
Liebe Leserinnen, liebe Leser, der Biber hat es in sich – ohne es zu ahnen. Das Pelztier folgt nur seiner Natur. Und das ist der springende Punkt. Während „Meister Bockert“ seine Umwelt gestaltet, indem er unermüdlich Bäume fällt und Dämme baut, schauen wir nach dem Nutzen. Die Natur soll uns dienen, nicht stören. Und der Biber stört, wo er auftaucht, fallen Bäume, nicht einer sondern viele. Er staut Bäche und sorgt für Überschwemmungen, er buddelt Löcher in Böschungen und unterhöhlt Straßen. Achtung, Unfallgefahr! Mit seinem Chaos schafft er enormen ökologischen Mehrwert, zum Beispiel Feuchtbiotope. Aber auch das sieht nach Sumpf aus. Der Biber verhöhnt mit seinem wilden Tun unseren Ordnungssinn. Das empört uns! Denn Natur soll unseren Vorstellungen entsprechen und keinen Schaden anrichten. Das ist zwar unnatürlich, aber das schert uns nicht. Der Biber hält uns den Spiegel vor. Unverschämt! Das macht uns wütend. Daher der emotionale Überdruck beim Streit um ein faszinierendes Wildtier.
Dabei zeigt die Rückkehr des Bibers, dass die Natur sich erholt und gesundet, wenn wir es dulden. Der Biber ist dafür ein besonders markanter Vertreter, aber es gilt auch für viele andere Arten: vom Storch bis zum Wolf … Das geht nicht ohne Konflikte. Denn selbst der Storch schafft Probleme, wenn er partout seinen Nistplatz dort wählt, wo er stört. Ganz zu schweigen von Meister Isegrim. Letztlich wäre viel gewonnen, wenn wir für die Schäden, die unvermeidlich auftreten, auch gesellschaftlich haften würden. Doch am Anfang steht das Zulassen und die Erkenntnis, dass Natur ihre eigene Ordnung hat, darin liegt ihr Wert – auch für uns.
Vom Biber, der Jahrtausende alt ist, zur Künstlichen Intelligenz, kurz KI, die unsere Zukunft bestimmen wird. Das ist ein weiter Bogen, den auszuhalten in der Gegenwart keine leichte Übung ist. BLIX bemüht sich um beide Themen. Mit Benjamin Fuchs schildert ein 20-Jähriger seinen Blick auf und seinen Umgang mit einer Technologie, die rasend an Bedeutung gewinnt. Beginnend in der Schule über das Studium im Beruf. Dabei ist die Entwicklung und der Einsatz der KI nicht zu trennen von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über die der Medienwissenschaftler Prof. Martin Andree an der Uni Köln vor regionalen Wirtschaftsvertretern an der Zeppelin-Universität in Friedrichshafen referierte und vor den drohenden Gefahren einer „Digitalokratie“ warnte. Für seinen Beststeller „Big Tech muss weg!“ erhielt Andree 2024 den Günter Wallraff Sonderpreis für Pressefreiheit und Menschenrechte. „Unser digitales Leben befindet sich in der Hand weniger“, warnte Andree. Es sei Zeit, die Ärmel hochzukrempeln, noch könne man etwas verändern, in fünf bis zehn Jahren nicht mehr. In der Presseerklärung der IHK heißt es abschließend: „In der Frage- und Diskussionsrunde wurde deutlich, welch hohen Stellenwert das Thema digitale Medienwirtschaft hat und welche Erwartungen, Hoffnungen, aber auch Verunsicherungen und Ängste damit verbunden sind.“
You are not alone!
Roland Reck, Chefredakteur BLIX Magazin

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