Bad Wurzach – In der evangelischen Kirche von Bad Wurzach wurden an diesem Sonntagvormittag (3. Mai) von Pfarrerin Cora Boettiger sechs Mädchen und ein Junge unter der Überschrift „mutig:sein“ konfirmiert und gelten damit als erwachsene Mitglieder der Kirchengemeinde mit allen Rechten und Pflichten.
Nach dem feierlichen Einzug mit der Pfarrerin unter den Klängen einer Band des Evangelischen Jugendwerkes aus Ravensburg, die den Gottesdienst für die Jugendlichen und ihre Familien wunderbar bereicherte, begrüßten zwei der Jugendlichen, Melinda Haufler und Amilia Blank, die Familien und Gottesdienstbesucher, verbunden mit dem Dank, dass sie nicht das Sofa oder den Brunch gewählt hatten.
Nach dem gesungenen Psalm 23 betete Svea Koerver das Eingangsgebet, in dem es unter anderem hieß: „Gib uns Orientierung für unser Leben, Freude an den guten Momenten, Mut und Kraft für Entscheidungen und Trost, wenn uns etwas belastet oder traurig macht.“
Gemeinsam mit Pfarrerin Cora Boettiger traten alle sieben Konfirmand/innen, neben den bereits genannten Carolin Felker, Alessia Meyer, Marie Kaiser und Leon Mentz in ein Zwiegespräch über Gottes Liebe, dessen Doppelgebot, die Zehn Gebote, die Taufe und den Auftrag Jesu. Im Anschluss daran bekannten sich alle Konfirmanden gemeinsam zum Glauben: „Wir vertrauen auf Gottes Liebe und wollen unseren Glauben leben.“
In ihrer langen Konfirmationsvorbereitungszeit hatten sich alle über einen bestimmten Denkspruch Gedanken gemacht, die sie nun während des Gottesdienstes vortrugen.
Etwa den von Marie Kaiser: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an.“ Statt auf die Außenwirkung zu achten, sieht Gott auf das Herz des Einzelnen. Oder den von Leon: „Herr zeige mir deine Wege und lehre mich deine Steige!“ Er sei ein eher zurückhaltender Mensch, der Spruch erinnere ihn daran, dass er unsicher sein dürfe, nachfragen dürfe, dass er seinen Weg nicht alleine finden müsse, weil Gott ihn schon kenne. „Ich darf mir zeigen lassen, wohin es geht.“
Auf die Frage der Pfarrerin: „Warum braucht es eigentlich Mut im Leben – und im Glauben?“ kamen Antworten wie: „Weil man nicht immer weiß, was richtig ist.“ „Und weil es Mut braucht, zu sagen: Ich glaube – auch wenn andere das nicht tun.“ Die Pfarrerin fragte weiter: „Warum habt ihr euch trotz Fragen und Zweifel entschieden, euch heute konfirmieren zu lassen?“ „Weil ich darauf vertraue, dass Gott mich begleitet.“ „Und weil ich meinen Weg mit Gott bewusst gehen möchte.“ Cora Boettiger fasste die Antworten zusammen:„ Ihr steht heute hier nicht, weil ihr alles wisst, sondern weil ihr vertraut. Nicht weil ihr keine Angst habt, sondern weil ihr mutig seid.“
Um Mut ging es auch in der Predigt der Pfarrerin, die im Rückblick auf das Konfi-Jahr feststellte, dass Mut von Anfang an dabei war. Mut, überhaupt die Vorbereitung auf sich zu nehmen. Mut, mit offenen Fragen zu leben. Mut, sich mit Konfis aus den Nachbargemeinden zu treffen, mit neuen Gesichtern und anderen Gruppen. Mut zeige sich darin, sich auf Gemeinschaft einzulassen. In diesem Jahr habe es Jugendgottesdienste mit anderer Musik, anderer Sprache und anderer Atmosphäre gegeben, von denen die sieben Jugendlichen einen selbst gestaltet hatten: „Vor anderen stehen. Texte sprechen. Ideen einbringen. Sich zeigen. Das ist Mut.“
In der Geschichte, als die Jünger mit Jesus auf dem See Genezareth plötzlich in einen Sturm geraten, sie haben Angst und Jesus schläft. „Gott schläft – und das Leben schreit“. Die Jünger sind mutig und ehrlich, als sie Jesus wecken und ihn anschreien: „Kümmert es dich nicht, dass wir untergehen?“ Ein ehrlicher Satz: „Mutig:Sein heißt nicht, keine Angst zu haben. Mutig:Sein heißt: die Angst nicht zu verstecken.“
Bevor die Pfarrerin die einzelnen Konfirmanden segnete, überreichte sie ihnen ihre selbstgestalteten Kissen mit ihren individuellen Denksprüchen darauf. „Gleich bekommt jeder sein Kissen. Nehmt es mit auf euren Weg. In Nächte, in denen ihr nicht schlafen könnt. In Zeiten, in denen ihr euch fragt, ob ihr das alles schafft. Dann legt den Kopf darauf. Lest euren Spruch. Und erinnert euch: Ich bin nicht allein im Boot. Gott ist da. Mutig:Sein. Nicht ein für alle Mal. Sondern immer wieder neu.“
Nach der Einsegnung, bei der den Konfirmanden ihre Paten zur Seite standen, erhielten sie aus den Händen von Kirchengemeinderat Martin Gottschling ihre Konfirmationsurkunde.
Mitreißende Gospelatmosphäre – mit allem was dazu gehört : Mitsingen und Mitklatschen – entstand bei dem Lobpreis-Lied „Praise“, ehe mit den von den Familien der Konfirmand/innen vorgetragenen Fürbitten und dem gemeinsam gebeten Vater Unser der Gottesdienst auf seinen Höhepunkt zusteuerte. Mit dem Schlusssegen durch die Pfarrerin endete zwar der Gottesdienst, nicht jedoch die gemeinsame Zeit in der Kirche: Die Gemeinde lud die Familien und Gäste zu einem kleinen Umtrunk und netten Gesprächen in den Gemeindesaal ein.
Bericht und Bilder: Uli Gresser
Viele Bilder in der Galerie
























































































