 220 Jahren

Der Start des Triathlons im Obersee zog viele Zuschauer an. Foto: Gemeinde
Während sich am späteren Vormittag die ersten Kißlegger beim Frühschoppen mit dem Musikverein Immenried langsam aufs Feiern einstellen, erfolgt im Strandbad die Aufstellung für das sportliche Highlight: Rund vierzig Teams schicken zunächst ihre Schwimmer auf die 400 m lange Strecke in den Obersee.

Angefeuert wurde auch entlang der Radstrecke. Foto: Gemeinde
Weiter ging es mit 14 oder 21 Kiloneter auf dem Mountainbike, bevor auf den 7,6 km Laufstrecke die Entscheidung in den nach Alter und Geschlecht getrennten Wettbewerben fällt. Wobei zumindest ein gemischtes Team besonders auffällt: Mit 220 Jahren holen sich in der Klasse über 200 Maria und Reinhold Stitzenberger schon traditionell und konkurrenzlos den Sieg – diesmal zusammen mit Andreas Mager. Gegenüber 2025 sogar noch verbessert haben sich Arne Hitz, Lorenz Zimmerer und Christoph Briegel, die einmal mehr mit großem Abstand auf die Konkurrenz die insgesamt schnellste Zeit lieferten.

Sieger im Triathlon in der Klasse über 200 Jahren: Reinhold und Maria Stitzenberger mit Andreas Mager, im Hintergrund Moderator Berthold Bischofberger und Alfons Evers.
Triathlon-Trio mit 28 Jahren
Besonders großen Applaus von mehreren hundert Zuschauern der Siegerehrung erhielt auch das mit zusammen nur 28 Jahren jüngste Team aus Paul Müller, Leander Roggenkamp und Ben Berch.
Ergebnisse

Champions in neuer Rekordzeit: Arne Hitz, Christoph Briegel, Lorenz Zimmerer (von links; ganz links Moderator Berthold Bischofberger).
Die Triathlon-Ergebnisse haben wir unter den roten Download-Balken in der rechten Spalte hinterlegt.

Viel Publikum bei der Siegerehrung der Triathleten. Es gab begeisterten Applaus.
Lokalmatadore sorgten für Stimmung

Riesenstimmung bis 1.00 Uhr nachts beim Park-Open-Air des Jugendzentrums „Spatz„.
Dass Kißlegg in Sachen Unterhaltung auf Lokalmatadore und Künstler aus der Region bauen kann, zeigten danach „Paddy be free“, die auch Punkmusik auf die Bühne brachten. Die Coverband „K-Town Giants“ animierte am späteren Abend zum Schwof vor dem Rathaus. Flotte Tänze zeigten die Ratzenrieder „BoogieRätzzz“ auf der Bühne im Schlossgarten.

Die BoogieRätzzz aus Ratzenried.
„Einfache Wirtshausmusik für einfache Menschen“ bot das vierköpfige „Benni Herd Trio“, dem zuletzt die „Katzawäldele Musikanten“ folgten. Am frühen Nachmittag hatten bereits die Darbietungen von Jessi’s Taekwando-Schule und der „Elements & Pole Buddies“ viel Applaus geerntet.

Wirtshausmusik mit dem Benni Herd-Trio im Schlossgarten.

Am frühen Abend gab’s rund ums Schloss kaum ein Durchkommen. Foto: Gemeinde
Zum Zuschauen und Mitmachen regte im Schlosspark der Brettspielverein Kißlegg Ludite mit einem überdimensionalen Wikingerschach an. Der Reit- und Fahrverein präsentierte mit Hobby-Horsing, der sportlichen Betätigung mit Steckenpferden, einen neuen Trend. Technisches Geschick bewiesen die Teilnehmer des von der SG Kißlegg ausgerichteten Fußballtennis-Turniers. Bis weit nach Mitternacht bot das Jugendzentrum „Spatz“ mit dem Park-Open-Air vor dem Hauptportal des Schlosses schließlich fetzige Klänge der DJs „Klangdurst“ und „Nick Leys“.
Kein Fest ohne Ehrenamtliche
Ohne eine Unzahl ehrenamtlicher Helfer wäre auch dieses Fest nicht zu stemmen gewesen. Angefangen von den Vereinen, die für Speis und Trank sorgten, über die Feuerwehr, die den Verkehr regelte, bis zum Team des THW, das mit einem vierstrahligen Scheinwerfer das Sicherheitsgefühl im Park erhöhte. Über Nacht scheinen sich auch Heerscharen von Heinzelmännchen rund ums Schloss betätigt zu haben: Von der großen Sause am Vorabend blieben am Sonntagmorgen jedenfalls nur wenig Spuren …
Text: Ulli Stark / Fotos: Ulli Stark, Gemeinde (3)
Die Triathlon-Ergebnisse haben wir unter den roten Download-Balken in der rechten Spalte hinterlegt.


































