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Isny – Freitagabend, 17. April, gegen 17.17 Uhr. Unter blauem Himmel füllen Sportbegeisterte den Isnyer Marktplatz. Sie alle freuen sich an der Musikkapelle und auf die heimischen Ski-Stars. Diese rollen in entsprechend präsentablen Auto-Karossen langsam an – und werden dann gleich auf der Bühne vor der Stadtbibliothek erwartet. Ihr gegenüber am anderen Marktplatzende sorgen Getränke- und Würstchenbuden ebenfalls für gute Stimmung. Isny würdigt seine Olympia- und WM-Teilnehmer.

Alles ist fürs Ehrungsfest vorbereitet: Die Musikkapelle steht bereit, Fähnchen und Tröten sind hergerichtet, die Stehtische warten auf die Ehrengäste und jene, die ihre Leistungen bei Olympia und WM würdigen werden.

Viel Publikum hat sich auf den Marktplatz versammelt. Makellos blau der Himmel – bei Isnys Festtag passte auch das Wetter.
Isnys Langlauf-Star Friedrich Moch müht sich derzeit um „eine gute Balance zwischen Training und Erholung“. Sein Bruder Jakob Moch erinnert sich, die olympischen Ereignisse mit seiner aktiv-sportlichen Teilnahme als „ziemlich krass“ erlebt zu haben. Jakob Moch ist aus den USA per Bildschirm zugeschaltet und wird von Moderator Michael Panzram kundig interviewt.

Michael Panzram, der Öffentlichkeitsarbeiter der Stadt, in seinem Element: mit Mikro und Standleitung nach USA.
Auch Silber-Held Theo Bold, der, fast blind, bei den Paralympics von seinem Bruder Jakob als Guide (Begleiter) zu Edelmetall geführt wurde, konnte nicht kommen. Per Video-Einspieler war er aber virtuell vertreten.
Fast etwas Anspannung verrät der Blick von Skisprung-Star Agnes Reisch auf der Bühne. Im vergangenen Jahr hatte sie sich in der Weltspitze weit vorgearbeitet. Und will noch mehr: „Ich generiere gerade mehr Speed.“ Dabei lerne sie noch besser, „was die Windkräfte mit mir machen“. Moderator Michael Panzram erwähnt den Skiflug-Rekord – aufgestellt von Agnes Reisch mit 213,5 Meter Sprungweite (damals Deutscher Rekord). „Das ist schon einen Applaus wert“, meint Panzram, der für die Stadt Isny sonst als Pressesprecher wirkt. Nach so viel Lob lächelt Agnes Reischs Miene dann wieder unterhalb der Bühne gelöster.

Agnes Reisch zählt im Skispringen zur Weltspitze. Bei den Olympischen Spielen in Italien hat sie eine Medaille denkbar knapp verpasst.
Panzrams Mit-Moderator Hannes Mechler erinnert sich an die jüngsten Olympischen Winterspiele in Norditalien. „Ich fand’s gigantisch.“ Und Dr. Alexander Moch, der Vater der beiden Top-Langläufer, berichtet: „Das erste, was wir machten, war, unsere Isny-Fahne aufzuhängen.“
„Isnyer Modell“
Freudiger Stolz auf der Ehren-Bühne für die heimischen Ski-Asse lässt sich auch bei Bürgermeister Rainer Magenreuter erkennen. Schließlich stehen mit ihm da oben unter anderem auch Laila Illig und Luisa Illig. Da bekennt Luisa Illig: „Es ist schon ein tolles Erlebnis, in Norwegen zu sein.“ Was sie wiederum nicht daran hindert, auch noch die Schulbank zu drücken. Die erste Englisch-Abiturprüfung sei gerade „besser wie gedacht“ gelaufen.
Derart massiver Erfolg aus einer kleineren Stadt – den erklärt Moderator Michael Panzram mit dem wintersportlichen „Isnyer Modell“. Es habe heuer fünf Talente nach vorne gebracht. Und eine ganze Menge begeisterter Fans dazu. Denen malt Ski-Star Friedrich Moch gleich nach der offiziellen Ehrung auf der Bühne sein Autogramm auf die jungen Hände.
Unverzichtbarer Bestandteil der Ehrung: Die Sportler durften sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

Friedrich Mochs Autogramme waren begehrt.
Die Stadt Isny war bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina gleich mit drei Sportlerinnen und Sportlern sowie einem Trainer vertreten. Das gab es so noch nie. Die Langläufer Friedrich und Jakob Moch schrieben als Brüderpaar eine ganz besondere Geschichte, Agnes Reisch glänzte im Skispringen und verpasste eine Medaille nur knapp, Maximilian Mechler durfte sich als Mitglied des Trainerteams der deutschen Skisprungmänner über die Goldmedaille von Philipp Raimund auf der Normalschanze freuen.
Das waren aber noch nicht alle olympischen Momente für den WSV Isny. Bei den Paralympics stürmte der fast blinde Langläufer Theo Bold mit der offenen Staffel zur Silbermedaille.
Auch bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Narvik (Norwegen) war der Wintersportverein Isny sehr erfolgreich. Skifahrerin Luisa Illig gewann im Slalom die Silbermedaille und im Riesenslalom die Bronzemedaille – jeweils in der U18-Wertung. Laila Illig hatte sich leider kurz vor den Titelkämpfen erneut schwer verletzt und konnte nicht teilnehmen.
Text und Fotos: Julian Aicher
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