
Die immer extremeren Wetterlagen stellen auch Gärtner vor Herausforderungen. Was kann man rund ums Haus pflanzen, damit man nicht ständig wässern muss bei Hitze und Trockenheit?
Laut Gartenexperte Fabio Schwab vom BUND, Landesverband Baden-Württemberg, sind alte, regionale Obst- und Gemüsesorten häufig robuster als Neuzüchtungen und können mit Trockenstress gut umgehen. Aber auch exotisches Obst fühlt sich bei uns inzwischen wohl. Feige und Pfirsich beispielsweise haben es laut Schwab traditionell gerne heiß und vertragen die Trockenheit sehr gut. Auch für den mediterranen Kräutergarten gibt es robuste Sorten: Thymian, Salbei und Rosmarin passen optimal in einen klimafesten Garten.
Wichtig ist es, den Boden möglichst bedeckt zu halten, also so viel wie möglich bepflanzen. Auch Grün an Fassaden und Dächern hilft CO² zu speichern, Sauerstoff zu produzieren und die Fläche zu kühlen. Dadurch verdunstet weniger Wasser. Der Boden soll wenig umgegraben werden, also lieber mit Bodendeckern arbeiten. Auch Mulchen hilft gegen Hitzeschäden. Mulchmaterial wie Hackschnitzel oder Grünschnitt als Bedeckung lassen weniger Feuchtigkeit aus dem Boden austreten. Mulchen ist eine einfache und effektive Methode, um den Garten gesund zu halten. Man kann Unkraut reduzieren und Feuchtigkeit im Boden speichern, wenn man den Boden möglichst mit organischem Material abdeckt. Mulchen schützt den Boden vor Erosion durch Wind und Regen und verhindert das Ausspülen von Nährstoffen. Dabei trägt es zur Bildung einer lockeren, krümeligen Erde bei, die die Wurzeln optimal versorgt. Eine Mulchschicht blockiert das Sonnenlicht, ohne ausreichend Licht keimen weniger Unkrautsamen. Organische Mulchmaterialien verbessern durch Zersetzung die Bodenqualität nachhaltig. Dazu gehören Kompost, Holzhäcksel, Rindenmulch, Stroh, Heu und Laub.
Hilfreich zum Feuchthalten des Gartens sind auch Sträucher und Hecken. Sie schützen vor Wind und spenden Schatten, sie brauchen allerdings Platz.

Nichtstun ist nützlich
Kurz geschorene Grünrasen benötigen viel Pflege und Wasser. Wegen der geringen Wurzeltiefen der angesäten Gräser vertrocknet der Rasen besonders schnell. Ökologisch wertvoller sind ohnehin Staudenbeete oder mehrjährige Blühwiesen, die nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden. Sehr zur Freude einheimischer Insekten. Eine Wiese mit heimischen Wildblumen übersteht auch trockene Phasen. Ihre tiefen Wurzeln schützen den Boden auch bei Wind und Starkregen vor Erosion. Nichtstun hilft: Man kann den vorhandenen Rasen einfach abmagern, indem man die Pflege reduziert. Durch den Verzicht auf Düngen, Jäten, zusätzliche Bewässerung und übermäßiges Mähen kommen Klee, Gänseblümchen, Gundermann oder Ehrenpreis in wenigen Jahren von alleine.
Gutes Gießen will gelernt sein. Gechlortes, kalkreiches Wasser ist nicht so verträglich für Pflanzen wie natürliches Regenwasser. Dieses kann in Eimern, Fässern oder unterirdischen Brunnen aufgefangen werden. Fässer sollten abgedeckt werden, damit sich Schnaken nicht vermehren und andere Tiere nicht ertrinken. Auch soll man nicht zu häufig und zu oberflächlich gießen. Sonst gewöhnen sich die Pflanzen an regelmäßige Wasserzufuhr und wurzeln nicht in tiefere Erdschichten hinein. Möglichst in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden gießen, damit das Wasser nicht sofort verdunstet.
Wichtig bei der Anlage eines resistenten Gartens ist die Auswahl der Pflanzen. Für trockene Böden in der Sonne eignen sich beispielsweise Duftnessel, Steinquendel, Gestreiftes Reitgras, Fiederschnittige Blauraute, Steppenkerze, Wollziest, Bartblume oder Mädchenauge. Geeignete Pflanzen für den trockenen Schatten sind Elfenblume, Tüpfelfarn, Salomonssiegel, Große Sterndolde, Wild-Astern, Stinkende Nieswurz oder Balkan-Wolfsmilch. Auch einige Ampferarten mögen trockene Böden.
Autorin: Andrea Reck

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Gießen will gelernt sein






