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Ravensburg – Die Ravensburg Towerstars haben sowohl den enttäuschenden Heimauftritt am Sonntag als auch einen zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand in Spiel 4 gegen Bietigheim am Mittwochabend vergessen lassen. Das Team von Coach Bo Subr gewann mit 4:3, die Entscheidung fiel in der 11. Minute der Verlängerung. Damit steht es in der „Best-of-Seven“-Serie 2:2; den zuvor verlorenen Heimvorteil haben sich die Towerstars dank des Re-Breaks zurückgeholt.
Die Oberschwaben starteten im vierten Duell der Viertelfinalserie mit leicht veränderter Aufstellung. Da Nico Pertuch nach Ingolstadt abgerufen wurde, reiste Keano Salmik von den EV Lindau Islanders mit. Die erkrankten Simon Sezemsky und Fabio Sarto wurden von Lukas Jung und Matej Mrazek vertreten. Das Team waren mit viel Selbstvertrauen nach Bietigheim gereist, allerdings gestaltete sich die Anfangsphase äußerst schwierig. Das Team von Bo Subr fand nicht in den Rhythmus, hatte enorme Probleme mit dem gegnerischen Forechecking und geriet bereits in der 3. Minute in Rückstand. Die Paradereihe der Steelers mit Jack Dugan, Bastian Eckl und dem letztlichen Torschützen Cole Fonstad kombinierte die Ravensburger Abwehr aus, auch Ilya Sharipov konnte nicht mehr retten.
Mit der Führung im Rücken lief den Gastgebern auch danach das Spiel vermeintlich leicht von der Hand. Das änderte sich nach rund neun Minuten. Die Towerstars kamen besser durch die neutrale Zone, konnten die Scheibe länger im Angriffsdrittel kontrollieren und machten so mehr Druck auf das gegnerische Tor. Es war allerdings ein schnell vorgetragener Angriff über links, der für den 1:1-Ausgleich sorgte. Von Erik Karlsson in den Lauf gespielt, lenkte Kapitän Robbie Czarnik den Puck clever ins lange Eck. Das verlieh Auftrieb: Die Towerstars hatten nun mehr Spielanteile, mussten aber weiterhin höllisch auf die gegnerischen Konter achten. Glück hatten die Oberschwaben zudem in der 15. Minute, als Filip Reisnecker nach starkem Solo nur den rechten Pfosten traf.
Zu Beginn des Mittelabschnitts bot sich den Towerstars die große Chance zur Führung. 65 Sekunden lang konnten sie aufgrund einer aus dem ersten Drittel übernommenen Strafzeit gegen Bietigheim in Überzahl agieren. Die Special Teams kamen jedoch – wie schon in den 55 Sekunden zuvor – nicht zur Entfaltung. Es dauerte nicht lange, bis das Momentum wieder auf die Seite der Gastgeber kippte. Der Treffer zum 2:1 für die Steelers entstand allerdings äußerst unglücklich: Ex-Towerstars-Verteidiger Pawel Dronia lenkte den Puck in der Halbdistanz postiert kurios mit der Hüfte ab, der Puck rutschte dann über den Innenpfosten neben dem sichtlosen Ilya Sharipov ins Tor. Von der erneuten Führung und der Stimmung in der EgeTrans Arena beflügelt, stellten die Hausherren die Towerstars auch in der Folge vor große Probleme. Nur vereinzelt kamen die Gäste zu gefährlichen Abschlüssen. In der 29. Minute war eine Doppelchance von Nick Latta und Odeen Tufto aus kurzer Distanz noch am vielversprechendsten.
Die Towerstars rückten für mehr Druck weiter auf, was den Steelers Konterchancen eröffnete. In der 33. Minute wurden diese – wie schon mehrfach in der Serie – eiskalt genutzt: Bei einem 3-gegen-2-Gegenstoß hämmerte Filip Reisnecker den Puck per Direktabnahme zum 3:1 ins rechte Eck. Immerhin: Die Towerstars steckten den Gegentreffer gut weg und durften drei Minuten vor der Pause gemeinsam mit den rund 120 mitgereisten Fans den 3:2-Anschlusstreffer bejubeln. Goldhelm Erik Karlsson setzte energisch nach und drückte die Scheibe über die Linie. Es roch also nach einem spannenden Schlussabschnitt.
Eröffnet wurde das dritte Drittel von einer guten Chance der vierten Ravensburger Sturmreihe. Eineinhalb Minuten später folgte eine weitere Strafzeit gegen Bietigheim. Zunächst bissen sich die Towerstars erneut an der gut organisierten Steelers-Defensive die Zähne aus, doch dann nahm Nick Latta aus der Halbdistanz Maß und traf zum 3:3-Ausgleich. Nun war die Partie in jeglicher Hinsicht wieder offen. Es ging hin und her, ehe in der 48. Minute eine Schlüsselszene das Spiel unterbrach: Hinter dem eigenen Tor wurde Robbie Czarnik vom Stock von Tyler McNeely im Gesicht getroffen. Aufgrund der blutenden Verletzung musste der Bietigheimer für vier Minuten auf die Strafbank. Das lange Powerplay blieb jedoch ungenutzt.
Eine weitere Überzahl folgte sieben Minuten später, doch erneut fanden die Towerstars keinen Weg zum Torerfolg. Brenzlig wurde es, als sich Mark Rassell auf dem Weg zur Spielerbank zu einem Stockschlag provozieren ließ. Jetzt mussten sich die Towerstars für eineinhalb Minuten im Unterzahlspiel behaupten. Da dies gelang und in den verbleibenden Minuten trotz dramatischer Szenen auf beiden Seiten kein Treffer mehr fiel, ging es zum dritten Mal in dieser Serie in die Verlängerung.
In der 15-minütigen Pause hatten beide Mannschaften Zeit, ihre Akkus wieder aufzuladen – offensichtlich funktionierte das bei den Towerstars effektiver. Zwar antwortete Bietigheim kurz nach einem Ravensburger Pfostenschuss ebenfalls mit einem Treffer ans Gestänge, doch in den folgenden Minuten übernahmen die Towerstars klar die Initiative. Das wurde schließlich belohnt: Die Towerstars machten enormen Druck und die Partie wurde immer dramatischer. Ein aufs Tor gebrachter Puck prallte zunächst an den Innenpfosten und rollte die Linie entlang, doch Alec Ahlroth reagierte am schnellsten und stocherte den Puck zum entscheidenden 3:4 über die Linie.
Der Jubel der Spieler war riesig und auch die Fans auf den Rängen lagen sich in den Armen. Damit sind die Towerstars wieder voll im Playoff-Geschäft: Sie glichen die Serie zum 2:2 aus und holten sich mit dem postwendenden Re-Break den Heimvorteil zurück.
Am Freitag zu Hause das fünfte Spiel gegen Bietigheim
Am kommenden Freitag (28.3.) geht es um 20 Uhr in Ravensburg in der garantiert stimmungsvollen CHG-Arena weiter. Die Sitzplätze sowie die Familientribüne sind bereits ausverkauft. Stehplätze gibt es im Fanshop in der Marktstraße 20, bei allen VVK-Partnern von Reservix, online im Ticket-Webshop sowie – nach aktuellem Stand – an der Abendkasse. Das Spiel wird zudem live vom Streaminganbieter Sporteurope.TV übertragen.
































