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    Verabschiedung von Pfarrer Klaus Stegmaier

    Der Dank der fünf Gemeinden im Oberen Achtal

    Foto: Günter Brutscher
    Zehn Jahre lang hatte Klaus Stegmaier als Leitender Pfarrer die Seelsorgeeinheit Oberes Achtal geführt. Jetzt wurde der 56-Jährige, der eine neue Aufgabe auf der Schwäbischen Alb übernimmt, in Wolfegg mit großem Dank verabschiedet.
    veröffentlicht am: 12.06.2026
    Autor: Günter Brutscher
    Lesedauer: ca. 7 Minuten

    Wolfegg – Am vergangenen Sonntag (7.6.) hat sich Klaus Stegmaier, der Leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal mit den Kirchengemeinden Alttann, Bergatreute, Molpertshaus, Rötenbach und Wolfegg in einem feierlichen Gottesdienst in der Wolfegger Pfarrkirche St. Katharina verabschiedet. Im Anschluss an den gut zwei Stunden dauernden Gottesdienst, wovon allerdings etwa eine Dreiviertelstunde auf die Gruß- und Dankesworte entfiel, gab es Gelegenheit, im Schlossportal und im Innenhof des Fürstlichen Schlosses persönlich Adieu zu sagen.

    Die Pfarrkirche war so ziemlich bis auf den letzten Platz gefüllt. Die weit mehr als 50 Ministrantinnen und Ministranten mussten in den vorderen Bänken eng zusammenrücken, der 70-köpfige und so stimmgewaltige Chor sang im Chor der Kirche vor dem Hochaltar und nahm während der Predigt auf den Emporen Platz. Ein wahrlich festlicher Gottesdienst.

    Mozart-Messe

    Die musikalische Gestaltung oblag dem eigens für diesen Anlass aus den Kirchenchören der Seelsorgeeinheit zusammengesetzten Gesamtchor, der die Missa brevis in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart unter Leitung von Caroline Forderer, begleitet von Franz Ott an der Orgel und einem Streichensemble unter Leitung von Theresia Weber, zu Gehör brachte.

    Zehn Jahre im Oberen Achtal

    Gut zehn Jahre lang wirkte er in der Seelsorgeeinheit und wechselt nun wieder in Richtung seiner ursprünglichen Heimat in seinen Geburtsort nach Mutlangen auf die Ostalb, wo er leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit „Limeshöhe“ wird. „Ein Wahl-Allgäuer kehrt so in seine Heimat in der Ostalb zurück“, wie es Bernhard Fleischer in seinem Grußwort zum Ausdruck brachte.

    Vor den sehr persönlichen Grußworten zum Abschied konzelebrierte Pfarrer Stegmaier mit den beiden Ruhestandsgeistlichen Adolf Schuhmacher und Hermann Josef Wellhäußer sowie dem Stellvertretenden Dekan des Dekanats Allgäu-Oberschwaben Thomas Bucher, Pfarrer in Bad Waldsee und für einige Monate Administrator der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal. Die beiden Diakone Siegfried Hermann und Matthias Richtzenhain assistierten dem Zelebranten.

    3300 Eucharistiefeiern und 60.000 Kilometer

    Neben umfangreichen, auch sehr persönlichen Dankesworten an die zahlreichen Menschen, die er begleitete, ließ der 56-jährige Stegmaier seine Tätigkeit in der Seelsorgeeinheit auch in Zahlen Revue passieren. So berichtete er von etwa 3300 Eucharistiefeiern in den vergangenen zehn Jahren, und von 64 Eheschließungen, bei denen er assistierte. Zudem kamen 243 Taufen, 310 Beerdigungen, mehrere hundert Erstkommunionen und Firmungen zusammen, wobei er als leitender Pfarrer sogar einmal selbst Firmspender war. Die Feier der Eucharistie bezeichnete er als die „erste und ureigenste, vornehmste Aufgabe des Pfarrers“. Er selbst, so führte er weiter aus, habe seine Berufung tatsächlich auch im Gottesdienst als Ministrant und auch noch in späteren Jahren gespürt. Weiter nannte er noch zwei weitere Zahlen, nämlich 350 nicht selten lang dauernde Sitzungen und 60.000 Kilometer, die er im Auto vor Ort in der Seelsorgeeinheit zugebracht hat. Den 15 Wiederaufnahmen standen mehrere hundert Kirchenaustritte gegenüber, die, so war ihm anzumerken, den Seelsorger Stegmaier durchaus sehr schmerzten.

    Gedanken zur Barmherzigkeit

    Die Seelsorge, das Gespräch von Mensch zu Mensch, ein gutes Wort, das er seinen Gesprächspartnern zusagen konnte, blieben ihm bei all den Aufgaben im Feld der Liturgie mit am eindrücklichsten in Erinnerung.  So griff er in seiner Predigt das Evangelium auf, das im Kernsatz: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“ gipfelte. Rückblickend und vorausschauend, so Stegmaier stelle er sich immer wieder die Frage, die auch sein Hoffen zum Ausdruck brachte: „War mein Denken, Reden und Tun in den vergangenen zehn Jahren von Barmherzigkeit getragen?“ Und ganz zum Schluss seiner Predigt, nach allem Danken an diejenigen, die ihm in unterschiedlicher Funktion und verschiedensten Situationen begegneten, machte er deutlich, wie er das Zusammenwirken von Liturgie, Diakonie und Verkündigung versteht, ohne diese Grunddienste der Kirche noch eigens zu benennen: „Schöpfen wir hier am Altar Kraft für unsere wichtigste Aufgabe, nämlich Werkzeuge der Barmherzigkeit Gottes und seines Friedens zu sein.“

    Mutmacher und Werbeträger für die Sache Jesu

    Thomas Bucher, der Stellvertretende Dekan, würdigte den scheidenden Pfarrer als einen engagierten Seelsorger, der mit mit viel Kraft, Zeit und Hingabe im Oberen Achtal gewirkt habe.

