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Rund jeder fünfte Erwachsene in Deutschland gilt als krankhaft übergewichtig – Tendenz steigend. Dies liegt nicht nur dem allgemeinen Bewegungsmangel und vermehrten Stress im Alltag zugrunde, sondern unter anderem auch der erhöhten Verfügbarkeit stark verarbeiteter Lebensmittel.
Das Problem: Dauerhaftes Übergewicht begünstigt chronische Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Damit beeinträchtigt es nicht nur die eigene Gesundheit langfristig, sondern auch das deutsche Gesundheitssystem wird vor große Herausforderungen gestellt. Während Diäten bei Adipositas aufgrund des JoJo-Effekts und der Muskelatrophie keine große Hilfe darstellen, schüren neue Behandlungsmöglichkeiten Hoffnung.
Darum scheitern Adipositas-Betroffene häufig an klassischen Diäten
Rund ein Viertel der deutschen Erwachsenen sind von Adipositas betroffen – weshalb eine ganzheitliche Adipositas-Therapie als Teil der Gesundheitsversorgung eine immer größere Rolle spielt. Die Gewichtsabnahme mit Hilfe von klassischen Diäten ist für Adipositas-Patienten nämlich alles andere als einfach. Obwohl ein Kaloriendefizit für den Fettabbau nötig ist, verlangsamt dieses den Stoffwechsel. Der Körper begibt sich nämlich in den Notfallmodus und versucht dadurch aktiv, Energie zu sparen. Weil die meisten Diäten außerdem auf kurzfristige Erfolge anstelle der ausgewogenen Ernährung ausgelegt sind, rufen sie sehr häufig den JoJo-Effekt hervor. Schließlich werden Sättigungshormone reduziert und stattdessen vermehrt Hungerhormone ausgeschüttet, die für anhaltenden Heißhunger sorgen und so jeden bisherigen Abnehmerfolg durch Versuchungen schnell zunichte machen.
Neue Hoffnung für Adipositas-Patienten: So unterstützen medizinische Fortschritte die Gewichtsreduktion
In den letzten Jahren gab es einige Fortschritte in Bezug auf die Stoffwechselforschung. Betroffene können deshalb auf moderne medizinische Unterstützung beim Abnehmen setzen, die hormonell wirken und so die dauerhafte Gewichtsabnahme fördern. Innovative Abnehmspritzen und Tabletten wie Wegovy® enthalten Wirkstoffe, die das Sättigungshormon GLP-1 imitieren. Diese Rezeptoragonisten hemmen zunächst die Freisetzung von Glukagon, welches für die Erhöhung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Gleichzeitig fördern sie die Insulinausschüttung und erhöhen als GLP-1-Imitatoren das lang anhaltende Sättigungsgefühl. Doch damit nicht genug: Die Wirkstoffe bewirken eine langsamere Magenentleerung, wodurch das Völlegefühl länger anhält und Hunger ausbleibt. Deshalb unterstützen sie gerade Adipositas-Patienten in mehrfacher Hinsicht.
Gut zu wissen: Durch das höhere Sättigungsgefühl können die Medikamente zur Gewichtsreduktion vermutlich auch dabei helfen, das Verlangen nach Suchtmitteln wie Zucker zu reduzieren. Dieser Effekt ist gerade für Betroffene bedeutend, die während strenger Diäten von Heißhunger geplagt werden.
Medikamente zur Gewichtsreduktion stellen keine Wundermittel dar
Gerade bei krankhaftem Übergewicht stellen moderne Medikamente zur Gewichtsreduktion eine neue Hoffnung dar – schließlich setzen sie genau da an, wo klassische Diäten oft nicht mehr weiterhelfen. Dennoch sollten die innovativen Medikamente nicht als Wundermittel angesehen werden, sondern lediglich als unterstützende Maßnahmen. Eine gezielte Umstellung des Lebensstils ist vonnöten, um die Abnehmerfolge dauerhaft aufrechterhalten zu können. Wird das Medikament abgesetzt, kann das Gewicht bei gleichbleibender Ernährung oder anhaltendem Bewegungsmangel nämlich wieder ansteigen.
Zudem sollte die Anwendung durch den behandelnden Arzt überwacht werden. Mögliche Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen erfordern eine engmaschige Kontrolle – aber auch die Ergänzung durch eine Ernährungstherapie kann vonnöten sein. Aus diesen Gründen stellt die medizinische Begleitung adipositasbetroffener Personen bei allen Maßnahmen die nachhaltigste Möglichkeit dar, die Gesundheit dauerhaft zu verbessern und Folgeerkrankungen entgegenzuwirken. Entsprechende Präparate sind verschreibungspflichtig und aus mehreren Gründen hauptsächlich für Patienten mit Adipositas oder starkem Übergewicht vorgesehen.































