Bad Wurzach – Nachdem am Sonntag (21.6.) sich rund 300 Gäste beim Public Viewing nach der großen Grill-Battle beim „Torfstecher“ über das bis zur letzten Sekunde spannende zweite Gruppenspiel freuen konnten, waren die Erwartungen für das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador natürlich hochgesteckt. Voller Vorfreude versammelten sich erneut rund 300 Gäste vor der Großleinwand in der Konzertmuschel, um sich über das Spiel zu freuen und die Atmosphäre des gemeinsamen Fußballschauens einzusaugen. Zuvor hatten Giorgio Maucher und sein Team die hungrigen Gäste bereits opulent bewirtet und sorgte auch während der 90 Minuten für regelmäßigen Getränkenachschub. Unser Reporter Uli Gresser war mitten unterm Rudel beim gemeinsamen Gucken. Hier seine Eindrücke in Wort und Bild:
Das Spiel begann sehr verheißungsvoll, als bereits in der zweiten Minute der Führungstreffer für das deutsche Team fiel und erstmals großer Jubel aufbrandete – ausgerechnet der vielgescholtene Leroy Sane traf, allerdings nach einer umstrittenen Szene. Doch die Freude hielt gerade einmal knapp sieben Minuten, denn Ecuador erzielte rasch den Ausgleich. Danach entwickelte sich zunächst noch ein ausgeglichenes Spiel, doch gegen Ende der ersten Halbzeit verlor Deutschland immer mehr die Kontrolle über das Spiel.
Kein Wunder, dass sich während der Pause die Falten auf der Stirn bei so manchem Zuschauer vertieften. Kein Wunder, als im Stadion in New York kurz nach Pause die ersten Undav-Sprechchöre laut wurden, in die auch die Bad Wurzacher Fans einfielen.
Doch wie sagte einst ein großer deutscher Fußballer: „Hast du kein Glück, kommt auch noch Pech dazu!“ Denn nach der Einwechslung von Undav schlug das Pendel erst recht gegen deutsche Mannschaft aus, der Führungstreffer von Ecuador deutete sich schon einige Minuten früher an: Die aufgrund der vielen Wechsel insgesamt immer schwächer werdende deutsche Mannschaft und insbesondere die deutsche Abwehr sorgte für Unmutsäußerungen bei den Fans am laufenden Band, bis Manuel Neuer mit seinem Fehlgriff dem Ganzen die Krone aufsetzte. Und so konnte auch Joker Undav nichts mehr ausrichten, zumal Bundestrainer Julian Nagelsmann bei seinen Auswechslungen praktisch die gesamte Kreativabteilung auf die Bank setzte. Bleibt zu hoffen, dass diese Niederlage – wie damals 1974 die Pleite gegen die DDR – die Mannschaft aufrüttelt, dass der Ecuador-Dämpfer einen positiven Effekt zeigt, dass dem Frust ein „Jetzt erst recht“ folgt. Und dass das Publikum auch in Bad Wurzach weiterhin an einem Sommermärchen 2.0 mitzuschreiben bereit ist. Giorgio Maucher und seine fleißigen Mitarbeiter hätten es sicher verdient.
Die Idee mit den DJs
Die Idee, vor dem Spiel DJs auftreten zu lassen, war gut, dass ein Live-Musiker sie begleitet, ebenfalls. Eigentlich.
Denn irgendwie passte es ins Bild: Zum Frust über die Niederlage der deutschen Mannschaft gegen Ecuador gesellte sich der Unmut über die Gruppe der DJs, die zum einen beinahe die Hymnen vor Beginn des Spieles verpasst hätte, und die zum anderen in der Pause die Besucher mit zu lauter Musik und zu lange beschallt haben und auf Zwischenrufe aus dem Publikum nicht reagiert hatten. Ohne zu bedenken, dass das Publikum zu 50 % der Generation Ü50 und älter angehörte, die sich vielleicht auch gerne die Halbzeitanalyse des Moderatorenpaares Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger angehört hätte.
Mit hängenden Köpfen verließen die doppelt düpierten Fans, überwiegend in Trikots der DFB-Elf gewandet, den Ort des Frustes. In ihren Ohren klang die aufgrund der Sperrstunden-Aussetzung noch erlaubte laute Musik der DJs fast wie Hohn.
Text und Fotos: Uli Gresser
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Anm. d. Red.: Hoffen wir am Montag auf ein besseres Ende für uns. Sportlich und akustisch. Wir sind uns sicher, dass Giorgio nachjustieren wird. Vor Ort. Überm großen Teich müssen’s die Kicker richten. Um 22.30 Uhr deutscher Zeit geht es gegen Paraguay. Diesen Showdown gemeinsam vor dem „Torfstecher“ – bei dezenter Musik und kühlen Getränken – mitzuerleben, wird etwas Besonderes. Hoffentlich nicht ein Schluss-Akkord.


