    In den noch in der Kirche vorgetragenen Grußworten wurde immer wieder das gute Miteinander, das Pfarrer Stegmaier in seinen Kirchengemeinden, mit der evangelischen Kirchengemeinde, mit den Bürgermeistern, auch mit dem Fürstlichen Haus pflegte, deutlich. So wurden ihm dann auch zahlreiche Titel zugesagt. Der Stellvertretende Dekan Thomas Bucher, der schon am Montag nach der Verabschiedung die Aufgabe des Administrators übernahm, bezeichnete ihn als einen besonderer „Seelsorger, Zuhörer und Mutmacher“, der mit großem Engagement und viel Kraft, Zeit und Hingabe, vielfach auch im Verborgenen Seelsorger „bis an die Grenze der Belastbarkeit und auch darüber hinaus“ war.

    Edgar Schöfer (Bild), der für den verhinderten Pfarrer Jan Gruzlak für die evangelische Kirchengemeinde Alttann sprach, betonte vor allem die „gute nachbarschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, die nicht nur in den fest vereinbarten Terminen, wie etwa an Pfingstmontag, erfahrbar wurde.

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    Johannes Fürst von Waldburg-Wolfegg-Waldsee (Bild) erinnerte an die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Pfarrer, an die liturgische Begleitung, etwa in den regelmäßigen Gottesdiensten in der Schlosskapelle, aber auch daran, dass es Pfarrer Stegmaier gelungen sei, die „Gegenwart Gottes im täglichen Leben lebendig werden zu lassen“.

    Die beiden Bürgermeister Peter Müller (Wolfegg; oben) und Helmfried Schäfer (Bergatreute) verwiesen auf die langjährige konstruktive Zusammenarbeit, etwa im Bereich der Kindergärten, aber auch daran, wie es Peter Müller zum Ausdruck brachte, dass er Pfarrer Stegmaier in verschiedenen Rollen als „Kommunikator, Manager, Werbeträger für die Sache Jesu und vor allem als Seelsorger“ erlebte und weiter: „Sie waren unser Pfarrer, den wir in bester Erinnerung bewahren werden“.

    Der coole und taffe Pfarrer wird den Minis fehle

    Mit humorvollen Worten übergaben die Ministranten Geschenke.

    Mehr als 50 Ministranten waren beim Abschiedsgottesdienst im Einsatz.

    Humorvolle Abschiedsworte entboten die Ministrantinnen und Ministranten aus den fünf Kirchengemeinden ihrem Pfarrer. Mit pfiffigen kurzen Reden und einem Gedicht wiesen sie augenzwinkernd auch auf die eine oder andere Marotte des „coolen Pfarrers“ hin, wie etwa darauf, dass er stets einen Kamm dabei hatte, mit dem er für eine korrekte Frisur sorge. Dies bestätigte der schmunzelnde Pfarrer dann sogleich mit einem Griff in die Hosentasche und einem kurzen Kämmen der Haarpracht. „Sie werden uns fehlen“, so die Minis und weiter: „So taff wie Sie waren, werden wir sie in Erinnerung bewahren.“ Dass dies eine gute Erinnerung sein wird, liegt unter anderem darin begründet, dass er immer für eine gefüllte „Süßi-Schachtel“ sorgte, aus der die Ministrantinnen und Ministranten eine kleine Belohnung nach dem Gottesdienst nehmen durften.

    Ein sichtlich gerührter Bernhard Fleischer (Bild) sprach als Gewählter Vorsitzender des Kirchengemeinderates Wolfegg für seine Kollegin aus Alttann und seine Kollegen aus Rötenbach, Bergatreute und Molpertshaus. Er erinnerte unter anderem daran, dass es dem Pfarrer gelang, die Seelsorgeeinheit Oberes Achtal erfahrbar werden zu lassen, etwa mit den gemeinsamen Festen an Christi Himmelfahrt, der Osternacht, dem Martinusfest oder auch den alljährlichen Dankabenden für die vielen Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden in den Kirichengemeinden. Als Geschenk überreichte er mit Thomas Neyer, dem Gewählten Vorsitzenden des Molpertshauser Kirchengemeinderats, ein Messgewand.

    Als Abschiedsgeschenk gab es ein Messgewand, überreicht von Thomas Neyer, dem Gewählten Vorsitzenden der Kirchengemeinde Molpertshaus. Rechts Bernhard Fleischer, der Gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinde Wolfegg.

    Zum Schluss wird der Pfarrer zum Dirigenten 

    Nach dem feierlichen Gottesdienst gab es viele persönliche Begegnungen und Danksagungen.

    Im Anschluss an den Gottesdienst ging es dann in die Portalhalle des Schlosses Wolfegg, wo zahlloses Händeschütteln, Dankesworte, zumeist als ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ formuliert, und gute Wünsche für die Zukunft ausgetauscht wurden. Und schließlich brachte Pfarrer Stegmaier dann noch einmal, jetzt mit dem Taktstock, die aus den Musikkapellen der Kirchengemeinden zusammengesetzte Kapelle zum wohlklingenden Musizieren.
    Text: Günter Brutscher / Fotos von Günter Brutscher, Daniela Neyer, Thomas Neyer

    Unter dem roten Download-Balken in der rechten Spalte haben wir die Abschiedspredigt von Pfarrer Klaus Stegmaier hinterlegt.

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    Günter Brutscher
    veröffentlicht am
    12.06.2026
    Lesedauer: ca. 7 Minuten
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