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Das Team Versandhaus Walz arbeitet hochkonzentriert. Foto: Uli Gresser

Bad Wurzach – Rund 70 Azubis, Dual Studierende und SchülerInnen trafen sich auf Einladung des Bildungswerkes der Baden-Württembergischen Wirtschaft e.V. zum KI-ckathon (oder KI-Hackathon) Oberschwaben im Panoramasaal des Torfstechers, um in 19 verschiedenen Teams mit KI-Tools für ihren jeweiligen Betrieb praxisnahe Anwendungen zu generieren oder vorhandene Anwendungen zu optimieren. 

Was ist ein KI-Hackathon, kurz KICKATHON genannt, eigentlich? In Zeiten der digitalen Transformation, bei der KI-Tools eine große Rolle spielen, stellt die Veranstaltung laut Definition des Veranstalters ein Tagesformat zum Lösen einer Arbeitsaufgabe mit KI dar.

Die Wirtschaftsförderer der drei Städte, für Bad Wurzach Stadtkämmerer Stefan Kunz, für Bad Waldsee Jule Wessely und für Leutkirch Thomas Stupka hatten im Vorfeld der Veranstaltung bei den Firmen fleißig die Werbetrommel gerührt. Daher engagierten sich das Versandhaus Walz aus Bad Waldsee, das Ingenieurbüro Fassnacht aus Bad Wurzach und die Firma SycoTec aus Leutkirch als weitere Hauptsponsoren. 

Das Projektmanagement übernahm wie bereits im Vorjahr beim Wirtschaftförderungs-Forum an gleicher Stelle das Duo Annika Hiller und Philipp Kahl von Neuland+Digital. Die technische Umsetzung seitens des Bildungswerkes übernahmen Ramona Schlesier und Michael Elbs, die für alle auftauchenden Probleme eine Lösung parat hatten.

Und so herrschte an diesem Morgen schon früh rege Betriebsamkeit im Panoramasaal des Torfstechers: Laptops wurden ausgepackt und mit den auf den diversen bereitgestellten Monitoren synchronisiert. Endlich ging es für die Azubis und Dual-Studierenden in die Praxisphase. Eine Woche zuvor hatten sie in einem Online-Seminar ihre Ideen vorstellen können, hatten die technischen Möglichkeiten mit den Technikmoderatoren besprechen können und vorab ihre Teams bilden können.

Präsentation SHW mit Juroren.

Nach einer kurzen Einführung und Vorstellung des Tagesprogrammes, bei der Elbs und Schlesier auch abfragten, wer bereits mit KI Anwendungen gearbeitet hatte (was mehr als die Hälfte bejahten), stürzten sich die jungen Leute mit Feuereifer in die Arbeit mit Notebook LM, Gemini, ChatGPT und Co. Um ihre „Use-Cases“, also ihre selbstgestellten Aufgaben zu lösen, hatten sie bis zum frühen Nachmittag Zeit, ehe es darum ging, die Team-Präsentation vorzubereiten.

Neben einigen Local Heros, dem Steuerbüro Mayinger & Co, dem Ingenieur Büro Fassnacht, Oberland M&V, den Azubis der Städte Bad Wurzach und Leutkirch, waren auch Teams vor allem aus dem Bereich Maschinenbau und Elektrotechnik aus ganz Oberschwaben und darüber hinaus am Start.

So vielfältig wie der Branchenmix aus dem die Teams antraten, aus Tourismus- und Steuerbüro, vom Versandhaus bis zum Garten- und Maschinenbau waren sehr viele Branchen vertreten, so vielfältig war auch der Wissensstand der einzelnen Teams. Daher reichten die Lösungen von einer KI-unterstützten verbesserten Auftragsabwicklung über ein Azubi-Cockpit bis hin zur Steuerung eines Roboterarmes.

Aus dem kaufmännischen Bereich kamen die beiden drittplatzierten Teams: Grünteam aus Hummertsried und das Versandhaus Walz aus Bad Waldsee. Auf Platz zwei wählten die Teams und ihre Ausbilder sowie die drei Wirtschaftsförderer der Veranstalter-Städte das Team Netze BW. Auch Platz eins wurde doppelt vergeben: Handtmann Service aus Biberach und das Team Rafi aus Ravensburg. Dieses Team darf getrost als Profi-Team bezeichnet werden, den die Jungs schrieben nicht nur eine Anwendung zur Bedienung eines Roboterarmes, die funktionierte, sie hatten auch noch die Zeit, ein Video in die Präsentation zu integrieren. Wie es sich für eine Siegerehrung gehört, wurden die Gewinner jeweils mit einer Bronze-, Silber und Goldmedaille ausgezeichnet. 

Erfrischend ehrlich war die Präsentation des Teams Steuerbüro Mayinger, Gschwind, Reischmann. Die Damen und Herren übten ein wenig Kritik: Die Anwendungen hätten sich als umständlicher erwiesen als erwartet und sie benötigten viel reines Programmieren. Trotzdem zogen sie ein positives Fazit: „Es funktioniert, Zweck erfüllt!“

Mit der Einschätzung, dass die Arbeit mit KI-Tools durchaus gewisse Programmier- und IT-Kenntnisse voraussetzt, standen sie nicht alleine. Dies war auch bei einigen anderen Teams spürbar. Ziel war es, die Auszubildenden mit den KI-Anwendungen in Berührung zu bringen. Und was man kennt, vor dem ist die Hemmschwelle geringer, es wieder zu benutzen. „Zweck erfüllt!“

Autor: Uli Gresser


erschienen in Juli 2026

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